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Stadt will Friedhofsflächen aufgeben

Barsinghausen Stadt will Friedhofsflächen aufgeben

Die Bestattungsgewohnheiten ändern sich auch in Barsinghausen rasant: Immer mehr Menschen wünschen sich ein Urnenbegräbnis, die klassische Beerdigung im Sarg verliert dagegen an Bedeutung. Die Verwaltung arbeitet als Reaktion auf die Veränderungen an neuen Konzepten für das Barsinghäuser Friedhofswesen.

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Auf dem städtischen Waldfriedhof gibt es die Möglichkeit der Urnenbestattung unter großen Bäumen ohne weitere Pflegeverpflichtung. Die Nachfrage nach dieser Bestattungsform ist groß.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Eine Erkenntnis gibt es bereits: Die städtischen Friedhöfe sind zu groß. Manche der großzügig bemessenen Freiflächen werden auch langfristig nicht benötigt, weil Urnengräber viel weniger Platz benötigen als die herkömmliche Bestattungsform. „Die Zahlen entwickeln sich eindeutig weg von der Bestattung im klassischen Erdsarg“, sagt Baudirektor Tobias Fischer. Auf den Friedhöfen gebe es deshalb zu viel Platz. „Wir werden uns eventuell von Flächen trennen müssen“, kündigt der Baudirektor an. Zu Details ihrer Überlegungen will sich die Verwaltung noch nicht äußern, weil das Thema erst in den politischen Gremien vorgestellt und diskutiert werden soll. Fischer deutet aber an, dass es viele offene Fragen gibt, die geklärt werden müssen. Dazu gehört etwa die Frage, ob die Friedhöfe dauerhaft in städtischer Trägerschaft verbleiben sollen oder nicht. Auch der künftige Flächenbedarf steht zur Diskussion. „Wir müssen intensiv darüber sprechen“, sagt Fischer. Ein Problem ist auch, dass sich manche der von der Stadt bewirtschafteten Friedhofsflächen gar nicht im Eigentum der Stadt befinden, sondern lediglich gepachtet sind. Nach Fischers Worten ist ein Teil der Fläche des Friedhofes Osterfeld Eigentum der Klosterkammer: „Wir müssen frühzeitig überlegen, was wir machen.“

Weiterhin unklar ist derzeit auch noch, wie die Stadtverwaltung einen Auftrag des Rates zum Bestattungswesen umsetzt: Das höchste städtische Entscheidungsgremium hatte im Juli 2015 beschlossen, dass die Verwaltung weiterhin nach geeigneten Flächen und Partnern für Waldbestattungen im Deister oberhalb von Barsinghausen suchen solle. Damals war zuvor eine längere Diskussion über ein von der Forstinteressentenschaft Barsinghausen-Altenhof angebotenes Areal geführt worden. Wegen „mangelnder Eignung“ hatte die Politik diesem Projekt allerdings die Unterstützung versagt. Auch eine Waldfläche der Klosterforsten war nicht berücksichtigt worden. Fischer verweist auf offene Fragen im Zusammenhang mit dem Angebot zusätzlicher Waldbestattungen: „Das hätte erhebliche Auswirkungen auf die Kalkulation der Friedhofsgebühren“, sagt er.

Die Zahl der klassischen Erdbeisetzungen im Sarg und die der Urnenbestattungen entwickelt sich seit Jahren deutlich gegensätzlich. Während es 2006 noch 69 Erdbestattungen und 80 Urnenbeisetzungen auf den drei städtischen Friedhöfen gab, waren es 2016 nur noch 42 Bestattungen im Sarg, aber 145 Urnenbeisetzungen. Sehr hoch ist auf Anhieb die Nachfrage nach sogenannten Baumbestattungen, die die Stadt seit 2014 ebenfalls anbietet – allerdings nur auf dem Waldfriedhof. Dabei wird die Urne ohne weitere Pflegeverpflichtung zwischen den Wurzeln markanter Bäume im Boden platziert. Auf einer steinernen Stele sind Messingplatten mit den Namen der bestatteten Personen angebracht. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind von den insgesamt 625 vorhandenen Urnengräbern für Baumbestattungen binnen drei Jahren bereits 204 verkauft worden. Im vergangenen Jahr hat es 38 Urnenbestattungen am Baum gegeben. Übertroffen worden ist diese Zahl 2016 nur noch von den insgesamt 48 anonymen Urnenbestattungen.Die Kosten für die Urnenbestattungen am Baum liegen zwischen 507 und 561 Euro – und damit zwischen den günstigeren klassischen Urnengräbern (anonym oder in Reihe für 315 bis 395 Euro) und den teureren Erdbestattungen für 1043 bis 1588 Euro. Auf den drei städtischen Friedhöfen sind laut Aufstellung der Stadtverwaltung derzeit 5741 Grabstellen belegt, darunter sind 3573 Erdgräber und 2168 Urnengräber. 2203 Grabstellen stehen derzeit noch zur Verfügung, darunter 1453 Erdgräber und 750 Urnengräber.

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Von Andreas Kannegießer

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