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Burgdorf Mehrheit der Jugend will sich engagieren
Umland Burgdorf Mehrheit der Jugend will sich engagieren
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17:43 26.09.2018
Horst Gohla hilft Jugendlichen in der Stadt dabei, sich für ihre Interessen selbst ins Zeug zu legen. Quelle: Sandra Köhler (Archiv)
Burgdorf

Viele Jugendliche in der Stadt würden sich gern kommunalpolitisch engagieren oder sich gegenüber Rat und Stadtverwaltung für die eigenen Belange einsetzen. Doch sie wissen nicht, wie sie es anstellen sollen. Das ist das Ergebnis einer noch nicht abgeschlossenen Umfrage, das Jugendhausleiter Horst Gohla jetzt im Jugendhilfeausschuss des Rates vorgestellt hat.

Die Umfrage angeschoben hat eine von Gohla mit 15 Jugendlichen im Jugend- und Kulturhaus JohnnyB. gebildete Arbeitsgruppe, nachdem zunächst die Junge Union und später alle Jugendorganisationen der Parteien im Schulterschluss vom Rat die Einrichtung eines Jugendparlaments beziehungsweise einer Jugendvertretung gefordert hatten. Um herauszufinden, was Jugendliche jenseits von Parteiinteressen wollen, stellte der Jugendhilfeausschuss vor einem Jahr 3000 Euro für den Entscheidungsprozess bereit und beauftragte Jugendhausleiter Gohla damit, den Jugendlichen zur Hand zu gehen. Das Umfrageergebnis ist jetzt eine erste Rückmeldung an die Kommunalpolitiker.

Gohla und Mitglieder der Arbeitsgruppe besuchten im Frühsommer Gymnasium und Realschulen und befragten dort mithilfe von Fragebögen 741 Schüler nach ihren Befindlichkeiten. Auf die Frage „Würdest Du Dich politisch engagieren?“ setzte es 290-mal ein Ja. 250 lehnten das ab, 87 gaben keine Antwort. Von den 290 potenziell politisch Interessierten zeigten 37 namentlich bekannte Jugendliche ein so ernsthaftes Interesse, dass Gohla mit diesen nun weiterarbeiten will. Womöglich werden es noch mehr. Denn nach den Herbstferien wollen Gohla und seine Arbeitsgruppe auch IGS-Schüler befragen und zudem alle minderjährigen Azubis anschreiben.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist laut Gohla, dass viele Jugendliche offenbar keine rechte Vorstellung davon haben, was politisches Engagement bedeutet und welche Möglichkeiten sie zur Einflussnahme besitzen. Viele, so hätten die Antworten außerdem aufgezeigt, wüssten außerdem nicht, welche Angebote es für Jugendliche in der Stadt bereits gibt. Es sei also Aufklärungsarbeit notwendig.

Wie das Wissen an die Jugendlichen gebracht werden kann, müssten sich die Jugendlichen in der nach der Umfrage erweiterten Arbeitsgruppe nun selbst erarbeiten. Gohla will der Gruppe anbieten, mit ihnen nach Wennigsen zu fahren, um mit Vertretern des dort bereits eingerichteten Jugendparlaments ins Gespräch zu kommen. Denkbar sei auch eine Informationsveranstaltung in Form einer sogenannten Kickoff-Party.

Parallel tourt das Jugend- und Kulturhaus JohnnyB. ab November mit einer interaktivem Ausstellung durch die Schulen, um aufzuzeigen, was Jugendliche für Jugendliche tun können. So werde das Jugendhaus etwa über die Ausbildung zum Jugendleiter informieren. Die Angebote der Jugendhäuser, Vereine und Verbände würden dargestellt sowie ein Angebot zur Mitgestaltung der Hallenfreibads unterbreitet, kündigte Gohla an.

INFO: Jugendliche, die zu der Arbeitsgruppe zwecks Vorbereitung einer Jugendvertretung stoßen wollen, können sich im Jugend- und Kulturhaus JohnnyB. melden unter Telefon (05136) 3693 und per E-Mail an johnnyb-burgdorf@web.de.

Von Joachim Dege

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