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Nachrichten Feuerwehrmann seit 75 Jahren
Umland Burgdorf Nachrichten Feuerwehrmann seit 75 Jahren
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20:36 23.02.2018
Friedel Hoppe hat in seiner aktiven Zeit als Feuerwehrmann noch mit diesen - inzwischen historischen - Tragkraftspritzen gearbeitet. Wie sie funktionieren, weiß er heute noch. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Burgdorf

 Als Friedel Hoppe in die Feuerwehr eingetreten ist, rückte die Einsatzkräfte noch mit der Handdruckspritze aus. Seitdem sind 75 Jahre vergangen, doch Hoppe ist noch immer Mitglied der Burgdorfer Feuerwehr. Für dieses ungewöhnliches Engagement wird der 90-Jährige bei der Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr am Sonnabend, 24. Februar, mit der seltenen Ehrennadel „75 Jahre Feuerwehr“ ausgezeichnet. Der Landesfeuerwehrverband hat sie erst vor zwei, drei Jahren geschaffen. Bislang gab es noch keinen Bedarf, doch die Menschen werden älter. 

Von den 75 Jahren in der Feuerwehr Burgdorf hat Hoppe 50 Jahre aktiven Dienst geleistet. 1990 sei er zu den Alterskameraden gewechselt, erzählt Hoppe: „Mit 62 geht man eben in Feuerwehrrente.“ Die technische Revolution in der Brandbekämpfung hat Hoppe aus erster Hand miterlebt. Ihr erstes Tanklöschfahrzeug bekamen die Burgdorfer Mitte der Fünfziger Jahre. Zuvor hatten die Tragkraftspritzen die Handdruckspritzen abgelöst. „Ich habe den ersten Rüstwagen der Burgdorfer Feuerwehr 1967 in Empfang genommen. Und 1968 dann die erste Drehleiter“, sagt Hoppe, der auch Gründungsmitglied der feuerwehreigenen Tauchergruppe ist. „Wir haben uns damals das Tauchen selbst beigebracht“, erinnert er sich. „Geübt haben wir im Teich bei Ehlershausen.“

Prägende Erlebnisse für Hoppe waren vor allem die Einsätze während des Zweiten Weltkriegs, an die er sich noch heute gut erinnert. Im Dezember 1942, als 15-Jähriger, kam er zur Burgdorfer Feuerwehr. Er gehörte dem Überland-Löschzug an, der nach Bombenangriffen auch in Hannover und Braunschweig im Einsatz war. „War Fliegeralarm in Burgdorf, musste ich aus der Schule zur Feuerwache rennen“, erzählt der 90-Jährige. Auch beim Brand der Erdölraffinerie in Dollbergen am 8. August 1944 war der junge Feuerwehrmann im Einsatz. „Wir haben mit dem Wasser aus der Fuhse gelöscht und mussten eine lange Wegstrecke überbrücken.“ Schrecklich sei der Einsatz nach einem Unfall an der Bahnstrecke Otze-Burgdorf gewesen, erinnert er sich. Im Mai 1944 stieß dort ein Traktor mit zwei Anhängern, auf denen rund 60 Arbeiterinnen der Konservenfabrik saßen, mit einem Zug zusammen. Es gab Tote und Verletzte.

Noch im selben Jahr wurde Hoppe eingezogen und für den Panzernahkampf in Tschechien ausgebildet. Er geriet in russische Gefangenschaft und wurde am 1. Januar 1950 nach Hause entlassen. „Das erste Haus, das ich in Burgdorf betreten habe, war der ,Mond’“, erzählt Hoppe schmunzelnd. Der „Mond“ war eine Gaststätte mit Ausspann. „Dann habe ich mich bei Stadtbrandmeister Adolf Michelsen zurückgemeldet.“

Nur ungern erinnert Hoppe sich an die Explosion der Dampfwäscherei Steding am 17. Januar 1957. „Es war einer der schlimmsten Einsätze, die ich mitgemacht habe.“ Bei diesem Unglück starb sein bester Freund, der in der Wäscherei arbeitete. Ein herabstürzender Wasserkessel hatte ihn unter sich begraben. Hoppe und seine Feuerwehrkameraden konnten ihn nur noch tot bergen. 

Ortsbrandmeister zieht Bilanz eines sturmreichen Jahres

Die Unwetter im vergangenen Jahr haben die Einsatzbilanz der Ortsfeuerwehr Burgdorf in die Höhe getrieben. Was die die Einsatzkräfte 2017 alles leisten mussten, berichtet Ortsbrandmeister Florian Bethmann in der Jahresversammlung am Sonnabend, 24. Februar. Beginn ist um 18 Uhr im Feuerwehrhaus, Vor dem Celler Tor. Neben der Bilanz Bethmanns geben der Jugend- und der Kinderfeuerwehrwart ihre Jahresberichte. Nach der Pause werden verdiente und treue Feuerwehrmitglieder – unter anderem Friedel Hoppe – geehrt. Zudem wird es einige Beförderung geben, denn Burgdorfs Feuerwehrleute haben sich auch 2017 fleißig weitergebildet. dt

Von Anette Wulf-Dettmer

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