Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgdorf Wahrzeichen ist aus Stadtbild verschwunden
Umland Burgdorf Wahrzeichen ist aus Stadtbild verschwunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:39 10.08.2018
Erich Rode schaut sich im Stadtmuseum alte Fotos der Fünf-Flügel-Mühle an. Quelle: Schiller
Burgdorf

„Die Fünf-Flügel-Mühle war das Wahrzeichen der Stadt“, sagt der frühere Stadtführer Erich Rode. Nur fünf solcher Mühlen habe es in Deutschland gegeben. Mit dem Abriss 1970 ist sie aus dem Stadtbild verschwunden. Wie die Fünfflügelige, wie die Burgdorfer die Mühle nannten, ausgesehen hat, können sich Besucher der Ausstellung „Burgdorf in Schwarz-Weiß“ im Stadtmuseum nicht nur auf Bildern anschauen. Auch ein Modell des historischen Bauwerks ist dort ausgestellt.

Die Fünf-Flügel-Mühle war 1847 vor dem Celler Tor als Ersatz für die an der Aue gelegene Burgsmühle gebaut worden. Sie hat rund 16.000 Taler gekostet. Das waren fast acht Prozent mehr als die veranschlagte Bausumme. 1848 ging die Holländermühle, die einschließlich Flügel 26 Meter hoch war, in Betrieb. Hinter der für Windmühlen ungewöhnlichen Konstruktion steckte die Überlegung, dass man mit fünf Flügeln besser die Windkraft nutzen könne als mit vieren.

Dieses Modell der Fünf-Flügel-Mühle ist im Stadtmuseum ausgestellt. Quelle: Schiller

Die Fünf-Flügel-Mühle wechselte im Lauf der Zeit mehrfach den Besitzer. 1948 pachtete die Ein- und Verkaufsgenossenschaft der Bäcker und Konditoren Niedersachsens die Mühle. Sie stellte den Müller Müller Josef Cybik ein, der für sie Getreide mahlte. An ihn und seine Frau kann sich der 83 Jahre alte Rode noch erinnern. Denn: „In den Gebäuden, die zur Mühle gehörten, wohnten zwei Klassenkameraden.“

Wenn der Wind nicht ausgereichte, habe eine Dampfmaschine das Mahlwerk angetrieben, berichtet Rode. Die Dampfmaschine habe in einem Gebäude mit einem eckigen Schornstein gestanden. „Der Schornstein wurde einige Zeit vor dem Abriss der Mühle gesprengt. Ich habe noch in Erinnerung, wie er in sich zusammenfiel“, erzählt Rode.

1954 wurde die Fünfflügelige stillgelegt. Danach war sie dem Verfall preisgegeben. Für Kinder, die in der Nachbarschaft wohnten, wurde sie zum Abenteuerspielplatz. Auch wenn die Windmühle verschlossen gewesen sei, seien er und seine Spielkameraden trotzdem hineingelangt und hätten dort Fangen und Verstecken gespielt, berichtet der frühere Burgdorfer und heutige Steinwedeler Bernd Boy. „Die Treppen waren morsch“, erinnert er sich. Mehrfach sei er auf den Stufen eingebrochen. Häufiger habe er sich einen Fuß verstaucht und sich einen Splitter ins Bein gerissen. „Es war ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist“, sagt Boy.

Die baufällige Mühle musste der Wohnbebauung weichen. Am 12. Januar 1970 wurde sie zum Bedauern vieler Burgdorfer abgerissen. Heute stehen dort Mehrfamilienhäuser.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Uschi Slotos malt Musiker. Auch Max Giesinger hat sie auf die Leinwand gebannt. Nun hofft die Burgdorferin, dass er ihr Bild bei seinem Auftritt auf dem Schützenplatz signiert.

13.08.2018

Im Sommerkonzert der Reihe „Die vier Jahreszeiten – Barock in Burgdorf“ am 26. August gibt es Werke unbekannterer Komponisten aus Böhmen und Polen und Holzbläserklänge vom Feinsten zu hören.

10.08.2018

Valentin Winnen hat seinen Dienst als neuer Pastor bei St. Pankratius angetreten und sich über einen herzlichen Empfang gefreut. Seine Frau war hier vor rund zehn Jahren als Vikarin tätig.

12.08.2018