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Burgdorf Sendung mit der Maus kommt in Tageswohnung
Umland Burgdorf Sendung mit der Maus kommt in Tageswohnung
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15:57 05.07.2018
Nicole Grave (von links), Alryn Zarske, Holger Hornbostel, Wolfgang Gärtner, Barbara Ensinger und Angelika Obst freuen sich über Unterstützung für die Tageswohnung. Quelle: Antje Bismark
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Burgdorf

 „Türen auf“ – heißt es am Mittwoch, 3. Oktober, in der Tageswohnung an der Mühlenstraße. Die Einrichtung für Wohnungslose beteiligt sich an diesem Feiertag erstmals an der gleichnamigen Aktion, die die „Sendung mit der Maus“ bundesweit organisiert.

Mit der Teilnahme will sich das fünfköpfige Team den Menschen in der Region, vor allem den Schülern, vorstellen, wie Alryn Zarske sagt. Sie koordiniert den Tag gemeinsam mit Holger Hornbostel, parallel dazu bereitet sie für die Klassen in Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze auch Unterrichtseinheiten vor. „Inzwischen habe ich 18 Schulen angeschrieben und angeboten, mit den Jugendlichen ins Gespräch über Obdachlosigkeit zu kommen“, sagt Zarske. Damit wolle sie Vorurteile abbauen, die sie bei den jungen Menschen und ihren Eltern immer wieder beobachte. Sie hoffe, dass viele Schulen das Angebot annähmen – es richtet sich an alle Schüler ab der vierten Klasse. „Nach oben gibt es keine Altersbegrenzung“, sagt die Sozialarbeiterin.

Sie nutzt die Schultermine zudem, um auf den Türöffner-Tag hinzuweisen. Mit diesem Projekt will die „Sendung mit der Maus“ den Kindern und Jugendlichen einen Blick hinter Türen ermöglichen, durch die sie normalerweise nicht gehen. „Das passt gut zu uns“, sagt Hornbostel, der als überzeugter Maus-Fernsehzuschauer im vergangenen Jahr erstmals von dem Tag erfuhr. Bundesweit beteiligen sich mehr als 240 Einrichtungen, Firmen und Institutionen daran.

An der Mühlenstraße richtet sich der Tag an Elf- bis 16-Jährige, die an einer von drei Führungen durch das Haus teilnehmen können. Jeder Rundgang dauert etwa 90 Minuten, er umfasst einen Blick in die Waschküche, den Aufenthaltsraum und Garten. Dort erfahren die Teilnehmer dann, weshalb Menschen ihre Wohnung verlieren und wie sie Hilfe erhalten können. Alles sehr altersgerecht konzipiert, sagt Zarske. Zum Abschluss bereiten sich alle Pfannkuchen am Lagerfeuer zu. Schon jetzt nimmt das Team die Anmeldungen per E-Mail tageswohnung.bu@evlka.de entgegen. Der Eintritt ist frei.

Förderkreis finanziert Verwaltungsstelle

Bei dem besonderen Tag darf der Nachwuchs auch einen Blick in den Verwaltungsbereich werfen, in dem die Mitarbeiter den Wohnungslosen unter anderem die staatliche Hilfe auszahlen. Die Stelle der Verwaltungsmitarbeiterin finanziert seit Jahren der Förderkreis Tageswohnung, den Angelika Obst mit Barbara Ensinger, Petra Rohl und Angelika Wirtz managt. Gut 14.000 Euro an Spenden benötigt der Förderkreis dafür. „Deshalb kümmern wir uns intensiv um unsere Sponsoren“, sagt Obst. Geburtstagskarten, ein Gruß zu Weihnachten, regelmäßige Informationen über die Tageswohnung oder ein Besuch in dem Treff – all das organisieren die Ehrenamtlichen, damit die Spender einen Einblick in die Arbeit bekommen.

„Hier ist jeder willkommen, der über die Schwelle tritt“, begründet Obst ihr Engagement. Sie wie auch Ensinger lobt die freundliche Atmosphäre: „Niemand sagt, dass er für ein Problem nicht zuständig ist. Im Gegenteil: Alle erhalten die nötige Unterstützung.“ Das gelte für Menschen, denen die Wohnungslosigkeit drohe, für jene mit einer Überschuldung oder bei Fragen rund um finanzielle Unterstützung. Angesichts wachsender Aufgaben wünschen sich Obst und Ensinger weitere Mitstreiter, die neue Spender akquirieren und die sich darum kümmern, den Kontakt zu den jetzigen Spendern zu pflegen, Spendenquittungen auszustellen oder Nicht-Betroffene über die Tageswohnung aufzuklären.

Von Antje Bismark

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