Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgdorf Totalunternehmer soll neue IGS bauen
Umland Burgdorf Totalunternehmer soll neue IGS bauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:11 05.12.2018
Die IGS platzt aus den Nähren und braucht dringend einen Neubau. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Geht es nach den Bau- und den Schulpolitikern im Rat, ist die Sache geritzt: Die Stadt soll mit dem millionenschweren IGS-Neubau in der Nordstadt einen Totalunternehmer betrauen. Dieser soll der Kommune die Planung, den Bau und gegebenenfalls auch die Zwischenfinanzierung abnehmen – zum vorher vereinbarten Festpreis und Fertigstellungstermin.

Ein Totalunternehmer könne den Bau um bis zu zwei Jahre schneller errichten. Und zudem erheblich günstiger, als es die Stadt vermag, wenn sie jedes Gewerk einzeln ausschreibt. Diese Argumente der Bauverwaltung, gestützt von den Erfahrungen des mit auf diese Weise realisierten Bauprojekten vertrauten Beratungsbüros SIKMa aus Achim, verfingen bei den Politikern. In getrennten Abstimmungen gaben sowohl der Bauausschuss als auch der Schulausschuss jeweils einstimmig grünes Licht dafür, dass es die Stadt mit einem Totalunternehmer versuchen soll.

Einzig Ratsherr Michael Fleischmann (Die Linke), der im Bauauschuss zwar ein Rede- aber kein Stimmrecht besitzt, sprach sich dagegen aus. Er warnte: Ein solches Konsortium unter Führung eines Bauunternehmens sei der Stadt juristisch himmelweit überlegen und werde sich jeden Ausschreibungsfehler vergolden lassen, sodass es nicht zu den erhofften Einsparungen kommen werde.

Laut einer von SIKMa erstellten Wirtschaftlichkeitsuntersuchung würde der Bau, so ihn ein Totalunternehmer errichtet, zwischen 48 Millionen Euro und 53 Millionen Euro kosten. Baute die Stadt in Eigenregie, fielen Kosten in Höhe von 57 Millionen Euro an. Zehn Prozent der Bausumme entfielen auf die Oberstufe, sollte die Stadt eine solche einrichten. Vorteile hätte die Stadt auch bei der Bauzeit, und zwar um bis zu zwei Jahre: Mit einem Totalunternehmer könnte der IGS-Bau 2024 bezugsfertig sein, andernfalls erst 2026.

Bevor die Kommunalpolitiker vor einer Rekordkulisse im Ratssaal ihre weitreichende Entscheidung trafen, schworen Bauamtsleiter Andreas Fischer und SIKMa-Geschäftsführer Michael Werner diese auf das Totalunternehmer-Modell ein: Die Stadt habe nur einen einzigen Auftragnehmer, der zwölf bis 18 Prozent wirtschaftlicher bauen könne als die Stadt. Würde dieser auch die Zwischenfinanzierung übernehmen, gebe es kein Insolvenzrisiko. Dazu komme die Kostensicherheit: Bezahlt werde nur, was die Stadt bestellt. Um bei der Bestellung hinreichend genau zu sein und keine kostenintensiven Nachbesserungen zu riskieren, will sich die Stadt einen Rechtsberater nehmen und einen sogenannten Projektsteurer mit der Leistungsausschreibung und später auch mit dem Baucontrolling beauftragen. Frühestens 2020 könnte dann der Auftrag für einen Totalunternehmer europaweit ausgeschrieben werden, sagte Fischer.

Von Joachim Dege

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Noch ist offen, ob die IGS eine Oberstufe bekommt. Befürworter und Gegner liefern sich im Schulausschuss des Rates einen fünfeinhalbstündigen Schlagabtausch. Bei der Abstimmung reicht es nur zum Patt.

08.12.2018

Der Virusbefall der Rathaus-Computer ist beseitigt. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind zumindest eingeschränkt wieder arbeitsfähig.

08.12.2018

Mit dem sogenannten Zetteltrick haben zwei Diebe eine Frau auf einem Parkplatz am Ostlandring übertölpelt, deren EC-Karte erbeutet und dann Geld von ihrem Konto abgehoben.

05.12.2018