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Burgdorf Kaufleute fürchten Konkurrenz am Stadtrand
Umland Burgdorf Kaufleute fürchten Konkurrenz am Stadtrand
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17:52 09.10.2018
Burgdorfs erste Einkaufsadresse: die Marktstraße in der Innenstadt. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf

Die Pläne des Investors Acribo, am Ostlandring größere Verkaufsflächen für Aldi, Deichmann, das Dänische Bettenlager und vor allem für das E-Center Cramer zu bauen, stellen nach Ansicht des Aktionskreises Einkaufsstadt Burgdorf (AKEB) eine erhebliche Gefährdung für die Burgdorfer Innenstadt dar. Damit die Innenstadt nicht ausblutet, hat die Stadt bereits 2007 ein Einzelhandelskonzept verabschiedet. „Das wird gerade aktualisiert, um die Entwicklungen außerhalb des Stadtkerns lenken zu können. In den nächsten Wochen beraten die politischen Gremien darüber“, kündigt Burgdorfs Wirtschaftsförderer André Scholz an.

„Der Aktionskreis möchte als Minimalziel zumindest eine Vergrößerung des Einkaufszentrums verhindern“, heißt es in der Einladung zu einem Diskussionsabend am Mittwoch, 10. Oktober. Acribo-Geschäftsführer Thorsten Kröger wird ab 20 Uhr in Wegeners Buchhandlung das Projekt Aue Süd – dazu gehören neben den größeren Einzelhandelsflächen 50 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, mehrere Gebäude für Dienstleister sowie eine Kindertagesstätte – vorstellen und mit den Kaufleute diskutieren. AKEB-Sprecher und Buchhändler Ulrich Wegener befürchtet vor allem, dass die Märkte am Ostlandring ihr Non-Food-Sortiment weiter ausbauen werden und damit den Einzelhändlern in der Innenstadt überlebenswichtige Marktanteile wegnehmen. „So benötigt Aldi nicht mehr Flächen für sein Lebensmittelsortiment, sondern für seine innenstadtrelevante Aktionsware“, kritisiert er.

In der Branchenpresse ist Wegener zudem auf einen Bericht gestoßen, nach dem die Cramer-Märkte mit der Mayerschen Buchhandlung aus Aachen einen kompletten Besorgungsservice mit Bestellungen via WhatsApp testen. Was das bedeutet, ist für Wegener klar: „Unter dem Deckmantel des Lebensmitteleinzelhandels entstehen in Burgdorfs Randbezirken nicht genehmigungsfähige Buchhandlungen.“ Diese Sorge sei zwar verständlich, aber unbegründet, sagt Junior-Chef Sebastian Cramer. „Seit drei bis vier Jahren bieten wir diesen Service bereits an, doch genutzt wird er kaum. Umsatz haben wir damit wenigstens noch nicht gemacht.“

Die Befürchtung, der Umzug des E-Centers von der Uetzer Straße an den Ostlandring, könnte der Innenstadt schaden, teilt Cramer nicht. „Lebensmittelprodukte sind unser Schwerpunkt, da wollen wir der Kompetenteste sein und mehr Umsatz machen. Am Ostlandring werden wir nicht mehr Non-Food-Artikel anbieten als derzeit an der Uetzer Straße.“ Im vergangenen Jahr war im Zuge des Marktumbaus die Verkaufsfläche für innenstadtrelevante Ware von 1500 Quadratmeter auf wenige Regale geschrumpft. Derzeit werden laut Cramer nur noch die Top-2o-Bücher der Bestsellerliste, einfache Haushaltsartikel wie Kochlöffel und eine kleine Auswahl an Schreibwaren verkauft.

„Uns liegt daran, dass die Innenstadt lebendig bleibt, schließlich leben wir selbst hier“, versichert der Juniorchef des Familienunternehmens, das zu den Gründungsmitgliedern des Stadtmarketingvereins zählt. „Wir können anhand unserer Geschäftszahlen bewerten, ob wir dem Innenstadthandel etwas wegnehmen, und das tun wir definitiv nicht.“

„Im Innenstadthandel haben wir einen relativ stabilen Zustand mit momentan nur noch wenigen Leerständen“, sagt Wirtschaftsförderer Scholz. „Trotzdem müssen wir aufpassen, was wir am Rande der Stadt zulassen und was nicht. Weil das so kompliziert ist, brauchen wir eine gutachtlicher Begleitung.“ Dieses Gutachten, das die Basis des Einzelhandelskonzepts bildet, erstellt das unabhängige Beratungsinstituts GMA für die Stadt. In dem Konzept werden die Versorgungsbereiche im Stadtgebiet konkretisiert. „Beim Acribo-Projekt stehen wir definitiv erst am Anfang des formalen Genehmigungsprozesses“, betont Scholz.

Von Anette Wulf-Dettmer

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