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16:54 02.01.2018
Der Burgdorfer Clemens Rumpf forscht bei der NASA zu Asteroiden. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

 Wenn Clemens Rumpf über seine Arbeit spricht, stutzen seine Gesprächspartner meist: Denn der 31-Jährige forscht zu Asteroiden – und das ab Februar im Dienst der NASA. Zwar hat den Burgdorfer schon in der Kindheit das Fliegen fasziniert, diese berufliche Entwicklung indes hatte er nicht vor Augen, als er am Berliner Ring im Jahr 2006 sein Abitur bestand. Nun kehrte er an seine ehemalige Schule zurück, um gut 150 Gymnasiasten von Asteroiden, Meteoren und Meteoriten zu erzählen.

„Normalerweise versuche ich aber, meine Arbeit nicht in den Vordergrund zu stellen“, sagt Rumpf anschließend mit einem fast entschuldigenden Lächeln, denn: „Das gelingt nicht immer.“ Glücklicherweise weiche die erste Reaktion des Überraschtseins meist einem großen Interesse, daraus wiederum entwickelten sich schnell spannende Gespräche, weiß er aus Erfahrung. Schließlich ist das Phänomen von Asteroiden, die mit der Erde kollidieren, sehr viel alltäglicher als gemeinhin angenommen wird. So fällt jede Sternschnupe in diese Kategorie, nur dass sie die kleineren Vertreter von den Objekten sind, die globale Verwüstungen anrichten können.

Bis Februar können die Burgdorfer mit Rumpf noch sprechen, dann zieht der 31-Jährige mit seiner Lebensgefährtin ins Silicon Valley – die nächste Station seiner Forscherlaufbahn. Diese habe eigentlich auf dem Segelflugplatz in Ehlershausen begonnen, erzählt er. „Dort habe ich in der Schulzeit fast jedes Wochenende verbracht und später dort auch denFlugschein gemacht.“ Sein Herz schlug damals schon für die Naturwissenschaft, vor allem Mathematik und Physik standen hoch im Kurs.

In jener Zeit zog es Rumpf bereits das erste Mal nach Amerika, die elfte Klasse absolvierte er als Auslandschuljahr. „Das hat mich sehr geprägt“, sagt er im Rückblick und fügt hinzu, dass er schon während der Gymnasialzeit einen technischen Beruf in der Luft- und Raumfahrt anstrebte. Das Maschinenbau-Studium an der TU Braunschweig mit genau diesem Schwerpunkt war aus seiner Sicht deshalb nur folgerichtig, ebenso wie ein Studienjahr in den USA

Dem Studium schloss sich eine 18-monatige Arbeit in einem Trainee-Programm der ESA im holländischen Noordwijk an, bei dem Rumpf an der ESA Lunar Lander Mission mitarbeitete. Deren Ziel: eine vollautomatiche Landung inklusive Hinderniserkennung am Südpol des Mondes zur weiteren Erforschung der Region zu vollführen. Von dieser Arbeit aus wechselte er im Oktober 2013 nach Southampton – und damit zur ersten Forschung zu Asteroiden. Denn Rumpf bekam über seinen Doktorvater die Chance, im Stardust-Projekt der EU mitzuarbeiten. „Mich reizte,  dass ich viel Verantwortung übernehmen konnte, zum Beispiel als Delegierter für England bei den UN in der SMPAG-Arbeitsgruppe, die sich mit der internationalen Asteroidengefahr auseinandersetzt.“

Die multidisziplinäre Forschung, die sich daraus ergeben habe, entspreche seiner Neigung, Zusammenhänge zu sehen – sei es beim Sonnensystem, geophysischen Prozessen oder der Frage, wer wann die Entscheidung trifft, einen Asteroiden abzulenken. Da dieses Forschungsfeld noch sehr jung ist, kann die neue Forschergeneration des  Stardust-Netzwerkes noch viel „Neuland finden“, und genau darin lag für Rumpf die Bedeutung seiner Arbeit: „Mir ist es wichtig, dass ich nicht die Optimierung im letzten Prozentbereich schaffe, sondern wirklich Neues erforsche.“

Das erhofft sich Rumpf auch von seiner anstehenden Arbeit bei der NASA, die er nun vom „Heimathafen“ Burgdorf aus vorbereitet. Diese Bezeichnung wiederum verbindet er mit weiteren Hobbys: Denn den Wind nutzt er nicht nur beim Fliegen, sondern auch beim Segeln auf dem Wasser aus. Deshalb plant er mit seiner Familie, die noch immer in der Stadt wohnt und die ihm sehr wichtig ist, für den Sommer eine Tour rund um Griechenland. Und falls dann ein Asteroid den Törn bedroht, hat Rumpf noch einen Tipp parat: „Bruce Willis anrufen“, sagt er lachend.

Von Antje Bismark

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