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Burgdorf Eigentümer plant den Wiederaufbau
Umland Burgdorf Eigentümer plant den Wiederaufbau
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17:28 29.08.2018
Von dem Baudenkmal Forsthaus ist nur noch eine Ruine übrig. Eigentümer Bisar Duran will es originalgetreu wieder aufbauen. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Das Geschehen rund um die Brandruine des alten Forsthauses am Försterberg setzt Emotionen frei und heizt die Gerüchteküche an. Nicht wenige Burgdorfer befürchten, dass das Gebäude abgerissen werden soll und das Kulturgut damit aus dem Stadtbild getilgt sein könnte. Dies aber, so versichert Eigentümer Bisar Duran, sei mitnichten seine Absicht. Im Gegenteil: Er wolle das Baudenkmal originalgetreu wieder aufbauen lassen. Stadt und Landesdenkmalamt unterstützten ihn bei seinem Vorhaben.

Ein Brand zerstörte Mitte Juni das zuletzt unbewohnte historische Forsthaus, das als eines der ältesten Häuser in der Stadt gilt. Tatsächlich zähle es zu den bedeutenden Baudenkmälern Burgdorfs, bestätigt Lothar Brunke, im Bauamt der Stadt zuständig für die Denkmalpflege und somit auch für das Forsthaus.

Der Brand und die seither am Försterberg klaffende Wunde im Stadtbild lassen die Gerüchteküche seit Juni nicht verstummen. So tauchen in Burgdorfer Facebook-Gruppen wiederholt Kommentare auf, die strafrechtlich relevante Motive als mögliche Brandursache nahelegen und dem Eigentümer unterstellen, er habe sich des Baudenkmals nur entledigen wollen, um lukrativ neu bauen zu können. „Ich habe keine Erklärung dafür“, sagt Duran, der sich das nicht gefallen lassen will: „Das wird ein Nachspiel haben.“ Allerdings nicht jetzt. Zurzeit beschäftige er sich mit der Beseitigung der Brandfolgen. Und er lässt keinen Zweifel daran aufkommen, was er vorhabe: „Das Haus wird originalgetreu wieder aufgebaut.“

Dazu gehörte vergangene Woche das Roden des Geländes rund um die Ruine. Das, so sagt Duran, sei notwendig gewesen, weil der Brand das zuletzt arg ins Kraut geschossenen Büschewerk auf dem Areal in Mitleidenschaft gezogen habe. Zugleich müsse er ja den schützenswerten Baubestand sichern. Nun, da das Gelände gerodet sei, könnten Arbeiter das Gebäude leichter erreichen.

Immerhin sorgte das Roden dafür, dass etwa der frühere Ratsherr Hermann Schwuchow Ungereimtheiten zu erkennen glaubte und bei der Stadt und den Ratsfraktionen kritisch nachfragte, wie es weitergeht. Die Mehrheitsfraktion nahm dies zum Anlass, bei Bürgermeister Alfred Baxmann offiziell anzufragen, ob das Haus wieder aufgebaut werde und die charakteristische Grünanlage wieder hergestellt werden müsse: „Droht der Verlust eines Kulturguts?“, wollen SPD, Grüne, WGS und Freie Burgdorfer wissen.

Gerüstbauunternehmer Duran hat das um 1680 errichtete Forsthaus erst vergangenes Jahr von den Erben der Familie Masch erworben – als Privatmann, wie er sagt. In Abstimmung mit der Stadt und dem Landesdenkmalamt habe er das Baudenkmal sanieren und zu einem Wohngebäude mit fünf Wohneinheiten umbauen lassen wollen. Damit beauftragte er die Firma Management Fachwerkbau und Denkmalschutz von Karsten Gehrold aus Isernhagen. Dessen Firma sei spezialisiert auf das Umsetzen und den Wiederaufbau von Baudenkmälern, hat nach eigenen Angaben auch schon das Stadtwappen in Burgdorf hergerichtet.

Bauingenieur Karsten Gehrold von der Firma Management Fachwerkbau und Denkmalschutz plant und überwacht die Bestandsaufnahme in der Brandruine und später auch deren Wiederaufbau. Quelle: Joachim Dege

Gehrold hatte wegen der geplanten, vom Baumt der Stadt und vom Landesdenkmalamt abgesegneten Sanierung bereits umfangreiche Bestandspläne gezeichnet und bei den Behörden eingereicht: „Für mich und Herrn Duran ist es ein Jammer, dass es gebrannt hat.“ Das Gute daran sei, dass die Pläne nun die Grundlage für den Wiederaufbau bilden. Allerdings ist laut Gehrold noch nicht klar, wie der vonstatten gehen kann. Das hänge von der noch ausstehenden Bestandsaufnahme der tragenden Teile im ehemaligen Kammerteil des Gebäudes ab, also in dem zum Schwarzen Herzog hin sichtbaren Baukörper. Sobald die Landesdenkmalbehörde grünes Licht gebe, könne der Wiederaufbau beginnen. Und zwar auch der des hinteren Scheunenteils, den Gehrold einstweilen vorsichtig abtragen ließ, um alle wiederverwendbaren Bauteile zu sortieren und mit Markierungen zu versehen.

Denkmalpfleger Brunke von der Stadt bescheinigt Bauleiter Gehrold und Bauherr Duran Kompetenz und lautere Absichten. Nach dem Wiederaufbau werde der Denkmalschutz allerdings zu entscheiden haben, wie viel alte Bausubstanz noch übrig ist und ob die noch für den Status eines Baudenkmals ausreiche.

Eine klaffende Wunde im Stadtbild: Die Brandruine des historischen Forsthauses beschäftigt viele Burgdorfer.

Von Joachim Dege

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