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Burgdorf Kinderschutzbund stellt neues Konzept vor
Umland Burgdorf Kinderschutzbund stellt neues Konzept vor
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18:54 27.02.2019
Der Kinderschutzbund stellt neues Konzept vor. Mitgestaltet haben es Marlies Kroetsch (von links) vom Landesverband, Projektmanagerin Annegret Lange-Kreutzfeldt und Vorsitzende Heidi Mikoleit. Quelle: Lisa Neugebauer
Burgdorf

Mit Kindern reden statt über sie – dies gilt gemeinhin in vielen Einrichtungen als selbstverständlich. Doch mitunter klafft zwischen Theorie und Wirklichkeit eine Lücke, die der Kinderschutzbund Burgdorf nun mit einem eigenen Konzept schließen möchte. Es umfasst neun Punkte auf 15 Seiten, die den Mitarbeitern in unterschiedlichen Einrichtungen, aber auch den Ehrenamtlichen als Leitfaden für das tägliche Handeln dienen sollen.

Gut 18 Monate haben die Vorsitzende Heidi Mikoleit und Projektmanagerin Annegret Lange-Kreutzfeldt mit ihren Mitstreitern an dem Konzept gearbeitet, das auf der UN-Kinderrechtskonvention, aber auch dem Gesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen fußt. „Daraus wollen wir Standards entwickeln, wie Kinder und Jugendliche zu ihrem Recht kommen“, sagt Lange-Kreutzfeldt und spricht zugleich von einem Prozess, in den die wachsende Zahl der Mitarbeiter einbezogen werden soll. „Mitunter merken wir, dass jemand ein Kind anders anspricht, als wir es uns vorstellen“, nennt sie ein Beispiel. Dafür solle das Konzept ebenso als Handlungsrichtlinie dienen wie für die Frage, bei welchem Elternteil ein Kind leben möchte oder ob es eine andere Betreuungsform wünscht. „Nicht nur Mütter und Väter haben Rechte, sondern auch Kinder“, sagt sie.

Um das Einbeziehen der Jüngsten und das Abfragen ihrer Bedürfnisse gehe es aber auch im Alltag: So hätten sich Kinder im Spieltreff immer ungern wickeln lassen. „Wir haben also die Bedingungen verändert mit einem Wickeltisch, auf den sie dank einer Leiter selbst klettern können“, sagt die Projektmanagerin. Das Ergebnis sei, dass die Jungen und Mädchen nun selbstständig zeigen können, wann sie eine neue Windel benötigen.

Etwa 100 Personen haben das Konzept entwickelt, darunter Mitarbeiter aller Burgdorfer Kinderschutzbund-Projekte, Ehrenamtliche und Mitglieder des Vorstands. In regelmäßigen Seminaren und Treffen kamen sie zusammen, tauschten sich aus und diskutierten über den Umgang mit den teilweise sensiblen Themen. Die Vorsitzende Heidi Mikoleit ist deshalb hörbar stolz: „Es bewegt mich sehr, dass wir damit Kindern einen Schutz in unseren Einrichtungen sicherstellen können.“

Marlies Kroetsch vom Landesverband begleitete das Projekt. Burgdorf sei der erste Ortsverband, der diese Form der Qualitätssicherung angegangen sei und „mit Biss und Durchhaltevermögen“ zu Ende gebracht habe. „Es war eine große Herausforderung, alle Beteiligte mitzunehmen“, sagt Kroetsch. „Jetzt steckt in dem Konzept 100 Prozent Burgdorf.“ Mitarbeiter hätten damit einen selbst entwickelten Leitfaden zum Umgang mit Kindern und untereinander.

„Ich stehe dafür, dass das Papier auch gelebt wird“, sagt die Vorsitzende Mikoleit. Neue und alte Mitarbeiter würden nun mit dem Kinderschutzkonzept vertraut gemacht werden. „Ich würde mir wünschen, dass auch Einrichtungen der Stadt oder andere Ortsverbände das Konzept übernehmen.“ Viele würden sich ganz selbstverständlich für den Schutz von Kindern aussprechen. Das Konzept gebe einem aber auch das ’Wie’ an die Hand und sorge für Transparenz: „So können wir Kinder stärken und verteidigen.“

Von Lisa Neugebauer

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