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Barsinghausen Durchgangsverkehr macht Ostermunzelern zu schaffen
Umland Barsinghausen Durchgangsverkehr macht Ostermunzelern zu schaffen
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15:48 11.07.2018
Großes Bürgerinteresse: Rund 30 Anlieger nehmen am Dorfrundgang mit Bürgermeister Marc Lahmann teil. Quelle: Mirko Haendel
Ostermunzel

Kleines Dorf, aber großes Interesse: Die Resonanz auf die Bürgersprechstunde mit anschließendem Dorfrundgang mit dem Bürgermeister war in Ostermunzel am Dienstagnachmittag so groß wie bisher noch in keinem Ort. An der vierten Auflage der von Marc Lahmann im Frühjahr ins Leben gerufenen Veranstaltung nahmen rund 30 Bürger teil.

Auch in Ostermunzel treibt die meisten Bewohner die Sorge um den wachsenden Durchgangsverkehr und die Situation an der Ortsdurchfahrt um. Immer häufiger beführen schwere Lastwagen die Mittelstraße, um Staus auf der Autobahn 2 und der Bundesstraße 65 zu umgehen, hieß es. Zudem klagen die Ostermunzeler über überhöhte Geschwindigkeiten, mit der viele Fahrzeuge unterwegs seien. Die Stadt Barsinghausen hatte nach Angaben von Tiefbau-Fachdienstleiter Michael Dettmann bereits im Jahr 2008 im Zuge der Dorferneuerung einen Antrag zur Brezuschussung von Verkehrsinseln an den beiden Ortseinfahrten im Osten und Westen sowie im Norden an der Dedenser Straße gestellt. „Wegen der Haushaltskonsolidierung hatten wir den Antrag auf Eis gelegt. Jetzt haben wir ihn erneuert“, erklärte Dettmann.

Ebenso ist die Region Hannover auch für die Genehmigung einer Tempo-30-Zone im Einmündungsbereich der Dedenser Straße in die Mittelstraße zuständig. Lahmann zeigte sich optimistisch, dass die betreffende Verkehrsbehörde für den Kurvenbereich zwischen der Bushaltestelle Dedenser Straße und dem westlichen Ende des Hofs von Friedrich Meyer dem Antrag einer Geschwindigkeitsbegrenzung zustimmen werde: „Die Region ist da sehr kooperativ“, sagte der Bürgermeister.

Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt? Die auf den Asphalt gemalten Ziffern haben keinen offiziellen Charakter, sondern sind offenbar von genervten Anwohnern aufgepinselt worden. Quelle: Mirko Haendel

Zahlreiche Eltern baten die Vertreter der Verwaltung zudem, die Bushaltestelle um etwa 30 Meter in Richtung Westen direkt vor die ehemalige Gaststätte Kauke zu verlegen. Hier ist der Fußgängerbereich deutlich breiter. Die Schulkinder müssten dann nicht wie am jetzigen Standort auf engstem Raum direkt an der viel befahrenen Straße auf den Bus warten, argumentierten sie. „Ich habe hier jeden Tag Angst um meine Kinder“, betonte ein Vater. Lahmann versprach zu prüfen, ob zumindest ein Wartehäuschen an dem gewünschten Ort aufgestellt werden könnte.

Ebenfalls an der Mittelstraße auf Höhe des Kriegerdenkmals will die Stadt auf der gegenüberliegenden Straßenseite ungeachtet der Pläne zur Dorferneuerung noch in diesem Jahr den schadhaften Fußweg ausbessern. Auf dem ohnehin schmalen Streifen erschweren zahlreiche Löcher die Benutzung.

Und noch eine Bitte der Ostermunzeler will die Verwaltung zeitnah umsetzen: An der Dedenser Straße gegenüber der Einmündung der Straße Am Saalfeld soll voraussichtlich im kommenden Winter eine neue Straßenlaterne aufgestellt werden. Die Bewohner beklagen, dort müsse man bisher im Dunkeln eine Taschenlampe benutzen. „Überhaupt keine Frage, hier fehlt eine Laterne“, bestätigte Lahmann.

Die meisten Ostermunzeler konnten somit zufrieden sein, wenn ihre Wünsche wohl zeitnah umgesetzt werden. Lediglich den Anwohnern der Straße Südwinkel konnten die Vertreter der Stadt keine befriedigenden Antworten bieten. Die Anlieger beklagen, dass bei Regenfällen das Regenwasser von den Grundstücken nur unzureichend abgeleitet werde und dieses dann einen kleinen Tümpel sowie das umliegende Gelände überflute. Das Problem beruht nach Aussagen von Dettmann auf einem jahrzehntealten Versäumnis. Damals sei während der Befestigung des Südwinkels zwar auch eine Kanalisation eingebaut worden, der Bau von Gossen und Gullys für eine ordnungsgemäße Entwässerung der Grundstücke auf Wunsch der damals drei Anlieger jedoch ausgeblieben. Heute stehen im betroffenen Bereich sieben Einfamilienhäuser, deren Grundstücke zumeist unterhalb des Niveaus des mehrfach erneuerten Straßenbelags liegen. Die Folge: Feuchte Gärten und eine schnell überlastete, weil provisorische Entwässerung auf ein anliegendes Feld. Dettman urteilte: „Eine weitere provisorische Lösung geht nicht mehr. Ein Straßenausbau hat hier eigentlich nie stattgefunden, weil keine Entwässerung hergestellt wurde. Der Straßenabschnitt müsste somit erstmal erschlossen werden, was für die Anwohner sehr teuer werden würde.“ Ihnen drohe bei einer Erschließung die Übernahme von 90 Prozent der Kosten – ohne dass öffentliche Fördermittel zu erwarten seien, so Dettmann. Die Stadt werde prüfen, ob ein Neubau oder Ausbau der Straße womöglich in das Programm der Dorferneuerung fallen könnte, sagte Lahmann.

Von Mirko Haendel

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