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Umland Burgdorf Nachrichten Drei Freunde und jede Menge Klangzauber
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00:32 08.03.2018
Ori Epstein (von rechts), Mathieu van Bellen und Omri Epstein musizieren sich - unterstützt von Scena-Mitglied Ilsabe Bartels-Kohl - als Busch Trio in die Herzen und Ohren der Schlosskonzert-Besucher. Quelle: Köhler
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Burgdorf

 Wo er dieses phänomenale Ensemble denn aufgetan habe, wurde Scena-Chef Matthias Schorr am Sonntagabend in der Pause und nach dem Konzert im Saal des Burgdorfer Schlosses mehr als einmal gefragt. „Die habe ich gehört und vom Fleck weg engagiert“, lautete die schlichte Antwort. Mehr brauchte es nicht: hören und erleben. Denn die Musiker,  die 2012 in London der Liebe zur Kammermusik wegen zusammenfanden, schlugen ihre 162 Zuhörer bereits mit den ersten Noten in den Bann.  

Die Stärken des Klaviertrios bestehen in der Leidenschaft für die Werke, dem hörbaren Brennen für die Musik, die sie interpretieren – und dem verblüffend dichten Zusammenspiel. Mannschaftsdienliche Spielweise heißt das im Fußball. Das Publikum erlebte drei Könner, die nicht sich selbst und ihre solistischen Fähigkeiten, sondern das große Ganze in den Mittelpunkt stellen. Und zwar auf ganz hohem Niveau. Das Publikum ließ sich mitreißen, spendete am Ende stehend Ovationen und bekam dafür zwei Zugaben geschenkt. 

Dramatisch, schwungvoll und voller Kontraste: Mit Beethovens Klaviertrio in c- Moll opus 1 Nr. 3 ließen die drei ein Füllhorn von Ausdrucksformen durch den Konzertsaal wehen: jugendliche Leichtigkeit und tiefer Ernst, Unbekümmertheit und Heftigkeit. Stets mit Blicken miteinander in Verbindung stehend loteten die drei Musiker sämtliche Möglichkeiten aus, die ihnen das Werk bot. 

Mit dem Phantasie Trio in c-Moll von Frank Bridge wurde es dann tonal deutlich moderner. Aber nicht weniger spannend. Auch in dem Werk, das dem Briten 1907 den Sieg in einem von dem Geschäftsmann und Amateurviolinisten Walter Willson Cobbett ausgeschriebenen Wettbewerb sowie darüber hinaus reichende Anerkennung bescherte, beschwor das Trio nachgerade die spannungsvolle Dichte. Gleichwertige Teile, nicht länger als zwölf Minuten Aufführungsdauer, variierende Tempi und Rhythmen: Das waren die Ansprüche Cobbetts in der Ausschreibung gewesen. 

Zum Schluss gab es mit Schuberts Klaviertrio Nr1 in B-Dur eine geradezu lyrisch-symphonische Komposition aus dem Spätwerk des Romantikers zu hören. – Ein grandioser Konzertabend mit jeder Menge Gefühl und Klangzauber.

Von Sandra Köhler

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