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00:15 13.11.2017
Pastor Michael Schulze schildert den Teilnehmern des Gedenkweges an Rathaus II die Geschehnisse in der Burgdorfer Reichspogromnacht, so wie sie der ehemalige Pankratius-Pastor  Rudolf Bembenneck  von Augenzeugen erfahren hatte.  Quelle: Sandra Köhler
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Burgdorf

 In der Stadt an der Aue herrscht, nicht zuletzt Rudolf Bembenneck, dem ehemaligen Pastor an St. Pankratius, wegen, eine sehr lebendige Erinnerungskultur.  Dafür, dass gerade in Zeiten, in denen die Unzufriedenheit wächst und damit radikalem Gedankengut Tor und Tür geöffnet wird, die unfassbaren Gräuel der Nazizeit nicht unter dem Mantel des Schweigens verschwinden, hat der Arbeitskreis 9. November  am Donnerstag ein Zeichen gesetzt. 

 Anlässlich des Gedenkens an die Reichspogromnacht am 9. November 1938, die auch in Burgdorf den Auftakt zur systematischen und großangelegten Verfolgung der Juden bildete, marschierten rund 50 Teilnehmer, darunter zahlreiche Ratsmitglieder, vom Rathaus II an der Marktstraße zu verschiedenen Stolpersteinen, um den dort einstmals lebenden jüdischen Bürgern und ihren Schicksalen zu gedenken.

Quelle: Sandra Köhler

Bevor der Gedenkzug, der aus organisatorischen Gründen erstmals offiziell als Demonstration hatte angemeldet werden müssen, sein Ende in der Nähe des Schlosses fand, in dem der Theologe Friedrich Erich Dobberahn  das Thema mit einem Vortrag "Wie man vom Genozid reden muss" vertiefte, rief Pastor Schulze den Anwesenden die Vorkommnisse des 9. Novembers 1938 ins Gedächtnis. Niedergeschrieben hatte diese Bembenneck nach Berichten von Augenzeugen. Die Synagoge an der Poststraße, die heutige KulturWerkStadt, wurde nach Schändung und Plünderung nur deshalb nicht in Brand gesetzt, weil zu befürchten stand, dass die umliegenden Fachwerkhäuser nicht vor einem Übergreifen der Flammen geschützt werden könnten. 

Unter den in der Nacht des 9. November verhafteten und ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppten Burgdorfer Juden war auch der Schlachtermeister Hermann Cohn, der letzte Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Burgdorf.  Die Geschäftsräume der Schlachterei in der Gartenstraße 9 wurden von SA-Männern demoliert. Und  als  Cohn Mitte Dezember 1938 aus dem Konzentrationslager nach Burgdorf zurückkehrte, fand er an einer Wand im Bahnhof seinen mit einem roten Hakenkreuz beschmierten Meisterbrief.

Von Sandra Köhler

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