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Burgdorf Angeklagter: „Es war ein Riesenfehler“
Umland Burgdorf Angeklagter: „Es war ein Riesenfehler“
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18:09 03.12.2018
Die römische Göttin Justitia gilt als Wahrzeichen und Symbol der Justiz und der Gerechtigkeit. Quelle: Symbolbild (dpa)
Burgdorf

Mit einem nicht alltäglichen Fahrraddiebstahl hat sich das Amtsgericht am Montagvormittag befassen müssen. Ungewöhnlich schon deshalb, weil nicht der Dieb, sondern nur ein Profiteur des Diebstahls sich auf der Anklagebank wiederfand. Der Angeklagte war mit dem seiner Meinung nach herrenlosen Rad gefahren, was ihm eine Geldstrafe von 400 Euro eintrug.

Opfer des Diebstahls war die Frau eines Gymnasiallehrers, der im Zeugenstand schilderte, wie sich alles zugetragen hatte. Er hatte seiner Frau das hochwertige Zweirad zum Geburtstag geschenkt, was erklärt, weshalb die Frau an Fahrrad hängt. Als sie den Diebstahl entdeckte, meldete sie diesen der Polizei, hörte eine Weile lang nichts mehr und erwarb darum ein neues Bike. Im Mai, bei einer Tour durch die Stadt auf dem neuen Rad, geschah das Unglaubliche. Ein Fremder überholte sie auf ihrem geliebten Fahrrad. Sie nahm prompt die Verfolgung bis in die Nordstadt auf, wo sich die Spur des Unbekannten zunächst verlor. Die Frau gab nicht auf, begab sich mit ihren Mann erneut auf die Suche, durchkämmte auch die Hinterhöfe an der Blücherstraße. Und siehe da: Dort stand das inzwischen arg ramponierte Fahrrad.

Das Ehepaar schloss es ab, zog sich dann zurück und rief die Polizei. Noch während beide an einer Hausecke in der Nähe warteten, radelte der Angeklagte auf dem Rad an ihnen vorbei. Die Polizei hatte schnell heraus, um wen es sich handelte: Um einen alten Bekannten, der in seinen 29 Lenzen wenige Straftaten ausgelassen hat und nach einem Gefängnisaufenthalt noch unter Bewährung steht. Grund genug, warum es die Staatsanwaltschaft nicht beim Strafbefehl beließ, sondern es zur öffentlichen Hauptverhandlung kam.

Im Gerichtssaal räumte der Angeklagte ein, dass er ohne Erlaubnis der Eigentümerin auf deren Rad geradelt sei – eine Straftat. Er habe aber angenommen, es gehöre einem seiner Nachbarn, so sagte er aus und entschuldigte sich mehrfach bei der Geschädigten: „Das war ein Riesenfehler.“ Und er versicherte, dass nicht er es war, der den Diebstahl beging. Wer es war, konnte die Polizei nicht ermitteln. Nur so viel: Die Personenbeschreibung des Täters passt nicht auf den Angeklagten, dem Strafrichterin Stephanie Rohe einschärfte, dass er fortan mehr Respekt vor dem Eigentum anderer an den Tag legen solle.

Von Joachim Dege

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