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Burgdorf Barock und Folklore
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16:30 05.11.2018
Das Opus-Preisträger-Ensemble Concerto Foscari reißt im Schloss das Publikum zu Jubelstürmen hin. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Das muss man der Barockmusikreihe „Die 4 Jahreszeiten“ lassen: Die sogenannte Alte Musik, die sie ihrem Publikum im Schloss viermal im Jahr bietet, ist alles, nur nicht altbacken. Im Gegenteil. Wer den Auftritt des frisch gekürten Opus-Preisträger-Ensembles Concerto Foscari am Sonntagabend im Schloss erlebte, bekam fast zwei Stunden lang eine beeindruckende musikhistorische Vielfalt zu hören: vom Früh- über den Hoch- und Spätbarock, vom christlich-abendländischen Kirchenlied bis zu jüdischer Folklore. Das Publikum zeigte sich dankbar für diese Öffnung des Barockbegriffs, die auch stilistisch Grenzen überwand.

Die musikalische Idee, von der sich Concerto Foscari leiten ließ, war die: Die vier Musiker nahmen die als Kabbala Denudata bekannte Zusammenstellung von Schriften der jüdischen Mystik her und stellten ein Programm aus Kompositionen zusammen, die an jenen Orten entstanden, an deren die Autoren der Kabbala lebten und wirkten. Dabei heraus kam eine Musikreise durch das christlich-jüdische Barockzeitalter unter dem Titel „Corona Aurea“ (Goldene Krone).

Soviel zum intellektuellen Überbau des Konzerts, der erklärt, wie eng ineinander verwoben christliche und jüdische Musiktraditionen in Wahrheit sind. Nachvollziehbar wurde das freilich erst durch das Hörerlebnis, für das Concerto Foscari ohne jede Effekthascherei sorgte. Pawel Miczka (Violine), Claudius Kamp (Dulzian, Blockflöte), Alan Portal (Gambe, Oud) und Alon Sariel (Laute) bildeten einen perfekt aufeinander abgestimmten Klangkörper: Beim Kirchenlied „Morgenglanz der Ewigkeit“ so zurückgenommen und meditativ, dass man eine Stecknadel auf den Boden fallen hören konnte. Beim Traditional „Shalom alechem“ beschwingt und mitreißend.

Nicht weniger als 14 Werke unterschiedlicher Komponisten erklangen. Sie führten nach Polen und Deutschland, nach Holland, Spanien, England und immer wieder nach Galiläa. Einen bezaubernden Moment in diesem an Höhepunkten reichen Konzertabend erlebte das Publikum mit dem hitverdächtigen „Upon La Mi Re“ von Thomas Preston, als Portal auf seiner übers Knie gelegten Gambe lässig wie auf einer Gitarre immer wieder nur drei Bassnoten zupfte, die Sariel an der Laute mit berückenden Melodie-Improvisationen anreicherte.

Jubel, freudige Pfiffe und langanhaltendes Klatschen waren die Quittung für die drei in pure Lebensfreude getränkten Folklore-Kompositionen, mit denen Concerto Foscari den vollen Saal in den Herbstabend entließ. 

Von Joachim Dege

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