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Ein Hauch von Schottland erklingt in Sorgensen

Burgdorf Ein Hauch von Schottland erklingt in Sorgensen

Mit Kilt und Dudelsack steht die Sorgenserin Ann-Kathrin Albert zurzeit mit André Rieu auf der Bühne und spielt vor tausenden Gästen. Ihre Liebe zu dem Instrument entdeckte sie beim Schottland-Besuch.

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Ann-Kathrin Albert (Vierte von rechts) spielt seit drei Jahren Dudelsack - und tritt unter anderem in Hameln und bei André Rieu auf.

Quelle: Privat

Sorgensen.  Einmal vor mehr als 20.000 Menschen zu musizieren – davon träumen viele Menschen. Für die Sorgenserin Ann-Kathrin Albert erfüllt sich dieser Traum derzeit: „Eigentlich habe ich das nie forciert, es hat sich einfach ergeben“, sagt die 42-Jährige, die seit mehr als drei Jahren Dudelsack spielt und inzwischen Auftritte mit anderen Musikern vor mehr als 1800 Zuhörern, unter anderem in Hameln, selbst organisiert. 

Am Anfang dieser ungewöhnlichen Musiker-Geschichte steht das Klavierspiel: „Das habe ich als Kind gelernt und danach immer ein Instrument gesucht, das ich auch einmal mitnehmen kann“, sagt die dreifache Mutter. Ein Klavier am Strand funktioniere eben nicht, und die dort oft eingesetzte Gitarre sei nicht „ihr Ding“ gewesen. Die Wende brachten die Flitterwochen in Schottland: „In Edinburgh habe ich einen Dudelsackspieler erlebt, und da wusste ich, dass ich das Instrument ausprobieren wollte“, erinnert sich Albert und sagt schmunzelnd: „Was ein Mann in Rock kann, kann eine Frau schon lange.“

Zurück in Deutschland knüpfte sie beim British Weekend auf dem Rittergut Remeringhausen einen ersten Kontakt, buchte ein Workshop-Wochenende und entdeckte ihre Liebe zu dem ungewohnten Instrument. Kurze Zeit später begann sie, mit einem gebraucht gekauften Dudelsack in einer Peiner Band zu spielen – zwei Jahre lang. „Dort habe ich viel geübt und gelernt“, sagt Albert, im Hauptberuf an der Hochschule Hannover beschäftigt. Und zwar so viel, dass sie wenige Monate nach den ersten Proben bereits den zweiten Platz bei einem Solowettbewerb belegte. 

Ohnehin habe jenes Jahr sie geprägt, sagt die Sorgenserin, die dank toleranter Nachbarn auch zu Hause proben kann: Bei ffn gewann sie mit ihrem Wunsch, sich den Traum dem Lebens zu erfüllen, 1000 Euro und spielte dann auf einer Aussichtsplattform in den schottischen Highlands unweit von Inverness. „Das war Gänsehaut pur“, erinnert sie sich an den Moment, die sie mit einer anderen „Piperin“ aus Peine genießen konnte. Das Spielen fordert die Musiker übrigens auch körperlich: „Im ersten Jahr habe ich zwölf Kilo an Gewicht verloren“, sagt Albert. 

Seit 2016 probt sie privat – und auch die Auftrittsorte sucht sich Albert zum Teil selbst aus. So begleitete sie im vergangenen Jahr ein Rugby-Team mit anderen Drummern und Pfeifern im klassischen Kilt beim Schützenausmarsch in Hannover. Manchmal aber finden andere Musiker die begeisterte Dudelsackspielerin: So erhielt sie Ende 2017 die Einladung, mit 19 weiteren Instrumentalisten als Überraschungsact bei André Rieu auf der Bühne zu stehen. Dem Auftakt in Oberhausen folgten Gastspiele in Hannover, Magdeburg und Leipzig. In diesem Monat stehen Konzerte in Hamburg und Kiel auf dem Plan.

Dafür nimmt Albert Urlaub – wie auch ihr Mann Carsten. Denn er kümmert sich in der Zeit um die drei Kinder zwischen vier und neun Jahren. „Ohne diese Unterstützung würde das nicht funktionieren“, sagt sie und spricht längst nicht mehr vom Hobby, sondern von einer Leidenschaft für Musik.

Und deshalb wünscht sie sich für die Zukunft, ein Netzwerk von Gleichgesinnten aufzubauen, um gemeinsame Konzerte zu planen und zu organisieren. Davon könnte auch Burgdorf profitieren: Albert plant mit einem Piper- und Drummer-Ensemble aus Dresden, den Umzug zum 425. Schützenfest zu begleiten – zu einem eigenen Burgdorf-Lied, dessen Noten bereits im Schützenhaus hängen. 

Von Antje Bismark

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