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Umland Barsinghausen Nachrichten Turnerkegler pflegen eine 90-jährige Tradition
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17:19 03.01.2018
Mit eigenem T-Shirt: Die Mitglieder der Barsinghäuser Turnerkegler sind stolz auf die lange Tradition ihrer Gemeinschaft. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

 Kegeln war jahrzehntelang auch am Deister ein Volkssport, der in Dutzenden Vereinen begeistert gepflegt wurde. Mit der beständig sinkenden Zahl der Kegelbahnen sind die Bedingungen für Kegler schwieriger geworden: Die Zahl der Aktiven geht stark zurück, etliche Kegelvereine und -gemeinschaften sind längst aufgelöst. Der  traditionsreichste Kegelverein der Deisterstadt stemmt sich wacker gegen diese Entwicklung: Die Barsinghäuser Turnerkegler von 1927 sind eine kleine, aber dafür besonders engagierte Gemeinschaft, deren neun aktive Mitglieder das Kegeln noch immer als sportliche Herausforderung begreifen. Vor wenigen Wochen hat der Verein sein 90-jähriges Bestehen gefeiert.

Einmal monatlich treffen sich die Herren für mindestens drei Stunden auf der Kegelbahn des Sporting-Clubs an der Egestorfer Straße. „Für jeden stehen dann 100 Wurf in die Vollen an“, sagt der stellvertretende Kegelvater Jürgen Konitz. „Wir wollen Spaß am Kegeln haben“, betont er. Kegelspiele kämen deshalb nicht in Frage. Statt dessen geht jeder einzelne Wurf in eine aufwendige Statistik ein. Am Ende des Jahres 2017 ließ sich so ablesen, dass die Turnerkegler zusammen insgesamt 105.519 Holz geworfen haben. Den besten Schnitt mit 6,99 erzielte Konitz, der im Jahresverlauf 32 Neunen warf und auch damit den Bestwert setzte. Harms Klöver und Roger Neitsch brachten das Kunststück fertig, keine einzige Pumpe zu werfen.

Die Turnerkegler waren ursprünglich ein Kegelclub innerhalb des Barsinghäuser Turn-Vereins „Gut Heil“, des Vorläufers des TSV Barsinghausen. 1927 hatten sich einige Turner zusammengefunden und erste Kegelabende im Gasthaus Volker an der Rehrbrinkstraße organisiert. Ab 1928 hatte August Afemann für mehr als 40 Jahre das Amt des Kegelvaters inne. Die heute nicht mehr existente Bindung zum Sportverein haben die Turnerkegler aber lange Zeit gepflegt: Noch nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Kegler bei der Organisation vieler Großveranstaltungen im TSV tatkräftig mitgeholfen, wie in der Chronik des Sportvereins ausdrücklich gelobt wird.

Die heutigen Turnerkegler verstehen sich auch abseits des sportlichen Geschehens prächtig: Tradition hat das Fischessen mit den Ehefrauen im Februar, und Jubiläen und runde Geburtstage werden in großer Runde gefeiert. Die Teilnehmerbeiträge jedes Kegelabends werden über einen längeren Zeitraum gesammelt. „Alle fünf Jahre finanzieren wir damit Kegelfahrten“, berichtet Konitz. „2017 waren wir vier Tage in Dresden.“ 

Die aktiven Turnerkegler sind zwischen 54 und 67 Jahre alt und haben durchaus Interesse an Nachwuchs in ihren Reihen. Der aber ist schwer zu gewinnen. „Die Jüngeren gehen lieber bowlen“, sagt Konitz. Die Mitglieder hätten gezielt jüngere Leute angesprochen, darunter auch die Söhne aus den eigenen Reihen. „Aber niemand hatte Interesse.“ Die Turnerkegler sind zwar kein bei Gericht eingetragener Verein. „Aber als Verein begreifen wir uns schon“, betont der stellvertretende Kegelvater. An einer traditionsreichen Regel für neue Mitstreiter wollen die Turnerkegler trotz der Nachwuchsprobleme auch künftig festhalten:  „Alle müssen bei Neuaufnahmen einstimmig dafür sein“, sagt Konitz. Er selbst musste vor mehr als drei Jahrzehnten neun Jahre lang warten, bis es so weit war. „Mein Schwiegervater hat lange gebraucht, bis er zustimmte“, schmunzelt er.

Von Andreas Kannegießer

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