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Nachrichten Schülerbeförderung: Eltern erwägen Klage 
Umland Burgdorf Nachrichten Schülerbeförderung: Eltern erwägen Klage 
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12:24 26.02.2018
Das Altenteilerhaus in Otze ist rappelvoll, als am Donnerstagabend der Ortsrat tagt. Eltern aus Weferlingsen, Sorgensen und Dachtmissen erläutern ihre Sorgen über die Anordnung der Region, die Grundschüler künftig mit Bus und Bahn zur Schule nach Otze zu schicken. Quelle: Wulf-Dettmer
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Otze

 „Ich kann Ihnen versprechen, dass ich mit großem Nachdruck auf die Regionspolitiker und die Verwaltung zugehen werde.“ Das sagte Bürgermeister Alfred Baxmann den Eltern aus Weferlingsen, Sorgensen und Dachtmissen zu, die am Donnerstagabend in die Ortsratssitzung nach Otze gekommen waren. Sie erklärten sachlich, wie besorgt sie seien, dass ihre Kinder nach den Osterferien nicht mehr mit dem Sammeltaxi den kurzen Weg sicher zur Otzer Schule gebracht und abgeholt werden sollen. Denn die Region Hannover hat verfügt, dass die Dritt- und Viertklässler aus den drei Orten künftig mit Bus und Bahn fahren sollen. 

„Es geht uns nicht darum, dass unsere Kinder mit Öffis fahren, sondern dass sie auf dem Bahnsteigen auf die S-Bahn warten müssen, während die Güterzüge vorbeirasen“, sagte Melanie Wicht, die mit ihrer Familie in Dachtmissen lebt: „Und was ist, wenn die S-Bahn nach Otze ausfällt? Wer kümmert sich dann um die Schüler?“ In der vergangenen zwei Wochen ist das laut Schulleiterin Karen Lindner zwei Mal passiert. Uta Bösche aus Sorgensen verwies auf die jetzt schon rappelvollen Busse: „Wie kommen da unsere Kinder mit?“

Angesichts der Gefahren, so Baxmann, „hätte ich auch Schwierigkeiten, meine Kinder auf diesen Schulweg zu schicken“. Er machte aber auch deutlich, dass die Region sich mit ihrer Anordnung rechtlich auf sicherem Terrain bewege. Die Beförderungsrichtlinie, auf die die Verwaltung sich stütze, sei 2014 von der Regionsversammlung beschlossen worden. Im aktuellen Fall gehe sie jedoch an der Lebenswirklichkeit vorbei. „Das Gefahrenpotenzial verlangt eine andere Regelung“, sagte Baxmann. 

Burgdorfs Regionsabgeordneter Rudolf Alker (SPD) hat am Freitag an den Regionspräsident geschrieben und ihn zu einer Stellungnahme im nicht öffentlich tagenden Regionsausschuss am 27. Februar aufgefordert. Alker will zum Beispiel wissen: „Inwieweit ist das Gefährdungspotenzial bei dieser Entscheidung berücksichtigt worden?“

Ortsratsmitglied Karl-Heinz Dralle (SPD) sieht vor allem den zeitlichen Aufwand kritisch: „Die Kinder verlassen morgens um 7 Uhr das Haus und kehren, wenn sie die Ganztagsschule besuchen, erst gegen 17 Uhr zurück. Ist das zulässig, dass Grundschüler zehn Stunden unterwegs sind?“ Das Sammeltaxi benötigt für Hin- und Rückfahrt jeweils wenige Minuten. Für den Hinweg mit Bahn und Bus hat die Region maximal 44 Minuten errechnet, 45 sind laut Richtlinie erlaubt. Der Rückweg dauert hingegen ab Schulschluss um 13 oder um 15.30 Uhr mindestens eine Stunde, wie ein Blick in den Fahrplan zeigt. Die Region hatte dazu keine Angaben gemacht. 

Die Eltern sammelten noch während der Ortsratssitzung in einem separaten Raum ihre Argumente zu den örtlichen Begebenheiten und den Gefahrensituationen für einen Schulweg mit Bus und Bahn. Diese werden sie Baxmann auf dessen Wunsch hin nächste Woche übergeben. Zudem prüfe man ernsthaft, gegen die Region zu klagen, erklärten die Eltern.

Die betroffenen Eltern und Schulleiterin Karen Lindner sammeln die Argumente, die sie Bürgermeister Alfred Baxmann an die Hand geben wollen. Quelle: Privat

Von Anette Wulf-Dettmer

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