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Bürger stellen an Stolpersteinen Lichter auf

Burgdorf Bürger stellen an Stolpersteinen Lichter auf

Mit einer Gedenkveranstaltung in der St.-Pankratius-Kirche hat der Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ am Montagabend an die Reichspogromnacht erinnert. Zu Gast waren zwei Freiwillige, die Holocaust-Überlebende unterstützt haben. An den Stolpersteinen stellten Bürger Lichter auf.

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Gedenken an die November-Pogrome: Jara Lemke (Mitte) und Sophia Schnare (rechts) berichten in der St.-Pankratius-Kirche von ihrer Freiwilligen-Arbeit mit Holocaust-Überlebenden. An den Stolpersteinen in der Stadt leuchten am Abend außerdem Gedenklichter (kleines Bild). Gurol (2)

Quelle: Sabine Gurol

Burgdorf. Jara Lemke aus Hannover und Sophia Schnare aus Oldenburg haben am Montagabend eine wichtige Botschaft in die Kirche mitgebracht. „Mir ist es wichtig, das Bewusstsein zu bewahren für das, was vor sich gehen kann“, sagte Lemke. Die beiden jungen Frauen berichteten von ihrer Freiwilligen-Arbeit mit Holocaust-Überlebenden.

Für den Verein Aktion Sühnezeichen Friedensdienste half Jara Lemke in der Ukraine in einem Altersheim für ehemalige Zwangsarbeiter und später in einem Museum für jüdische Geschichte und Kultur. Sophia Schnare absolvierte in den USA in einer psychosozialen Beratungsstelle für Holocaust-Überlebende ein freiwilliges Jahr.

Viele der Überlebenden seien ihnen gegenüber aufgeschlossen gewesen, berichteten die Frauen. Aber nicht jeder, den die beiden mit ihrer Arbeit unterstützen wollten, habe diese Unterstützung annehmen wollen.

„Für viele war mein deutscher Akzent ein starkes Problem“, sagte Sophia Schnare. Mit der Zeit habe sich dennoch eine gute Beziehung zueinander entwickelt. „Ich glaube, dass ich einen kleinen Teil zur Annäherung beigetragen habe.“

Nicht nur die beiden Frauen leisteten mit ihrem Bericht am Montagabend einen Beitrag gegen das Vergessen. An 22 Stolpersteinen in der Stadt, die an einstige jüdische Bürger erinnern, stellten Brigitte und Meinhard Janssen für den Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ in der Abenddämmerung kleine Lichter auf. Auch mit Blumen, die sie am jüdischen Friedhof niederlegten, sollte den im Nationalsozialismus verfolgten jüdischen Mitbürgern der Stadt gedacht werden.

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