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Burgdorf Mit Mieterführerschein zur eigenen Wohnung
Umland Burgdorf Mit Mieterführerschein zur eigenen Wohnung
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15:49 03.07.2018
Imke Fronia hat den Mieterführerschein entwickelt - jetzt will sie das Projekt in der ganzen Region etablieren. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Wie lüfte ich meine Wohnung richtig? Auf welchem Weg finde ich überhaupt eine Wohnung? Und worin besteht der Unterschied zwischen einer Haftpflicht- und einer Hausratversicherung? Antworten auf diese und ungezählte andere Fragen erhalten Teilnehmer des Kurses „Mieterführerschein“, den Imke Fronia vom Diakonieverband Hannover-Land entwickelt hat. Am Ende des vierwöchigen Seminars erhalten die Frauen und Männer ein Zertifikat – vorausgesetzt, sie haben alle Unterrichtseinheiten besucht. Dieses Zertifikat, das sie Vermietern vorlegen können, soll ihnen die Wohnungssuche erleichtern.

Die Idee für das Projekt stamme von der Flüchtlingsarbeit in Papenburg, sagt Fronia, die das Konzept entwickelt hat. Dabei griff diese auch auf die Behindertenhilfe in Nordrhein-Westfalen zurück, die damit ihre Schützlinge bei der Wohnungssuche unterstützt. Fronia, bei der Diakonie für die Flüchtlingsarbeit verantwortlich, erstellte ein Vier-Stufen-Programm. Die erste Einheit sieht grundlegendes Wissen wie Einnahmen und Ausgaben vor, es enthält wenige Worte, dafür aussagekräftige Symbole. Es geht zudem um Wohnungsbesichtigungen, Mietvertrag inklusive Kaution, Rechte und Pflichten eines Mieter.

In der zweiten Einheit geht es um die Hausordnung und Ruhezeiten, Putzplänen und die Frage, wie sie Konflikte mit Nachbarn und Vermieter vermeiden. „Das üben wir anschaulich in Rollenspielen“, berichtet Fronia. Lebenspraxis enthält auch der dritte Part, wenn die Teilnehmer lernen, wie sie elektrische Geräte wie Staubsauger, Waschmaschine und Spülmaschine bedienen – möglichst effizient, um Energie und Wasser zu sparen. Und nicht zuletzt erfahren sie, wie sie Müll vermeiden beim Einkaufen und Lebensmittel kühlen. Der Kurs endet damit, dass das richtige Lüften und Heizen geübt wirdn. „Und ich erkläre, wie Müll sortiert werden muss“, sagt Fronia. Der Inhalt der jeweiligen Einheiten stehe zwar fest, „aber es kommen auch immer neue Aspekte hinzu“.

So habe sie in Gesprächen erfahren, dass einige die Wohnung oder den Balkon als Grillplatz nutzen und damit den Rauchwarnmelder auslösen. Deshalb findet sich dieser Passus nun im neuen Schulungsprogramm, das Fronia gemeinsam mit Nadiya Dorkhova vom Verein Migranten für Agenda 21 vorträgt. Bislang haben beide 30 Frauen und Männer in Burgdorf, Lehrte und Sehnde geschult – in Uetze steht der Kurs demnächst auf dem Programm. Maximal zehn Teilnehmer kann Fronia aufnehmen, die Auswahl trifft sie mit den lokalen Flüchtlingsinitiativen. „Denn wir haben schon erste Wartelisten.“

Fronia und ihre Mitstreiter haben bei der Region einen Personalkostenzuschuss beantragt – um mehr Schulungen anbieten und um die Bewohner in ihrem neuen Zuhause besuchen zu können. „Mit der Nachsorge unterstützen wir die Vermieter“, sagt sie. Zugleich biete diese die Chance, Probleme frühzeitig zu erkennen. „Wenn wir sehen, dass ein Nachtspeicherofen unglaublich viel Energie verbraucht, dann können wir eingreifen, um Schulden zu vermeiden“, nennt sie ein Beispiel.

Mit dem Projekt „Der Weg in die eigene Wohnung“ geht Imke Fronia verstärkt in die Öffentlichkeit. Am Mittwoch, 4. Juli, ist sie mit einem ehemaligen Teilnehmer ab 21 Uhr bei Radio ffn zu Gast und stellt es vor. Im Anschluss beantworte eine Kollegin an der Hotline die Fragen der Zuhörer.

Von Antje Bismark

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