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Umland Burgdorf Nachrichten Stadt sieht Anlieferverkehr zur Kalihalde kritisch
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18:44 01.02.2018
Die Stadt Burgdorf will verhindern, dass die Sorgenser Ortsdurchfahrt zur Hauptanfahrtsroute für die Lastwagen wird, die Bauschutt und andere Materialien zur Wathlinger Kalihalde bringen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf

Nach den bisherigen Planungen wird kalkuliert, dass täglich rund 100 Lastwagen die Halde ansteuern werden - über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren. Davon sollen 70 bis 80 Prozent aus dem Großraum Hannover kommen. Laut Verkehrsgutachten soll eine Beschilderung dafür sorgen, dass nur etwa fünf Lastzüge pro Tag den Weg über die Landesstraße 311 durch Sorgensen und Dachtmissen nehmen. Die anderen sollen über die Bundesstraße 188 und den Schwüblingser Kreisel beziehungsweise über die B 3 und den Röhndamm geleitet werden.

Die Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger und Jörg Neitzel halten das für unrealistisch. "Die Navis zeigen eine andere Route", sagt Schwerdtfeger. "Und die Fuhrunternehmer sorgen dafür, dass die Fahrzeuge stets den kürzesten Weg wählen", meint auch Neitzel. Nach seinen Angaben ist der Unterbau der Landesstraße 311 "für solche Massen von Lastwagen gar nicht ausgelegt". Die zurzeit geplante Sanierung der Fahrbahn "wäre dann für die Katz", kritisiert er. Diese Gefahr sieht der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau, Friedhelm Fischer, nicht:„In der Planung für den Ausbau der Straße ist die Lastwagenbelastung mit eingerechnet. Das ist nichts Außergewöhnliches“, sagte er auf Anfrage der Redaktion.

Die Stadtverwaltung hat angesichts des zu erwartenden Anliefersverkehrs eine Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren verfasst, die jetzt den politischen Gremien zur Beratung vorgelegt wird. "Die Stadt Burgdorf bezweifelt, dass die vorgesehenen Maßnahmen ausreichend sind", heißt es in dem Entwurf. Es sei mit täglich rund 60 zusätzlichen Lastwagenfahrten in den beiden Dörfern zu rechnen. Das bedeute nicht nur eine deutlich höhere Belastung der Bewohner durch Lärm und Abgase, sondern könne auch die weitere Entwicklung der Ortschaften beeinträchtigen: Neue Baugebiete könnten unter Umständen nicht mehr ausgewiesen werden.

Die Stadt fordert, bei der Bewertung der möglichen Varianten "das Schutzgut Mensch stärker zu gewichten". Bei der Verkehrsuntersuchung bereits verworfene Alternativen zur Verkehrsführung "sind erneut und vertieft zu untersuchen", heißt es weiter in der von Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann entworfenen Stellungnahme.

Statt nur auf eine Ausschilderung der Routen zu setzen, sollten vielmehr die Fuhrunternehmen vertraglich verpflichtet werden, sich an die Verkehrsführung zu halten, lautet eine weitere Forderung. Das solle kontrolliert und Verstöße sollten bestraft werden - bis hin zu Baustellenverboten für uneinsichtige Fahrer.

Die Stellungnahme wird jetzt in den zuständigen Ratsausschüssen beraten, bevor der Verwaltungsausschuss der Stadt sie endgültig beschließt. Damit die betroffenen Bürger sich informieren und möglicherweise eine eigene Stellungnahme zu dem Verfahren abgeben können, liegen die Unterlagen bis zum 22. Februar im Rathaus IV, Vor dem Hannoverschen Tor 27, aus. Stellungnahmen sind bis zum 22. März möglich. Außerdem plant die Stadt eine Einwohnerversammlung, deren Termin jedoch noich nicht feststeht.

Von Thomas Böger

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