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Nachrichten Aue Cup in Weferlingsen: Heeßel holt Pokal
Umland Burgdorf Nachrichten Aue Cup in Weferlingsen: Heeßel holt Pokal
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19:30 11.08.2013
Rund um den Aue Cup war das ganze Dorf gewissermaßen ein einziger Festplatz. Auch die Jüngsten durften sich im Löschen probieren. Quelle: Dege
Burgdorf

Ursprünglich hatten sich 31 Mannschaften angemeldet. Dann gab es Absagen. Immerhin noch 27 Löschtrupps kämpfen den ganzen Tag über mit Ehrgeiz darum, die sogenannten Eimerspiele nach den berühmten Heimberg-Fuchs-Richtlinien für sich zu entscheiden. Es galt, einen Blitzlöschangriff zu zeigen, und zwar technisch fehlerfrei und so schnell wie möglich. Die Heeßeler kamen auf 455,8 Punkte und legten eine Zeit von 44,2 Sekunden vor. Das reichte für den Sieg.
Auf der Bahn, wie die Feuerwehrleute den Ort des Wettkampfgeschehens an den Dorfwiesen und an der Hinterstraße nennen, gaben nicht nur gestandene Retter eine passable Figur ab. Eine reine Frauengruppe, zusammengewürfelt aus sechs Dörfern in der Wedemark – Eltze, Mellendorf, Meitze, Negenborn, Oegenbostel und Resse – sorgte schon deshalb für Aufsehen, weil sie drei Krackes ins Rennen schickten – nicht verwandt und nicht verschwägert mit Weferlingsens Ortsvorsteher Berhard Kracke. Die größten Sympathien auf ihrer Seite hatten freilich die jüngsten Teilnehmer, die Minis aus Dachtmissen mit einem Altersdurchschnitt von sieben Jahren. Die Gastgeber aus Weferlingsen landeten an 13. Stelle und mussten sich also mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden geben. Die großen Favoriten aus Schillerslage und Ramlingen/Eherlershausen waren derweil unter ihren Möglichkeiten geblieben.

Die Freiwillige Feuerwehr Weferlingsen hatte zum Aue Cup gerufen. 26 befreundete Feuerwehren von Resse im Norden bis Mehrum im Süden kamen. Am Ende siegte die Freiwillige Feuerwehr Heeßel.

Der vergnügliche Wettbewerb der Feuerwehren zog bei strahlendem Sonnenschein viele Besucher an. Die bekamen einiges geboten: Die Feuerwehr Burgdorf stellte Sonderfahrzeuge aus und fuhr die Drehleiter 23 Meter hoch raus. Die befreundete Feuerwehr aus Oberharmersbach hatte einen alten Borgward mit Frontpumpe und Tragkraftspritze von 1942 auf einem Sattelschlepper ins Niedersächsische transportiert, um ihn im Verein mit fünf alten Handdruckspritzen des Historischen Löschzugs Burgdorf herzuzeigen. Der Hof Sichtermann ließ Kinder im Rund reiten. Die Jugendfeuerwehr schminkte Kinder. Am Stand von Kurt Beckmann regten frisch geräucherte Forellen den Appetit an. Ganz zu schweigen von den 50 Torten, die Weferlingser Frauen fürs Kuchenbüfett im Festzelt auffuhren.

Überraschende Auszeichnung

Ehrenkreuz für Otto Bethmann

Kein Feuerwehrkommers ohne Ehrungen und Ernennungen: Und doch gab es im Jubiläumsjahr eine faustdicke Überraschung: Der stellvertretende Regionsbrandmeister Detlef Hilgert überreichte dem langjährigen früheren Weferlingser Ortsbrandmeister Otto Bethmann das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber und damit die zweithöchste Auszeichnung, die Feuerwehrleute kennen. Zu Ehren kamen überdies Uwe Kracke für 40 Jahre aktiven Dienst und 30 Jahre Einsatz als Ausbilder, Burghard Schmidt für 25 Jahre aktive Rettertätigkeit, der Alterskamerad Eckhard Winkelmann für 40 Jahre Treue zur Feuerwehr. Lena Völger wurde schließlich zur Oberfeuerwehrfrau ernannt und Björn Batschauer zum Oberlöschmeister.

Erotik-Anekdote sorgt beim Publikum für viel Heiterkeit

Einen zünftigen Kommers mit Vesper und vielen Gästen hat sich die Freiwillige Feuerwehr Weferlingsen am Freitagabend gegönnt. Dieser sollte den Auftakt der auf drei Tage angelegten Jubiläumsfeierlichkeiten am Wochenende markieren.
Dabei erlebten auch die 14 aus Oberharmersbach im Schwarzwald eigens angereisten Jubiläumsgäste in dem mit fast 400 Menschen restlos gefüllten Festzelt das ganze Ausmaß an Geselligkeit, zu dem die Weferlingser fähig sind. Auf einer Bühne in Szene gesetzte Erinnerungen an humorvolle Begebenheiten während der einhundertjährigen Geschichte des Rettungswesens in dem 250-Seelen-Dorf sorgten für Furore. Die überaus ausgelassene Stimmung hielt bis weit nach Mitternacht an.
Die szenische Darstellung von vier Histörchen aus der eigenen Historie war schiere Notwehr. Feuerwehrmann, Ortsvorsteher und Cheforganisator Bernhard Kracke hatte unter allen Umständen verhindern wollen, dass langatmige Reden und Grußworte der Müdigkeit im Festzelt Vorschub leisten. Und so mussten sich Bürgermeister Alfred Baxmann und etliche Feuerwehrfunktionäre in die ihnen vorgegebenen Regieanweisungen Krackes fügen.
Zum unumstrittenen Höhepunkt des Theaterspiels der Feuerwehrfrauen und -männer geriet die Darstellung einer wahren Begebenheit in der Kleinen Freiheit Anfang der sechziger Jahre: In dem nicht gerade jugendfreien Weferlingser Lokal vergnügten sich Frauen und Männer ehedem mit Dingen, die „man nur daheim und bei Licht aus“ tut. Das befand jedenfalls eine Gattin aus Oberharmersbach, die ihren Mann in das Etablissement begleitete, um dessen Hormonspiegel im Auge zu behalten.
Als dann für eine erotische Show eine gewisse Madame Chantal angekündigt wird, erkennt der Weferlingser Feuerwehrmann Hermann Buß, der ebenfalls einen vergnüglichen Abend in der Kleinen Freiheit verbringt, die nackte Wahrheit. Er ruft laut aus: „Das ist doch die Ruth Rütten aus Otze.“ Da schüttet sich das Publikum vor Lachen beim Jubiläumskommers.

Joachim Dege

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