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Nachrichten Ende für die Telefonsäulen?
Umland Barsinghausen Nachrichten Ende für die Telefonsäulen?
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14:44 24.02.2018
Hier ist die Telefonsäule in Barrigsen zu sehen. Quelle: Stephan Hartung
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Barsinghausen

 Gehören die letzten öffentlichen Fernsprecher bald der Vergangenheit an? Noch befinden sich in Barsinghausen ein halbes Dutzend solcher öffentlichen Anlagen. Doch die Deutsche Telekom möchte die Telefonzellen so schnell wie möglich abbauen. Wobei von Telefonzellen, wie sie umgangssprachlich noch genannt werden, bei den Anlagen nicht mehr die Rede sein kann. Immerhin stehen im Stadtgebiet keine gelben Häuschen mehr rum, sondern lediglich Säulen mit daran angebrachten Telefonen.

Die Telekom führt wirtschaftliche Gründe ins Feld und verweist auf das geänderte Telefonverhalten. Die meisten der sogenannten Basistelefone in den Ortsteilen seien seit Jahren nicht mehr genutzt worden, teilte die Telekom auf Anfrage mit. Gegen den Abbau regt sich nun Widerstand. Im Bauausschuss in Barsinghausen wurde das Thema zuletzt diskutiert. Wie schon vor vier Jahren, als ebenfalls ein Abbau der Telefonsäulen seitens der Telekom angekündigt wurde, ist die bürgerlich-konservative Seite des Ausschusses für den Abbau, die Gegenseite möchte die Anlagen erhalten.

„Die Nutzung dieser Fernsprecher geht gegen Null“, schildert Gerald Schroth seine Beobachtungen. Der Ausschussvorsitzende widerspricht damit Meinungen von Ratskollegen, dass die öffentlichen Telefone erhalten bleiben müssten – allein schon um dort Notrufe absetzen oder für sogenannte R-Gespräche erreichbar zu sein. „Die Beschreibung auf der Anlage, wie das alles funktioniert, ist viel zu kompliziert. Das versteht niemand.“

Ohnehin sei seiner Meinung nach ein Erhalt einer solchen Telefonsäule nicht mehr zeitgemäß. Einerseits wegen der reinen Möglichkeit zu telefonieren. „Ich würde behaupten, dass heutzutage 95 Prozent der Menschen ein Handy haben, viele haben zu Hause gar kein Festnetz mehr.“ Andererseits wegen der Notrufoption. „Es müsste ja im Radius der kaum noch vorhandenen Fernsprecher ein Unfall passieren und zudem müsste niemand ein Handy für einen Notruf parat haben – alles sehr unwahrscheinlich.“ 

Immer wieder wird bei der Argumentation zum Erhalt der öffentlichen Fernsprecher darauf verwiesen, dass die sogenannte Grundversorgung gewährleistet sein müsse. „Viel wichtiger finde ich, dass die Telekom sich auf schnelle Internetverbindungen auf dem Lande konzentriert. Das ist das, was für die Leute außerhalb der Ballungsgebiete eine wichtige Grundversorgung ist – und nicht irgendwelche ungenutzten Fernsprecher“, sagt Schroth.

In Barsinghausen befinden sich in eben solchen Ortsteilen noch die letzten Telefonsäulen: in Holtensen, Ostermunzel, Barrigsen, Egestorf, Langreder und Kirchdorf. „Wir bekommen jedes Jahr die Anfrage der Telekom. Und auch in diesem Jahr werden wir ihnen antworten, dass die bisherigen Anlagen gern erhalten möchten – mit dem Zusatz einer Bitte, dass die Funktion der Fernsprecher erklärt werden“, sagt Tobias Fischer, städtischer Baudirektor. Die Verwaltung hatte aus dem Ausschuss heraus den Auftrag erhalten, gegen die Telekom-Pläne Einspruch einzulegen. Mittlerweile muss die Stadt aber nur noch um fünf Anlagen kämpfen. Denn vor wenigen Tagen hat in Holtensen eine Dorfversammlung darüber abgestimmt, dass der dortige Fernsprecher abgebaut werden kann.

  

Von Stephan Hartung

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