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Burgdorf Rollt eine Güterzug-Lawine auf Burgdorf zu?
Umland Burgdorf Rollt eine Güterzug-Lawine auf Burgdorf zu?
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18:29 11.10.2018
Am Bahnübergang in Otze hat die Bürgerinitiative Otze Schiene bei ihren jährlichen Zählaktionen bereits bis zu 234 Züge, darunter 158 Güterzüge, pro Tag gezählt. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf/Lehrte

Rollen möglicherweise in wenigen Jahren weitaus mehr Güterzüge durch die Stadtgebiete von Burgdorf und Lehrte als bislang vom Bundesverkehrsministerium prognostiziert? Eine aktuelle Mitteilung des Projektbeirats Alpha E, der die Planungen für den Ausbau des Schienennetzes für den Gütertransport von den Häfen an der Nordsee bis in den Region Hannover begleitet, lässt zumindest diesen Schluss zu. Wegen der Brisanz dieser Entwicklung für Burgdorf wird Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann den Ratsausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr kurzfristig informieren.

Die öffentliche Ausschusssitzung beginnt am Dienstag, 16. Oktober, um 17 Uhr im Rathaus II. Bis dahin will Brinkmann mehr über die nach seinen Worten „sehr unübersichtliche Lage“ in den Planungsgremien erfahren. „Es geht darum herauszufinden, was dort eventuell schiefläuft und ob das Auswirkungen auf Burgdorf, Lehrte und Sehnde hat und wenn ja welche“, sagt Brinkmann auf Anfrage dieser Zeitung.

Der Projektbeirat Alpha E will erfahren haben, dass die Deutsche Bahn hinter verschlossenen Türen über den Bau eines zusätzlichen Gleises von Ashausen im Süden Hamburg bis Celle berät. Die Folge wäre eine Viergleisigkeit von Ashausen über Lüneburg bis Uelzen und von dort eine Dreigleisigkeit bis Celle. Da liegt die Vermutung nahe, dass ab Celle auch mehr Güterzüge durch Ehlershausen, Otze, Burgdorf, Aligse bis Lehrte fahren. Die im Dialogforum Schiene Nord – in ihm saßen Kommunen, Bürgerinitiativen und Bahn – vereinbarte Alpha-E-Trasse sieht keine Vier- bzw. Dreigleisigkeit vor.

„Mit einem solchen Vorgehen setzt die Deutsche Bahn ihre Glaubwürdigkeit bei den Menschen zwischen Hannover, Hamburg und Bremen aufs Spiel, und Beteiligungsprozesse wie das Dialogforum werden ad absurdum geführt“, erklärt ein Beiratssprecher. „Ein zusätzliches Gleis ist mit uns nicht zu machen“, lautet die unmissverständliche Botschaft des Projektbeirats, der darüber wachen soll, dass die im Dialogforum vereinbarten Bedingungen zum Schutz der betroffenen Menschen an den Güterzugstrecken umgesetzt werden. Für Armin Goldbach von der Bürgerinitiative Otze Schiene ist klar: „Kämen neue Gleise, dann wäre die Geschäftsbasis des Dialogforums hinfällig.“

Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung, dass es Ende September einen Termin beim Bundesverkehrsministerium mit dem Projektbeirat, den Bundesländern, der Bahn und dem vom Bund bestellten Gutachter gab. „Kernpunkt der Diskussion war die Verkehrsentwicklung auf der Schiene.“ Die Zahlen die auf den Tisch kamen, sollen beim Land Niedersachsen und beim Projektbeirat zu Protesten geführt haben, weil der Verkehr so stark zunimmt, dass die bisher geplanten Gleise nicht ausreichen sollen, berichtet der Bahnsprecher.

Das niedersächsische Verkehrsministerium erklärt dazu auf Anfrage, es gebe keine Hinweise auf Veränderungen der bisher vom Bund kommunizierten Zugzahlen zwischen Celle und Lehrte ab 2030 – ohne Alpha E 175 Güterzüge täglich, mit dem Ausbau 39 mehr. „Für die Landesregierung gibt es dementsprechend bislang keinen Anlass, den Umfang der Ausbaumaßnahmen, die aus dem Dialogforum hervorgegangen sind, infrage zustellen.“

Von Anette Wulf-Dettmer

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