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Stadt und Anlieger wollen Lärmproblem lösen

Egestorf Stadt und Anlieger wollen Lärmproblem lösen

In der Gemeinschaftsunterkunft am Rottkampweg leben derzeit 72 Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft – das sind etwa 20 Bewohner weniger als vor vier Monaten. Allerdings fühlen sich viele Nachbarn der Anlage weiterhin von einer großen Lärmkulisse und von nächtlichen Lichtemissionen beeinträchtigt.

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Der fünfjährige Daud sitzt auf einer Freiluft-Tischtennisplatte der Gemeinschaftsunterkunft. Er lebt mit seiner Familie am Rottkampweg.

Quelle: Frank Hermann

Egestorf. Barsinghausens Erster Stadtrat Thomas Wolf kennt die Probleme und spricht von einer "schwierigen Situation". Nach ersten Gesprächen mit den Nachbarn im Mai haben die Stadtverwaltung und die Flüchtlingsbetreuer vor Ort versucht, den Lärmpegel auf dem Gelände zu senken.

"Wir versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten gegenzusteuern. Dabei geht es auch darum, auf das Verhalten der Bewohner hier in der Unterkunft einzuwirken", erläuterte Wolf bei einem Informationsgespräch mit Vertretern von Bündnis 90/Die Grünen am Donnerstagabend.

"Alle gemeinsam achten wir darauf, Lärm zu vermeiden. Das gilt auch für die Kinder, die mit ihren Bobbycars über das Gelände fahren. Mittlerweile gehen die Kinder immer häufiger zu den umliegenden Spielplätzen", sagt die städtische Flüchtlingsbetreuerin Andrea Dräger.

Bei mehr als 70 Menschen auf engem Raum, darunter nahezu 30 Kinder aller Altersklassen, sei ein gewisser Lärmpegel jedoch kaum zu vermeiden. "Aber wir wollen das Beste für alle Beteiligten daraus machen und mit den Anliegern im Gespräch bleiben", kündigte Thomas Wolf an.

Auf solche Gespräche setzen auch die betroffenen Nachbarn. "Eine Zusammenkunft ist zeitnah geplant", sagt Uwe Seidel, der zu den Anliegern gehört.

Bislang sei die Situation für viele Anwohner noch sehr unbefriedigend, auch wenn die Lichtemissionen bereits reduziert worden seien. Beim Lärm gehe es auch darum, bauliche Mängel an der Anlage zu beseitigen.

Von einem konfliktfreien Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Herkunft untereinander berichtete Rouba Ghazzaoui, Leiterin der Flüchtlingsunterkunft.

"Das funktioniert wirklich gut. Nationen oder Religionen spielen dabei keine Rolle. Bei uns leben Sunniten und Schiiten, Jesiden und Christen friedlich mit- und nebeneinander", erklärte Ghazzaoui.

Viele sozialpädagogische Angebote stehen für die Bewohner zur Verfügung – zum Beispiel deutscher Sprachunterricht, ein wöchentliches Lauftraining oder sportliche Angebote mit dem TSV Egestorf. "Viele ehrenamtliche Helfer leisten hier einen wichtigen Beitrag", sagte die Leiterin.

Zu den derzeit 72 Bewohnern in der Unterkunft am Rottkampweg gehören 24 Einzelpersonen – zumeist junge Männer – sowie 14 Familien mit insgesamt 28 Kindern. Die beiden Baukörper bieten Platz für bis zu 116 Bewohner.

Von Frank Hermann

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