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Burgdorf 12-Jährige retten Kleinkind vor Ertrinken
Umland Burgdorf 12-Jährige retten Kleinkind vor Ertrinken
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00:15 25.07.2018
Die beiden Freunde Leon aus Weferlingsen und Leonhard aus Otze am Nichtschwimmerbecken, aus dem sie am Sonnabendnachmittag das dreijährige, bereits bewusstlose Kind gerettet haben. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Hänigsen

Der Badeunfall ereignete sich am Sonnabendnachmittag im Hänigser Freibad, das zu diesem Zeitpunkt nicht übermäßig voll war. Der dreijährige Junge, der noch nicht schwimmen kann, war in Begleitung seines älteren Bruder zur Toilette gegangen, während die Mutter mit dem Baby der Familie auf der Liegewiese blieb. Nach dem Toilettengang sei der Kleine allein losgestiefelt, wie ein Sprecher der Polizei berichtet. Als der ältere Bruder merkte, dass der Kleine weg war, lief er zu seiner Mutter und gemeinsam suchten sie das Freibad nach dem Dreijährigen ab – zunächst erfolglos.

Als die beiden 12-jährigen Jungen aus Weferlingsen und Otze gegen 15.30 Uhr ins Nichtschwimmerbecken stiegen, um dort zu spielen, fielen ihnen Haare auf, die auf dem Wasser schwammen, sich ansonsten aber nicht bewegten. Sie näherten sich der Stelle und entdeckten, dass die Haare zu einem Kind gehörten, das mit dem Gesicht nach unten bewegungslos im Becken trieb. „Wir waren erschrocken“, berichtet Leon am Tag nach dem Ereignis, und sein Freund Leonard aus Otze fügt hinzu: „Wir hatten Angst, dass es tot ist.“

Die Freunden zogen den kleinen Jungen, der bereits blau angelaufen war, umgehend heraus und hievten ihn auf den Beckenrand, wo sich inzwischen andere Badegäste eingefunden hatten, um zu helfen. Das Kind habe sofort Wasser aus Mund und Nase ausgespuckt, berichtet die Mutter eines der jungen Lebensretter. „Und es hat nach Luft geschnappt“, ergänzt ein Sprecher der Polizei. Eine Frau trug das Kind auf dem schnellsten Weg zur Badeaufsicht Atefeh Hosseinzadeh, „die es kopfüber gehalten habe, damit das Wasser aus seiner Lunge lief“, berichtet Rainer Lindenberg, Vorstandssprecher der Freibadgenossenschaft, die die Hänigser Badeanstalt betreibt.

Mit Hubschrauber in Klinik

Inzwischen war auch der Rettungswagen gekommen und kurz darauf der Rettungshubschrauber gelandet. Der Notarzt untersuchte das Kleinkind. Zum Glück konnte er laut Polizei keinen akuten gesundheitsbedrohenden Zustand feststellen. Zur Beobachtung wurde der Dreijährige mit dem Hubschrauber in eine Klinik nach Hannover geflogen. Denn niemand wusste, wann genau der Junge ins Nichtschwimmerbecken gefallen war und wie lange er keinen Sauerstoff mehr bekommen hatte. Offenbar hatte niemand den Sturz des Kleinen ins Becken gesehen.

Rainer Lindenberg: Superleistung der beiden Jungs

„Wir sind richtig geschockt“, sagt Lindenberg. „Es ist der dritte Badeunfall, seit die Genossenschaft das Freibad übernommen hat, der tödlich hätte enden können.“ Es sei immer dasselbe Muster: „Die Eltern sind sich offenbar nicht bewusst, dass ein Freibad ein gefährlicher Bereich für Kleinkinder ist“, sagt Lindenberg und mahnt: Die Eltern dürften ihre Kleinen, die nicht schwimmen können, nicht aus den Augen lassen. Zudem sollten sie immer Schwimmflügel tragen. Zum Glück habe die Rettung am Sonnabend excellent funktioniert. „Das war eine Superleistung von den beiden Jungs“, lobte er.

Im Nichtschwimmerbecken (hinten rechts) wäre am Sonnabendnachmittag beinahe ein dreijähriges Kind ertrunken. Quelle: Symbolbild

Vierter Bade-Unfall in wenigen Tagen

„Gott sei Dank ist alles gut gegangen. Nicht immer geht es so glimpflich aus“, sagte denn auch der Sprecher der Burgdorfer Polizei hörbar erleichert und verwies auf andere Badeunfälle in diesem Jahr in Norddeutschland. Erst am Freitagabend rettete die Feuerwehr eine 16-Jährige in Hamburg aus einem Baggersee, nachdem das Mädchen plötzlich im Wasser versank. Am Donnerstag war ein fünfjähriger Junge beim Schwimmen in einem Bremer Freibad ertrunken. Wenige Tage zuvor geriet ein siebenjähriger Junge nach einem Badeunfall in Langenhagen in Lebensgefahr.

Von Anette Wulf-Dettmer/RND

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