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Burgdorf Schulen sollen das Energiesparen lernen
Umland Burgdorf Schulen sollen das Energiesparen lernen
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00:20 12.09.2018
Burgdorfs neuer Klimaschutzmanager will die Schulen dazu bringen. Energie einzusparen. Quelle: Joachim Dege
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Burgdorf

Was Lehrte, Burgwedel und Iserhagen können, das könne Burgdorf auch, gibt sich Alexander Woywode überzeugt. Der neue Klimaschutzmanager der Stadt ist gerade einmal fünf Monate im Amt. Schon hat er sich ein ehrgeiziges Projekt vorgenommen, an dem sein Vorgänger noch scheiterte. Er will die Schulen dazu bringen, Energie einzusparen: Fünf bis zehn Prozent weniger Strom, weniger Wasser und weniger Gas – das sei realistisch, sagt der 28-Jährige.

„Energiesparmodell für Schulen“ heißt das aktuelle Projekt von Woywode, der an der Technischen Hochschule in Aachen seinen Bachelor und seinen Master im interdisziplinär angelegten Fach Georessourcenmanagement ablegte und anschließend während eines viermonatigen Praktikums bei einem namhaften Forschungsinstitut in Berlin das Bundesumweltamt bei mehreren Energieeffizientprojekten beriet.

Vor dicken Brettern jedenfalls schreckt der Mann nicht zurück. Die Ratsgremien hat er bereits überzeugt, dass es den Stadtsäckel spürbar schont, wenn die Schulen das Energiesparen für sich entdecken. Zurzeit tingelt Woywode von Schule zu Schule, um Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn nur wenn die Schulen mitspielen, geht was.

Das Konzept sieht vor, dass die Schulen ein, zwei Kinder pro Klasse zu Energiemanagern ausbilden. Jede Schule bildet überdies ein sogenanntes Energie-Team, in dem sich die Energiemanager aus den Klassen mit einem projektverantwortlichen Lehrer und dem Hausmeister kurzschließen und austauschen. Die Teams organisierten jährlich einen Energierundgang durch ihre Einrichtung, begleitet von der Gebäudewirtschaftsabteilung der Stadt und einem externen Energieberater. So könne erreicht werden, dass Sparpotenziale schneller realisiert werden könnten. Von Fachleuten geleitete Workshops sorgen dafür, dass alle Beteiligten das erforderliche Knowhow erhalten.

Die Schulhausmeister sind bei der Stadt beschäftigt und nehmen eine Schlüsselrolle ein. Sie kümmern sich um die Regulierung der Heizungen und das systematische Lüften der Gebäude. Ihnen hat Woywode Besuche abgestattet und für sein Energiesparmodell geworben. Aktuell sind die Lehrer an der Reihe. Nur wenn er auch sie für seine Sache gewinnt, wird ein Schuh daraus. In der Grundschule in Otze nahm Woywode unlängst teil an einer Dienstbesprechung des Kollegiums. Er will dort auf offene Ohren gestoßen sein. Diese Woche habe er Termine mit der Astrid-Lindgren-Grundschule in der Weststadt und der Gudrun-Pausewang-Grundschule in der Südstadt. Er habe festgestellt, dass ein schonender Umgang mit den Ressourcen in den Leitbildern aller Schulen verankert sei. Es gehe ihm auf seiner Werbetour auch darum, deutlich zu machen, dass das Projekt kaum Mehrarbeit bedeute.

Die Stadt erstellt Jahr für Jahr aufs Neue ein sogenanntes Energiemonotoring, um festzustellen, wo wie viel Energie verbraucht wird. 60 Prozent des Wärmebedarfs aller städtischen Gebäude gingen auf das Konto der Schulen, sagt Woywode. Deshalb liege es nahe, dort anzufangen, um fünf bis zehn Prozent des Energiebedarfs im Jahr einzusparen. So groß schätzt der Fachmann den möglichen Nutzen seines Energiesparmodells ein. Dass das klappen kann, habe nicht nur die Gemeinde Isernhagen vorgemacht. Die Nachbarkommune führe das Projekt inzwischen auch ohne öffentliche Förderung fort.

Tasächlich fördere der Bund die Einführung eines Energiesparmodells in den Schulen mit 90 Prozent der Kosten. Die veranschlagt Woywode mit rund 70.000 Euro für drei Schuljahre. An der Stadt blieben somit noch 7000 hängen. Geld, das die Stadt an besonders engagierte Schulen als Prämien auszahlen will. Das Prämienmodell könne dazu motivieren, die Einsparziele zu erreichen. Die Schulen könnten das Geld für Anschaffungen verwenden, für die ihnen sonst die Mittel fehlten, sagt Woywede, der auf einen Projektstart im nächsten Jahr hofft.

Von Joachim Dege

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