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14:47 23.08.2018
Pastor Michael Schulze geht nach 30 Jahren als Pankratius-Pastor in den Ruhestand. Quelle: Sandra Köhler
Burgdorf

Die St.-Pankratius-Kirchengemeinde muss fortan auf ihn verzichten. Pastor Michael Schulze geht nach 30 Jahren als Seelsorger in der Gemeinde in den Ruhestand.

“Ich habe hier so viele verschiedene Aufgaben innegehabt – da hat es mich nie weggetrieben, um noch etwas anderes zu erleben“, sagt Schulze. Zum 1. August 1988 übernahm er als 30-Jähriger seine erste eigene Pfarrstelle an Burgdorfs Stadtkirche, in der er auch ordiniert wurde. Und prägte sie dann drei Jahrzehnte lang. „Die ersten fünf Jahre bin ich immer wieder gefragt worden, wie lange ich bleibe“, erinnert sich der 60-Jährige, der aus Hannover stammt. Denn: Vor ihm hatte es in der Weststadt in nicht einmal 20 Jahren fünf Pastoren gegeben.

Schulze blieb. In drei Jahrzehnten als Pastor, langjähriger Vorsitzender des Kirchenvorstands und Mitglied in verschiedensten Gremien habe er nicht nur viel Offenheit und Vertrauen sowie die Bereitschaft zum Engagement erlebt, sagt er im Rückblick. Sondern auch Entwicklungen, die tief in die Stadtgesellschaft hineinreichten. Die herausfordernde Neuaufstellung der Diakoniestation nach dem Ende der Sozialstation gehört dazu wie die Entwicklung des Benefizz-Ladens, des Taufwaldes, der Notfallseelsorge und der Bau des Gemeindehauses in der Weststadt. „Diakonie war für mich immer ein wichtiger Teil von Kirche“, sagt Schulze über seine Motivation, sich vor allem dort zu engagieren. Neben der Seelsorge und der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Pfadfindern, Kindergärten und Familien, Jugendgottesdiensten und Bibelwochen, Flüchtlingsarbeit und anderen Tätigkeiten.

Der Gemeinde gereichte zum Vorteil, dass Schulze das Kaufmännische nicht fremd ist. „In meiner Familie gab es nur Handwerker oder Kaufleute“, sagt er. Eigentlich habe er nach dem Wirtschaftsabitur Volkswirtschaft studieren wollen. „Aber irgendwann kam der innere Konflikt: ’Du kannst nicht gleichzeitig für Brot für die Welt sammeln und in der Volkswirtschaft erfolgreich sein“, habe er sich gesagt. Und so entschied er sich für die Theologie, zumal er die Kinder- und Jugendarbeit in der Kirche für sich selbst als positiv erlebt habe.

Wie sehr Pastoren auch in die Gesellschaft hineinwirken könnten und müssten, sei ihm an mehreren Situationen bewusst geworden, sagt Schulze. Da sei die von vielen Burgdorfern besuchte Beerdigung eines Säuglings gewesen, der tot am Ahrbecker Teich aufgefunden wurde. Und dann die Beerdigung des einstigen Landesvaters Ernst Albrecht, wo er fast mehr Zeit damit verbracht habe, Medienvertretern klar zu machen, dass es keine Übertragung geben werde, als Predigt und Trauerfeier vorzubereiten.

Gern hätte sogenannte Platzgottesdienste angeboten, sagt Schulze: „Gottesdienste an Orten wie am Zilleweg, in Nordost – da, wo man die Neubürger erreicht, die mitunter sehr lange brauchen, bis sie St. Pankratius für sich entdeckt haben.“ Doch dazu sei es nie gekommen. Niedrigschwellige Begegnungsräume für Menschen schaffen, die nicht unbedingt den engsten Draht zu Kirche und Gemeinde haben oder sich einfach nur nach Gemeinschaft sehnen –das sei mit der Sommerkirche und dem Winterzauber gelungen. Trotzdem sei nicht zu übersehen, dass die Mitgliederzahl sinkt. „Als ich angefangen habe, waren es 11.500. Jetzt sprechen wir von 7300.“

Mit seiner Frau Lydia will er das mehr an Zeit im Ruhestand für Reisen nutzen. „Bisher waren Urlaube dazu da, Kraft zu tanken.“ Jetzt freue er sich darauf, Städtereisen zu unternehmen und Neues kennenzulernen. Auch wenn das Paar nach Hannover-Kirchrode zieht, weil sich Burgdorf kein passendes Haus fand, will Schulze der Stadt verbunden bleiben. „Ich bleibe Vorsitzender der Diakoniestation und auch im Vorstand des Vereins Benefizz – Gutes Leben sowie der Lebenshilfe.“

Von Sandra Köhler

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