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Burgdorf Fohlen bleiben wegen der Hitze zu Hause
Umland Burgdorf Fohlen bleiben wegen der Hitze zu Hause
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12:28 22.07.2018
Dicht umringt von Marktbesuchern sind die Freunde historischer Fahrzeuge aus Immensen mit ihren Treckern. Quelle: Sandra Köhler
Burgdorf

Enttäuschung, aber auch ganz viel Verständnis schlug Barthold Plaß, dem Vorsitzenden des Vereins Burgdorfer Pferdeland, am Sonnabend entgegen. Denn erstmals seit 2006 – so lange organisiert der Verein regelmäßig Vorführungen rund um den Pferdesport – musste diese abgesagt werden. Eine Fohlenschau war vorgesehen gewesen.

„Das können wir wegen des Wetters nicht verantworten“, erklärte Plaß beispielsweise einer Besucherin, die extra wegen dieser Schau aus Lemmie angereist war: „Es geht nicht, dass Fohlen heute erst eine Stunde Anfahrt haben und dann auch noch stundenlang auf dem Hänger stehen.“ „Hier geht es rein ums Tierwohl, und dafür haben auch alle Verständnis“, ergänzte DRK-Vorsitzender Gero von Oettingen, der Plaß half, Informationsmaterial zu verteilen.

„Ich bin positiv überrascht, wie viele Besucher heute den Weg hierher gefunden haben“, sagte Gerhard Bleich, Geschäftsführer des ausrichtenden VVV: „Ansonsten ist der Juli wegen der Ferien immer der schwächste Monat.“ Auch er hatte das Wohl der zahlreichen Tiere, die zum Verkauf angeboten wurden, im Blick. „Wir haben heute vier Tierärzte hier. Sie und unsere Mitarbeiter schauen ständig, wie es den Tieren geht. Wenn wir merken sollten, dass es mit der Hitze zu schlimm wird, dann würden wir den Markt kurzerhand abbrechen“, sagte Bleich.

Zu entdecken gab es trotz des Verzichts auf die Fohlenschau eine Menge. Zum Beispiel die Stahlrösser der Freunde historischer Fahrzeuge aus Immensen. Denen machten weder das Wetter noch die sie umringende Menschentraube etwas aus. Klaus Schunert zeigte seinen MB Trac 800. „Der ist Baujahr 1978 und hat 72 PS. Bei mir zieht er vor allem einen Bauwagen, mit dem ich alle drei bis vier Wochen zu Treffen fahre“, sagte Schunert, der mehrere Traktoren und eine fahrbare Bandsäge besitzt. „Vor 30 Jahren habe ich schon mal einen ähnlichen gehabt. Und immer gesagt: Wenn ich noch mal so einen bekomme, kaufe ich den.“

Liebe auf den ersten Blick war es auch zwischen Chris Schattschneider und seinem Hanomag K 28 A Baujahr 1952. „Der hat schon meinem Uropa gehört und wurde bei uns in der Landwirtschaft eingesetzt. Ich habe schon als kleiner Pöks gesagt: Den will ich später mal haben.“ Und so kam es auch. Erst brachte ihm sein Opa das Fahren auf dem noch im Urzustand befindlichen Trecker bei. Dann bekam Schattschneider das Objekt seiner Begierde tatsächlich.

Keine Traktoren, sondern Motorräder sammelt Michael Vofrei: „Die benötigen weniger Platz.“ Seine BMW R 100 RT Classic ist ein Sondermodell des von BMW gebauten Tourenmotorrades und mit Koffern und Radio ausgestattet. „In zwei Jahren ist die auch schon Oldtimer“, sagt Vofrei. Besonders der hohe Wert der Maschine aus deutscher Produktion hat es ihm angetan: „Die ist 5000 Euro wert und bleibt es auch.“

„Das ist der kleinste, den Hanomag je gebaut hat“, sagt Frank Buchholz, Kassierer des Vereins, über seinen Hanomag RK: „Baujahr 55, hat einen Zylinder und auch einen Frontlader.“ Bis Cuxhaven ist Buchholz mit seinem offenen Traktor –bei Regen hilft ein Bundeswehrponcho – bereits gekommen. „Das war eine Rundfahrt von 700 Kilometern.“ Schnell sei man so nicht unterwegs. „Aber man sieht viel Landschaft.“

Auch wenn die Fohlenschau wegen der Hitze kurzfristig abgesagt wurde: Mit historischen Fahrzeugen und einer bunten Mischung aus Aktionen und Ständen gab es viel zu sehen beim Burgdorfer Pferdemarkt.

Von Sandra Köhler

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