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Burgdorf Kaliberg: Kreuz symbolisiert den Widerstand
Umland Burgdorf Kaliberg: Kreuz symbolisiert den Widerstand
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15:54 28.06.2018
Der K+S-Konzern will den Wathlinger Kaliberg mit Bodenaushub und Bauschutt abdecken. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen/Wathlingen

Rund 500 Einwendungen gegen die geplante Abdeckung des Wathlinger Kalibergs sind beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) eingegangen. Dadurch sehen sich die Bürgerinitiativen Umwelt Uetze und Wathlingen bestätigt, ihren Protest gegen das Vorhaben noch zu verstärken. Sie haben jetzt ein gemeinsames Symbol für ihren Widerstand entworfen: ein Kreuz, das aus einer grauen und einer roten Latte besteht. Darauf steht: „Natur statt Deponie.“

In Hänigsen haben die Umweltschützer am Donnerstag die ersten drei Kreuze aufgestellt. Solche Widerstandssymbole stehen seit Kurzem auch in Wathlingen und Nienhagen.

"Natur statt Deponie" steht auf dem Kreuz, das den Protest gegen die Haldenabdeckung symbolisiert. Quelle: Privat

„Das Kreuz macht deutlich, dass sich die Menschen in den umliegenden Orten gegen die geplante Haldenabdeckung, die Schädigung ihrer Umwelt und den massiven Lastwagenverkehr durch ihre Dörfer stellen“, sagt Joachim Bartsch aus dem Vorstand der Wathlinger Bürgerinitiative (BI). Das graue Brett stehe für die umweltschädliche Salzhalde, die unbedingt beseitigt werden müsse, erkärt er. Die Bürgerinitiativen meinen nachweisen zu können, dass die Abraumhalde des stillgelegten Hänigser und Wathlinger Kali- und Steinsalzbergwerks Kontakt mit dem Grundwasser hat. Sie fordern, den Abraum abzutragen und zurück ins Bergwerk zu bringen und anschließend das Gelände zu rekultivieren.

Das zweite Brett sei rot, weil die Farbe Rot international für Abfall stehe, erläutert Bartsch. Es symbolisiere das Durchkreuzen der Pläne des Konzern K+S, „auf eine marode Salzhalde Millionen Tonnen erheblich belasteter Abfälle zu packen“. K+S hat beantragt, auch belasteten Bodenaushub und Bauschutt als Abdeckmaterial verwenden zu dürfen. „Ebenso muss verhindert werden, dass Produktionsabwässer aus Hessen und flüssige Abfallstoffe wie gering radioaktiv kontaminierte Rauchgasschlämme und Assewasser nach Wathlingen transportiert werden“, sagt Bartsch. Die Bürgerinitiativen befürchten, dass K+S mit solchem Wasser das Bergwerk Niedersachsen-Riedel fluten wird.

Von der Gemarkung Hänigsen aus kann man den Wathlinger Kaliberg (im Hintergrund) sehen. Links im Bild ist der Hänigser Förderturm des Bergwerks Niedersachsen-Riedel zu erkennen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Nach Auskunft der LBEG-Sprecherin Heinke Traeger hat die Landesbehörde inzwischen die rund 500 Einwendungen erfasst und zu Themengruppen gebündelt. K+S erhalte nun Gelegenheit, zu den thematisch zusammengefassten Einwänden Stellung zu nehmen. „Der Erörterungstermin steht noch nicht fest“, sagt Traeger. Zu dieser Veranstaltung wird das LBEG die Einwender einladen. Sie können dann noch einmal ihre Bedenken erläutern und darüber mit der Genehmigungsbehörde und K+S diskutieren.

Georg Beu, der Vorsitzende der BI Umwelt Uetze, hat nicht mit so vielen Eingaben gerechnet. „Ich schätze, dass sich die Einwendungen in erster Linie auf den Verkehr beziehen“, sagt der Hänigser. Unter den Transporten zum Kaliberg hätten insbesondere die Anwohner der Landesstraße 311 in Hänigsen, Dachtmissen und Sorgensen zu leiden. „Wir sehen das grundsätzliche Problem“, betont Beu. Daher seien die Einwände der Bürgerinitiativen sowohl vom Umfang und vom Inhalt her fundierter.

Wer ein Protestkreuz aufstellen will, kann sich bei Bartsch, Telefon (05144) 3046, E-Mail biumwelt@t-online.de, melden.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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