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Burgdorf Verein plant neue Projekte für Rumänien
Umland Burgdorf Verein plant neue Projekte für Rumänien
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14:42 09.01.2019
Wolfgang Gerts (links) und Günther Heinken planen neue Aktionen für das Projekt "Ein Haus für Morgen". Quelle: Antje Bismark
Ehlershausen/Hemmingen

Gerade liegt ein Vierteljahrhundert intensiver Arbeit für das Projekt „Ein Haus für Morgen“ hinter Wolfgang Gerth aus Ehlershausen und Günther Heinken aus Hemmingen – da planen die Aktiven des Vereins Rumänien-Arbeitsgruppe Hemmingen (RAGH) bereits neue Projekte. „Wir haben bereits viel erreicht, aber es bleibt immer noch viel zu tun“, fasst Heinken die Erfahrung der vergangenen 25 Jahre zusammen.

Den Anstoß für das Projekt rund um die Stadt Christuru Seculesc (Keresztur) gab zu Beginn der Neunziger Jahre ein Besuch von Wolfgang Gerts und seiner zweiten Ehefrau Martina, die mit einer Adoption rumänischen Waisenkindern ein neues Zuhause geben wollten. „Die Zustände in dem Heim, das wir besucht haben, hatten uns erschüttert“, erinnert sich der Ehlershausener. Er berichtet von bis zu 30 Kindern, die zum Teil in Dreifachbetten übereinander in einem Saal schlafen mussten, von abgedunkelten Zimmern, in denen die Jungen und Mädchen zwischen drei und 18 Jahren die Tage in den Betten verbrachten, von fehlender Perspektive.

Der Gedanke an die Kinder – im ungarisch-sprachigen Teil Rumänien geboren und aufgewachsen – ließ das Paar nicht mehr los, auch nach einer erfolgreichen Adoption von zwei Kindern nicht. Sie adoptierten im Laufe der nächsten Jahre zwei weitere Kinder, sie kurbelten nach ihrer Rückkehr vor allem aber eine breit angelegte Hilfe an. „Ich war damals Pastor in Hemmingen und habe viele Mitstreiter finden können“, sagt Gerts. Die Idee, sagt Heinken, lehnte sich an das Konzept der SOS-Kinderdörfer an: Ein Ehepaar sollte sich in einem Familienhaus um sechs bis acht Kinder kümmern, unterstützt unter anderem durch eine Hauswirtschafterin. Die Personalkosten sollte der rumänische Staat übernehmen, die Investitionen wollten die Helfer tragen.

Spenden helfen Familienhäusern und Nachmittagsschule

Sie gründeten dafür den Verein Rumänien-Arbeitsgruppe Hemmingen (RAGH) und den Partnerverein Ház a Holnapért. Mehr als 50 Jungen und Mädchen haben auf diese Weise in den vergangenen Jahren eine Heimat gefunden, denn Gerts und Heinken sowie ungezählte Mitstreiter schufen bis heute fünf Familienhäuser. Ohne Korruption hätten sie alle Vorgaben erfüllen und letztlich die Gebäude errichten können, sagt Heinken – Stolz schwingt mit über das Erreichte. Denn hinter den schlichten Zahlen verbergen sich ungezählte Sitzungen und Gespräche mit Verwaltungsbeamten und Politikern, Hilfe von Dolmetschern und Menschen rund um Hemmingen und Ehlershausen, die ihr Geld spendeten im Vertrauen darauf, dass es in Siebenbürgen gut angelegt ist.

Dort haben die Ehrenamtlichen auch eine Nachmittagsschule für Roma-Kinder eingerichtet, in der sie neben Nachhilfe in Schreiben und Rechnen auch wichtige Verhaltensregeln fürs Leben lernen. „Ohne die Schule hätten viele der Jungen und Mädchen keine Chance auf einen regulären Schulbesuch“, sagt Gerts, der sich zudem im Bundesverband Adoptiveltern und intensiv als Obmann der Posaunenchore Niedersachsen engagiert.

Im zurückliegenden Jahr stand der 25. Gründungstag des Vereins im Mittelpunkt, nun richten alle den Blick auf die nächsten Vorhaben. „Wir möchten die Räume der Nachmittagsschule besser ausstatten“, sagt Heinken und weist darauf hin, dass der Rotary-Club Calenberg-Pattensen mit einer großen Spende bereits eine erste Sanierung ermöglicht hat. Außerdem wünscht sich der Verein, dass ein Zirkusprojekt – angeschoben und am Leben erhalten von dem Braunschweiger Arzt Johannes Leonhardt – neue Impulse erhält. „Es wäre gut, wenn die Kinder aus Rumänien, die dort im Zirkus üben, einmal für eine Woche nach Deutschland kommen und hier mit dem Kinderzirkus Salto trainieren und auftreten können“, sagt er und ergänzt, dass diese Summe in den nächsten Monaten angespart werden soll.

Information: Über die Arbeit des Vereins informieren Günther Heinken unter Telefon (0176) 78343986 oder Johannes Leonhardt per E-Mail johannes_leonhardt@yahoo.de Weitere Informationen finden Interessierte auch unter www.ragh.de im Internet.

Seit einem Vierteljahrhundert kümmern sich Ehrenamtliche aus Hemmingen und aus Ehlershausen um Waisenkinder in Rumänien – davon zeugen neue Familienhäuser, eine Nachmittagsschule und Akrobatik.

Von Antje Bismark

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