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Umland Burgdorf Nachrichten Nabu will Schwalben wieder in die Orte locken
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00:43 26.03.2018
Die Mehlschwalbe baut ihr Nest in der Regel unter dem Dachüberstand von Gebäuden. Als Baumaterial verwendet sie Lehm und ihren eigenen Speichel. Quelle: Klemens Karkow
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Burgdorf/Lehrte/Uetze

 Der Naturschutzbund (Nabu) möchte die Schwalben zurück in die Orte locken. Denn ihre Zahl ist seit Jahren rückläufig. Selbst auf den Dörfern sieht und hört man die wendigen Flieger nur noch selten. „Die Mehlschwalben stehen mittlerweile auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten“, erklärt Margret Schäfer vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze. Um den Vögeln einen Anreiz zum Brüten zu geben, verschenkt der Nabu zu Ostern Mehlschwalbennester an Hausbesitzer in Burgdorf, Lehrte und Uetze. 

Die künstlichen Nisthilfen sind in der Nachwuchsgruppe des Nabu entstanden. 20 Stück haben die Kinder aus Stuckgips und Sägemehl sowie einer rechtwinkligen Holzkonstruktion hergestellt. „Viele werden sich sicher fragen, warum Mehlschwalben Nisthilfen brauchen“, räumt Schäfer ein. Schließlich bauten die Vögel ihre Nester selbst aus Lehm und Speichel. Doch vielerorts fänden die Schwalben kein Baumaterial mehr. Denn auch in ländlichen Gebieten seien Ziergärten heutzutage nach städtischem Muster angelegt. „Wer den sympathischen Dauerzwitscherern etwas Gutes tun will, sollte auf seinem Grundstück eine stets feucht gehaltene Lehmpfütze anlegen“, rät Schäfer. Wo Baumaterial jedoch rar ist, ersparen künstliche Nester den Schwalben viel Arbeit. Denn sie sind eine gute Basis, auf der die Vögel aufbauen können. 

So sieht die Auszeichnung des Nabu für eine schwalbenfreundliches Gebäude aus. Quelle: Nabu

Allerdings ist das knapp gewordene Baumaterial nicht der einzige Grund, warum die Mehlschwalben nur noch selten zu beobachten sind. Es fehlt ihnen an Futter. Denn nur in Gebieten mit Viehhaltung und feuchten Niederungen ist der Tisch für die Vögel reichlich mit Insekten gedeckt. Deshalb weist Schäfer darauf hin, dass es nur Sinn mache, Bruthilfen am eigenen Haus anzubringen, wenn dieses in einem schwalbentauglichen Gebiet liege. In Burgdorf gehören dazu die Wohngebiete rund um den Stadtpark, der von der Aue und dem Gümmekanal durchzogen wird. Im Uetzer Gemeindegebiet ist es das Fuhsetal. „In Gebieten mit ausreichendem Nahrungsangebot, aber Mangel an Lehmpfützen kann es deshalb sinnvoll sein, künstliche Mehlschwalbennester anzubringen“, erläutert die Nabu-Sprecherin. Weil sie Koloniebrüter sind, sollten stets mehrere Nester nebeneinander unter dem Dachüberstand hängen.

Wer Mehlschwalben ein neues Zuhause geben will, kann sich an den Burgdorfer Nabu-Experten Bernd Rose, Telefon (05136) 81265, wenden. Bei ihm gibt es die Schwalbennester. Übrigens werden Naturfreunde, die ihr Gebäude für den Schwalbenschutz zur Verfügung laut Schäfer mit den neugeschaffenen Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ vom Nabu ausgezeichnet.

Von Anette Wulf-Dettmer

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