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Burgdorf BMGH zieht positive Bilanz seiner Arbeit
Umland Burgdorf BMGH zieht positive Bilanz seiner Arbeit
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15:05 10.07.2018
Sechs junge Erwachsene aus dem Irak, Syrien, Afghanistan und dem Libanon - hier mit ihren Dozenten - haben mithilfe des Mehrgenerationenhauses und des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft den Hauptschulabschluss geschafft. Quelle: privat
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Burgdorf

Eine positive Bilanz für das zurückliegende Jahr zieht jetzt Dagobert Strecker, Vorsitzender des Burgdorfer Mehrgenerationenhauses (BMGH). Dabei bezieht er sich vor allem auf die Beratung und Betreuung von Flüchtlingen, die einen großen Teil der Arbeit einnimmt.

Als ein Baustein nennt Strecker die 16 Deutschkurse, die Mitarbeiter an 14 Standorten im Stadtgebiet geben. Durchschnittlich 16 bis 20 Teilnehmer lernen in einem Kurs, bis zu 1.152 Stunden unterrichten die Lehrer in einem Monat. „Als erfreulichen Beleg unserer Arbeit sehen wir die sechs Hauptschulabschlüsse an, auf denen die Absolventen jetzt aufbauen können“, sagt Strecker. Sie wechselten entweder in eine Ausbildung oder in eine weiterführende Schule. Fünf Schüler bestanden zudem den B2-Abschluss und elf den B1-Abschluss. Sie strebten eine Qualifizierung an, die das BMGH mit weiteren Kursen ermögliche. Daran könnten auch Mütter teilnehmen: „Für zwei Kurse gibt es eine Kinderbetreuung.“ Außerdem bietet das BMGH in seinen Räumen an der Marktstraße auch Stunden in Arabisch und Kurdisch an.

Gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter

Strecker wie auch BMGH-Mitarbeiter Kagan Bölen unterstreichen, dass die Arbeit auch wegen der guten Kooperation mit dem Jobcenter so gut laufe: „Wenn ein Flüchtling seine Anerkennung bekommt, begleiten wir ihn auf dem weiteren Weg“, sagt Bölen. Der umfasse unter anderem Hartz-IV-Anträge oder die Suche nach Ausbildungs- oder Arbeitsstellen. „Dabei stellt sich heraus, dass mangelnde Deutschkenntnisse oftmals ein Hemmnis sind“, sagt er und fügt hinzu, deshalb setze das BMGH nun verstärkt erst auf eine gute Sprachausbildung und dann die Integration in den Arbeitsmarkt. Mitunter benötigten die sechs haupt- und zwei ehrenamtlichen Integrationslotsen viele Gespräche, um den Flüchtlingen die Komplexität der theoretischen Ausbildung zu erklären. „Etliche möchten schnell eine Arbeit aufnehmen, um Geld zu verdienen, doch das geht eben nicht so einfach“, ergänzt Strecker.

Seinen Angaben zufolge haben sich die BMGH-Mitarbeiter wegen der zunehmenden Aufgaben im vergangenen Jahr umfangreich fortgebildet: Allein im April absolvierten sie 293 Stunden zu Controlling, Kommunikation, Bewerbungs- und Kompetenztraining oder Deeskalation in Beratungen. Parallel dazu betreuen sie im Offenen Treff in durchschnittlich 70 Stunden im Monat jeweils zehn bis 30 Personen. Das Beratungsangebot nutzten im April 283 Personen in 769 Gesprächen.

Lob für die Schulen

„Was in Europa nicht gelingt, geht hier in Burgdorf“: Mit diesem Satz kommentiert Strecker die Offenheit der Schulen, Kinder aus geflüchteten Familien aufzunehmen. So befinde sich die F’TZ-Unterkunft beispielsweise im Einzugsbereich der Grundschule an der Hannoverschen Neustadt. „Um die Schule nicht übermäßig zu belasten, werden Kinder auch in Otze unterrichtet“, sagt der Vorsitzende und lobt die Schulen für die gute Zusammenarbeit.

Kritik an der Region

Eine schnellere Bearbeitung der bewilligten Zuschussanträge wünscht sich Strecker von der Region Hannover. Mitunter seien Projekte schon genehmigt, doch das Geld komme erst Monate später, weil der Etat noch nicht vorliege. „Wir können die Finanzierungslücke oftmals nur mit der Unterstützung der Stadt überbrücken“, sagt Strecker.

Von Antje Bismark

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