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Burgdorf Kundgebung für Demokratie findet doch statt
Umland Burgdorf Kundgebung für Demokratie findet doch statt
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00:20 18.02.2019
Dieter Rohles ist Initiator der geplanten Kundgebung "Burgdorf steht auf". Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Die von dem Ruheständler und Mehrgenerationenhaus-Gründer Dieter Rohles seit Herbst vergangenen Jahres partei- und organisationsübergreifend vorbereitete Kundgebung für Demokratie, soziales Miteinander und eine offene Gesellschaft stand bis zuletzt auf der Kippe. Jetzt kann sie offenbar doch stattfinden. Und zwar drei Tage vor der Bürgermeister- und Europawahl am geschichtsträchtigen 23. Mai, dem 70. Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes. Schirmherr und Hauptredner ist der frühere Oberbürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg.

Grundgesetz steht im Mittelpunkt der Kundgebung

Burgdorf steht auf“ ist die Privatinitiative von Rohles überschrieben, der sich nach seiner Darstellung inzwischen alle großen Organisationen und Vereine in der Stadt angeschlossen haben. Nicht nur das Mehrgenerationenhaus, das Rohles mit ins Leben rief, sondern auch die mitgliederstarken Sportvereine TSV, Heesseler SV, SV Ramlingen-Ehlershausen und der Burgdorfer Golfklub spielen mit. Mit von der Partie sind auch Amnesty International, der Kinderschutzbund, der Nachbarschaftstreff am Ostlandring, das Frauen- und Mütterzentrum, das Bündnis für Familien, der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November, die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Seniorenrat und der Sozialverband. Ihre Unterstützung zugesagt haben Bürgermeister Alfred Baxmann, die katholische St.-Nikolaus-Gemeinde und der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Burgdorf.

„Ein besserer Tag als den Grundgesetzgeburtstag lässt sich für eine solche Demonstration nicht finden“, sagt Rohles. Die im Grundgesetz verankerten Werte würden deshalb die Veranstaltung inhaltlich prägen. „Burgdorf steht auf“ wolle eintreten für Meinungsfreiheit, für ein Europa der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit, für ein solidarisches und soziales Miteinander, für das Recht auf Schutz und Asyl, eine freie und vielfältige Gesellschaft und die Würde jedes Menschen. Adolf W. Pilgrim, Vorsitzender des Sozialverbands, begründet die Teilnahme seines Verbands mit dem Wunsch, dem zunehmend angekratzten Image der Demokratie wieder zu mehr Ansehen in der Gesellschaft zu verhelfen: „Wir wollen dafür sensibilisieren, dass man etwas tun muss, um die Demokratie zu erhalten.“

Bis zuletzt war unsicher, ob die Kundgebung überhaupt würde stattfinden können. Nach Informationen dieser Zeitung hatten einige Akteure Bedenken wegen der Nähe zum Wahltermin und der Verstrickung von Beteiligten in die Kita-Affäre. Deshalb sei die mittlerweile veränderte Rednerliste auch noch nicht vollständig, sagt Rohles, der die Schirmherrschaft und Rede von Herbert Schmalstieg allerdings als gesichert ausgibt. Vorgesehen als mögliche Hauptrednerin war ursprünglich Landessuperintendentin Petra Bahr. Sie hat erst am Donnerstag dieser Woche abgesagt, weil sie mit dem Bischofsrat und Landesbishof Ralf Meister am Grundgesetzgeburtstag in Leeds weilen wird, um dort bei der Partnerkirche ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen angesichts des möglichen Brexits.

Unteilbar-Demo in Berlin dient als Vorbild

„Wir wollen stellvertretend für viele Menschen auf dem Lande Flagge zeigen gegen Angriffe auf die Menschenrechte, den Rechtsstaat und die Religionsfreiheit“, sagt Rohles, der sich für seine Initiative von der Unteilbar-Demo im vergangenen Oktober in Berlin inspiriert fühlte. Rohles rechnet mit mindestens 300 Versammlungsteilnehmern: „Wir hoffen aber auf 500.“ Der Platz sei für den Tag bei der Stadt bereits reserviert. Auch die Polizei sei schon informiert. Funk und Soul steuere die achtköpfige Burgdorfer Coverband Elephant Walk bei. Die Kundgebung beginnt um 17 Uhr.

Von Joachim Dege

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