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Burgdorf Freie Burgdorfer drängen auf Rampenrückbau
Umland Burgdorf Freie Burgdorfer drängen auf Rampenrückbau
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15:31 27.06.2018
Busfahrgäste werden beim Überfahren der Rampe an der unteren Marktstraße noch regelmäßig durchgeschüttelt. Quelle: Dege
Burgdorf

Die Rampe an der unteren Marktstraße wird zum Politikum. Die kleine Ratsfraktion der Freien Burgdorfer, die der SPD-geführten Mehrheitsgruppe im Rat zu Oberwasser verholfen hat, wünscht den Rückbau. Die Tiefbauabteilung im Rathaus wehrt sich vehement.

Den Stein ins Wasser geworfen hatte der DRK-Vorsitzende Gero von Oettingen am Rande einer Ratssitzung. Der frühere CDU-Ratsherr hatte in einer Einwohnerfragestunde angeregt, die Rampe zu entfernen, weil die Patienten in den Rettungswagen nicht nur durchgeschüttelt würden, sondern bisweilen auch Schmerzen litten, sobald es über die Rampe geht. Danach griff der Seniorenrat das Thema auf und forderte seinerseits die Entfernung der Rampe. Von Autofahrern aus der Stadt und aus Nachbarstädten ist kein gutes Wort zu hören über das Hindernis am Eingang zur Innenstadt, wo Autofahrer auf der Marktstraße Tempo 20 fahren müssen. Mithilfe einer Anfrage mit Datum vom 5. Juni begehrte zuletzt die Fraktion der Freien Burgdorfer Auskunft von der Stadtverwaltung, was diese zu unternehmen beabsichtigt.

Die Antwort aus dem Rathaus lässt an Deutlichkeit keine Wünsche offen: nichts. Im Gegenteil: „Insofern verbietet sich meines Erachtens ein entsprechender Umbau, da dann andere Nutzer Probleme aufzeigen werden“, schreibt Tiefbauabteilungsleiter Rainer Herbst in seiner Entgegnung auf die Anfrage, in der die Freien Burgdorfer zwei Varianten zur Lösung vorschlugen:

Variante 1: Die Stadt verkürzt die Rampe beziehungsweise verlegt die Auffahrt auf die Rampe weiter weg vom Kreisel in die untere Marktstraße hinein. Dann müssten Fahrzeuge nicht länger schräg, sondern könnten gerade auf die Rampe fahren, was den Durchschüttel-Effekt erheblich abmildere.

Variante 2: Die Stadt entfernt die Rampe ganz und ersetzt sie durch sogenannte Berliner Kissen, bei denen es sich um rechteckige Fahrbahnschwellen handelt. Allerdings schwant den Freien Burgdorfern schon, dass dies von der Öffentlichkeitv nachgerade als Schildbürgerstreich aufgefasst werden würde, nachdem vor wenigen Wochen erst ein Zebrastreifen auf die Rampe aufgebracht worden ist.

Die Tiefbauabteilung der Stadtverwaltung hadert ohnedies mit beiden Varianten. Mit Variante 1, weil diese Kosten in Höhe von 17.500 Euro verursachen würde. Während des einwöchigen Umbaus müsste die Marktstraße für beide Fahrrichtungen gesperrt werden. Danach hätten Linienbusse Probleme, weil sie nie komplett auf der Rampe stünden: „Wenn die Vorderachse herunterschlägt, kommt unmittelbar die Hinterachse hoch. Es werden dann voraussichtlich vier kurze Schläge hintereinander erfolgen“, argumentiert Herbst, der die Kosten für Variante 2 mit 31.000 Euro noch sehr viel höher angibt und für den kompletten Rampenabbau sogar mit eineinhalb Wochen rechnet, während derer die Marktstraße gesperrt werden müsste. Insbesondere Nutzer von Sportfahrzeugen – Herbst fährt selbst einen kleinen Sportwagen – könnten sich beeinträchtigt sehen und Beschwerde führen, ganz abgesehen von der Lärmbelästigung für die Anlieger durch die Fahrbahnschwellen.

Rüdiger Nijenhof von den Freien Burgdorfern will sich damit nicht abfinden. Er kündigte an, das Thema in die Mehrheitsgruppe tragen zu wollen und seine Anfrage gegebenenfalls in einen Ratsantrag umzuwandeln. Im Moment tendiere er dazu, die Rampe ganz zu entfernen. Der Zebrastreifen, womöglich ergänzt mit einer überschaubar teuren Geschwindigkeitsanzeigetafel, reiche völlig, um die Autofahrer auf das Tempo-20-Gebot an diesen Tor zur Innenstadt einzustimmen.

So erleben Autofahren die Rampe an der unteren Marktstraße.

Von Joachim Dege

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