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Umland Burgdorf Nachrichten Bürgerwindpark für Dachtmissen geplant
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01:00 10.03.2018
So sieht bislang die Verteilung der drei Windenergieanlagen im Bürgerwindpark östlich von Dachtmissen aus. Ein zunächst geplanter vierter Standort (Nummer 1) ist inzwischen gestrichen worden. Quelle: HAZ-Grafik
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Dachtmissen

 Östlich der Ortschaft soll ein Bürgerwindpark entstehen. Initiatoren des Projekts sind 16 Grundstückseigentümer in der Dachtmisser Feldmark. „Bislang haben wir nur den Bauantrag bei der Region gestellt“, sagt deren Sprecher, der Dachtmisser Landwirt Albert Schrader junior.  Diese habe keine Bedenken gegen den Bau der drei Windräder. Weitere zwölf Institutionen sind laut Schrader jetzt aufgerufen, ihre Stellungnahmen abgeben. 

Dazu gehört die Stadt Burgdorf, die um das sogenannte gemeindliche Einvernehmen zu dem Standortvorbescheid gebeten wird. Das hat der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss am Dienstagabend hergestellt – gekoppelt an mehrere Bedingungen: Die Standorte der drei Windräder sollen demnach optimiert werden. Vor allem die Windenergieanlage Nummer 3, die mit etwas mehr als 800 Metern den geringsten Abstand zum Dorf hat, soll weiter nach Osten rücken und mindestens 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung haben. So soll erreicht werden, dass die Anwohner vom Schall und Schattenwurf der Rotoren nicht gestört werden. Des Weiteren verlangt Burgdorf umfassende aktuelle Gutachten zum Artenschutz und zur Verträglichkeit mit dem Landschaftsbild und der Naherholung. 

Im Dorf stößt das Projekt auf Widerstand. Das zeichnete sich bereits in den Diskussionen um die Vorrangflächen für Windenergie im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) vor mehr als zwei Jahren ab. „Mitnichten haben sich alle Dachtmisser mit dem Projekt arrangiert“, sagt Ortsvorsteher Jörg Neitzel. Nicht zuletzt, weil die wenigsten Flächen Dachtmissern gehörten, sondern Hänigsern, Obershagenern und der St.-Pankratius-Kirchengemeinde. Derzeit formierten sich die Gegner, um – wenn erforderlich mit einer Klage – gegen den Windpark vorzugehen. „Für den Dorffrieden ist das nicht zuträglich“, sagt Neitzel. Er zeigt sich überzeugt, dass die Akzeptanz höher wäre, wenn die WEA 3 verlegt würde. „Ohne diese Änderung gibt es massiven Stress in Dachtmissen“, warnt er.

Sobald alle Stellungnahmen vorliegen, wollen die Windpark-Initiatoren ihre Pläne und Gutachten überarbeiten und zur Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutz-Gesetz einreichen. „Wenn wir das Okay haben, werden wir bei der Bundesnetzagentur den Antrag stellen, als Bürgerwindpark Strom ins Netz einspeisen zu dürfen“, kündigt Schrader an.

Liegt der Zuschlag vor, geht es ans Bauen: Vom Erdboden bis zur Flügelspitze werden die drei Windräder 171,5 Meter messen, bei einer Nabenhöhe von 115 Metern. Ihre Leistung liegt jeweils bei 3,2 Megawatt. Das bedeutet, dass die drei Anlagen maximal 9600 Kilowattstunden Strom in einer Stunde produzieren können. Zum Vergleich: Der Ehlershäuser Windpark mit seinen neuen, nur 100 Meter hohen Anlagen hat eine Leistung von 8,1 Megawatt. Projektierer des Dachtmisser Windparks ist die Reon AG aus Lilienthal.

Zurzeit haben sich die 16 Grundeigentümer die rechtliche Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegeben. „Wenn alles in trockenen Tüchern ist, wollen wir eine GmbH und Co. KG gründen“, sagt Schrader. Dann werde sich auch entscheiden, ob alle 16 dabei bleiben oder einige aussteigen und ob weitere Interessenten in die Kommanditgesellschaft einsteigen wollen. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro.

Von Anette Wulf-Dettmer

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