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Umland Burgdorf Nachrichten Eltern wollen sich weiter wehren
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03:26 02.03.2018
Eltern von Otzer Grundschulkindern treffen sich im Feuerwehrhaus in Weferlingsen und beratschlagen, wie sie mit den Plänen der Region zur Schülerbeförderung umgehen sollen. Quelle: Foto:
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Burgdorf

Die am Montag verkündete Entscheidung der Region Hannover, elf Dritt- und Viertklässler aus Dachtmissen, Sorgensen und Weferlingsen bis zum Sommer weiter mit dem Sammeltaxi zur Grundschule nach Otze zu transportieren und nicht auf den ÖPNV umsteigen zu lassen, hat bei den betroffenen Eltern zwar Erleichterung ausgelöst. Eine Änderung der jahrzehntelang geübten Beförderungspraxis wollen Eltern aus den drei Dörfern aber auch nach dem Sommer nicht hinnehmen. Bei einem Treffen in Weferlingsen am Montag sammelten sie Argumente für ihre Haltung, die einige gegebenenfalls auch mithilfe einer Klage durchsetzen wollen.

An dem Treffen, das auf Einladung von Weferlingsens Ortsvorsteher Bernhard Kracke zustande kam, nahmen nicht nur aktuell betroffene Eltern teil, sondern auch solche, deren Kinder zurzeit noch die erste und zweite Klasse in Otze besuchen. Auch Schulleiterin Karen Lindner und der CDU-Regionsabgeordnete Oliver Brandt waren dabei. Laut Elternsprecherin Melanie Wicht aus Dachtmissen, die auch dem Stadtelternrat angehört, verständigten sich die Eltern auf diese Positionen:

Die Zeit: Die von der Region angesetzten Fahrzeiten mit der vorgeschlagenen Nahverkehrsverbindung morgens seien gar nicht einzuhalten, wenn im nächsten Jahr die Ortsdurchfahrten von Dachtmissen und Sorgensen saniert würden und die Busse Umleitungen fahren müssten. Die Fußwegzeiten vom Elternhaus zum Bus und vom S-Bahnhof in Otze zur Grundschule seien mit Routenplanern ermittelt worden, die fünf Stundenkilometer unterstellten. Das schaffe kein Kind.

Die unterschiedliche Behandlung: Nicht nachvollziehbar sei, warum die Regionsverwaltung eine unterschiedliche Behandlung von Eingangsstufenschülern (Klasse eins und zwei) einerseits und Dritt- und Viertklässlern andererseits vorsehe. Das gebe die Beförderungssatzung gar nicht her.

Die Sicherheit: Eine Zählung habe 2016 ergeben, dass morgens zwischen 7 und 8 Uhr durchschnittlich acht Güterzüge mit Tempo 120 ohne vorherige Ansage durch den Bahnhof Burgdorf fahren und erheblichen Fahrtsog entwickeln. Für weitere Gefahren vor der Grundschule sorge, wenn noch mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule brächten. Genau diese unerwünschte Elterntaxi-Mentalität provoziere die Region, wenn sie kleine Kinder aus den Dörfern zur ÖPNV-Nutzung verdonnere. 

„Ich werde meinem Kind den Schulweg mit Bus und Bahn und Umsteigen am Bahnhof nicht zumuten“, kündigte Wicht klipp und klar an. Ihre Tochter besucht zurzeit die erste Klasse in Otze. Alle Eltern, aktuell betroffene wie potenziell betroffene, würden jetzt fristgerecht bis zum 12. März der Region schreiben und ihre Haltung deutlichmachen. Sollte die Region am ÖPNV-Modell festhalten, wollten einzelne Eltern auch klagen, sagte Wicht.

Die Regionsverwaltung hofft darauf, eine schnellere Busverbindung nutzen zu können für die Schülerbeförderung. Dazu wäre allerdings eine Verschiebung der Schulanfangszeit notwendig, von der die Schulleitung wiederum glaubt, dass sie kaum durchsetzbar sei im Schulvorstand. Auf Nachfrage betonte die Region ausdrücklich, an einer von allen Beteiligten akzeptierten Lösung arbeiten zu wollen bis zum Sommer. Nicht die erwartete Kostenersparnis stehe dabei im Vordergrund, sondern der Grundsatz der Gleichbehandlung aller Schüler in der Region Hannover. Regionssprecherin Carmen Pförtner kündigte an, dass die Region die Eltern noch schriftlich darüber informieren werde, dass die angekündigte Veränderung bei der Schülerbeförderung ausgesetzt sei. 

Die beiden Regionsabgeordneten Rudolf Alker (SPD) und Oliver Brand (CDU) haben kein Verständnis für das Vorgehen der Region mitten im Schulhalbjahr. „Wir ziehen an einem Strang“, sagte Brandt. Im stets nicht öffentlich tagenden Regionsausschuss sei am Dienstag verabredet worden, das Thema auch im Schulausschuss der Regionsversammlung öffentlich zu beraten.

Von Joachim Dege

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