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Burgdorf FTZ-Areal: Käufer muss Wohnungen bauen
Umland Burgdorf FTZ-Areal: Käufer muss Wohnungen bauen
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17:09 09.01.2019
Direkt an die ausgemusterte Feuerwehrtechnische Zentrale am Marris-Mühlenweg grenzt das Seniorenheim Helenenhof. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Die Region Hannover will ihr 2000 Quadratmeter großes Areal am Marris-Mühlenweg, auf dem die ehemalige Feuerwehrtechnische Zentrale seit Jahren leersteht, nun doch nicht direkt an einen Investor, sondern vielmehr im Rahmen eines Bieterwettbewerbs veräußern. Den Zuschlag soll erhalten, wer ein schlüssiges Wohnbaukonzept vorlegt.

Damit vollzieht die Regionsverwaltung erneut eine Kehrtwende um 180 Grad. Kurz vor Weihnachten hatte die Behörde noch mitgeteilt, dass sie vom ursprünglich geplanten Bieterverfahren Abstand nehmen und das Areal zu Wohnbauzwecken direkt an eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft, mit der sie in Verhandlungen stehe, verkaufen wolle. Nach Informationen dieser Zeitung handelte es sich dabei um die Hannover Region Grundstücksgesellschaft, deren Gesellschafter die Region Hannover und die Sparkasse Hannover sind. Die Absage an das Bieterverfahren verärgerte die Burchard-Führer-Gruppe, die in der Nachbarschaft ihr Altenpflegeheim Helenenhof betreibt und nach eigener Darstellung bereits 2014 von der Region über den geplanten Verkauf unterrichtet worden sein will. Die Führer-Gruppe sah sich absprachewidrig um die Chance gebracht, für das Gelände mitbieten zu können. Auch die Stadt äußerte sich befremdet über die Pläne der Region Hannover, in die sie bis dahin nicht eingeweiht sein will.

Anfang dieser Woche dann der Schwenk: Laut Führer Geschäftsführer Eike Schmiedes rief Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) bei Burchard Führer an und gab diesem „wohlwollende Entwarnung“. Nach wie vor sei ein Bieterverfahren geplant, an dem sich die Führer-Gruppe beteiligen könne. Das hat diese auch vor: „Das sind gute Nachrichten für uns. Wir scheuen einen solchen Wettbewerb nicht. Aber wird legen Wert darauf, beteiligt zu werden“, sagte Schmiedes. Er unterstrich, dass sein Unternehmen am Marris-Mühlenweg Wohnraum schaffen wolle: für Betreutes Wohnen und Mitarbeiter des Helenenhofs.

Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) bestätigte am Mittwoch nach Gesprächen mit Jagau, dass die Region das Vorhaben ab sofort eng mit der Stadt abstimmen wolle. Die Zielsetzung sei, dass auf dem ehemalige FTZ-Gelände bezahlbarer Wohnraum entsteht. Die Pressestelle der Region hatte bereits am Dienstag verlautbart, dass es der Behörde inzwischen „unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll“ erscheine, ein Bieterverfahren einzuleiten. Ein Gutachten über den Marktwert des Areals liege bereits seit kurz vor Weihnachten vor. Wie viel das Gelände wert ist, wollte eine Regionssprecherin nicht sagen.

Laut Baxmann ist mit dem Verfahren ein sogenannter Konzept-Wettbewerb gemeint, wie ihn die Stadt selbst für das Heidenelke-Aeal in der Südstadt aufgelegt hatte. Kaufinteressenten müssen demnach darlegen, in welchem Umfang und für welche Zielgruppe sie Wohnraum schaffen wollen. Im Gegenzug werde die Region nicht den Höchstpreis aufrufen, sondern den Verkaufspreis so festlegen, dass sozialer Wohnraum wirtschaftlich errichtet werden könne.

Druck hatte die Region auch aus der Regionsversammlung bekommen. Die beiden Regionsabgeordneten Rudolf Alker (SPD) und Oliver Brandt (CDU) setzten gemeinsam einen Brief an Jagau auf und stellten klar, dass beim Vergabeverfahren Transparenz herrschen müsse und ein Verkauf nicht ohne vorherige politische Willensbildung erfolgen könne.

Von Joachim Dege

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