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Biennale-Löwe färbt auf Burgdorf ab

Burgdorf Biennale-Löwe färbt auf Burgdorf ab

Riesenerfolg bei den Filmfestspielen in Venedig: Ein Dokumentarfilm über einen polnischen Filmemacher bekommt einen "Löwen" verliehen. Und die Idee zu diesem Film stammt von einem Burgdorfer, der bei den Dreharbeiter auch die Poduktionsleitung übernahm.

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War bei der Weltpremiere von "The Prince and the Dybbuk" bei den Filmfestspielen in Venedig dabei: der in Burgdorf lebende Produktionsleiter Michal Honnens.

Quelle: Privat

Burgdorf. „The Prince and the Dybbuk“ heißt ein neuerdings preisgekrönter Dokumentarfilm. Bei der Biennale in Venedig hat die deutsch-polnische Koproduktion der beiden in Berlin lebenden Regisseure Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski in der Reihe Venice Classics soeben einen „Löwen“ gewonnen. Ideengeber und Produktionsleiter des Films ist der in Burgdorf lebende Filmemacher Michal Honnens. Er leitet die hiesige Niederlassung der Filmproduktionsgesellschaft Kundschafter GmbH mit Sitz in Berlin.

Honnens ist stolz auf den „Löwen“, zumal sein Anteil an der begehrten Auszeichnung nicht gering ist. Stammt doch die Idee zu dem Filmprojekt, die Geschichte des polnischen Regisseurs Michal Waszynski, von ihm.

Wie Waszynski stammt auch Honnens aus Polen. Wie Waszynski ist Honnens im Filmgeschäft gelandet. Waszynski freilich war eine ganz und gar schillernde Figur. Der feierte nämlich im Rom der Fünfzigerjahre mit Filmgrößen wie Sophia Loreen und Claudia Cardinale große Erfolge, war mit den Schönen und Reichen per Du. Er trug sogar einen Prinzentitel. Und er schuf bereits 1937 „Der Dybbuk“, ein polnisches Filmdrama in Jiddisch. Der Dybbuk, das ist im jüdischen Volksglauben ein Totengeist, der in den Körper eines Lebenden eintritt.

Man begreift sofort: Dieser Waszynski liefert den Stoff, aus dem sich ein Film machen lässt. Das dachte sich auch Honnens, der mit vier Jahren aus Polen nach Deutschland kam, in Husum aufwuchs, längst die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und seit fünf Jahren in Burgdorf lebt, wo er die niedersächsische Niederlassung der Filmproduktionsgesellschaft Kundschafter leitet, um von hier das Filmland Niedersachsen/Bremen zu erschließen. Honnens arbeitet als Produzent, Location Scout und Artdirektor. Er dreht eigene Filme wie den in Hannover realisierten „Moschee DE“. Vier Jahre gehört er jetzt dem Kundschafter-Team an, dessen Gesellschafter er seit dem Studium an der Filmuniversität Babelsberg kennt.

Als er zur Kundschafter-Mannschaft stieß, trug er die Waszynski-Filmidee bereits eine ganze Zeit lang mit sich herum. Das Projekt sei so etwas wie seine Mitgift gewesen. Dass es dann noch einmal vier Jahre gedauert habe, bis der Film in Venedig über die Leinwand flimmerte, sei normal im Filmgeschäft: „Von der Idee bis zur Weltpremiere dauerte es neun Jahre.“

Weltpremiere hatte der Film bei der Biennale in Venedig. Die ließ Honnens, der als Produktionsleiter die Infrastruktur rund um die Dreharbeiten in Deutschland, Polen, Italien, Israel, den USA, Spanien und der Ukraine besorgte, nicht entgehen. Die wertschätzende Quittung ließ nicht lange auf sich warten: Am Sonnabendabend gab es den „Löwen“, der auch ein wenig auf Burgdorf abfärbt.

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Die beiden Regisseure Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski freuen sich über den Löwen für ihren Film "The Prince and the Dybbuk".

Quelle: Privat
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