Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Der Pappaul ist das Forum Romanum Hänigsens 

Uetze Der Pappaul ist das Forum Romanum Hänigsens 

Der plattdeutsche Schriftsteller Theodor Lampe beschreibt in seinen Geschichten das Leben in Hänigsen um 1900. Er vergleicht darin den Pappaul mit dem Forum Romanum in Rom.

Voriger Artikel
„Jeder hat seine Position zur GroKo eingenommen“
Nächster Artikel
Welcher Vogel wohnt denn hier? 

Heimatbundmitglied Gerd Kroll wirft in der Heimatstube einen Blick auf das Buch "Lampen Theodor vertellt". Das Titelbild zeigt den Pappaul um 1900.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Hänigsen.  Das Zentrum Hänigsens war von jeher der Pappaul. „Wat dat Forum Romanum vorr Rom is, dat is dä Pappaul vorr Hänsen (Was das Forum Romanum für Rom ist, das ist der Pappaul für Hänigsen)“, schreibt der in Hänigsen geborene plattdeutsche Schriftsteller Theodor Lampe in einer seiner Geschichten. Dem 1968 verstorbenen Autor widmet der Heimatbund in der Heimatstube im Haus am Pappaul einen Schaukasten, in dem auch das Buch „Lampen Theodor vertellt“ gezeigt wird.

Diese Zeichnung von Theodor Lampe ist in dem Buch "Lampen Theodor vertellt" abgebildet

Diese Zeichnung von Theodor Lampe ist in dem Buch "Lampen Theodor vertellt" abgebildet.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Scjhiller

Das 160 Seiten dicke Buch hatte der Heimatbund 1982 zu Lampes 100. Geburtstag herausgegeben. Dafür hatte der frühere Hänigser Rektor und Heimatforscher Albert Depenau Lampes Publikationen und Manuskripte gesichtet und daraus Geschichten und Gedichte für das Buch ausgewählt. Die  meisten hatte Lampe in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts zu Papier gebracht.

„Theodor Lampe hat in seinen plattdeutschen Erzählungen und Gedichten ein anschauliches und wirklichkeitsnahes Bild von den Lebensumständen der Menschen seines Heimatortes in der Zeit um 1900 gezeichnet“, schrieb Depenau im Vorwort. Lampe habe ein Bild der Bewohner, ihrer Arbeitsverhältnisse sowie ihrer sozialen und  wirtschaftlichen Situation gezeichnet.

So erfahren die Leser, dass die meisten Gastwirte früher auch einen Krämerladen betrieben. Dort hätten die Frauen aus dem Dorf Salz, Senf, Pfeffer, Essig, Zucker, Petroleum und Heringe gekauft. Genauso wie heute war das Schützenfest ein gesellschaftliches Ereignis. „Tau’n Schiebenbaire tog’n alle Hänschen Jungkerls un Mäkens, dä utwats wörrn, weer na Hus (Zum Schützenfest zogen alle Hänigser jungen Männer und Mädchen, die auswärts waren, wieder nach Haus)“, heißt es an anderer Stelle in dem Buch. Früher feierten die Hänigser nicht im August, sondern Pfingsten Schützenfest.

 Gefeiert wurde auch das Schlachten eines Schweins. Doch bevor man sich gemütlich zusammensetzte, mussten die Nachbarn und Freunde helfen. Außer dem Schlachter seien mindestens noch vier starke Männer nötig gewesen, um das Schwein zu halten, bevor es abgestochen wurde, berichtet der plattdeusche Schriftsteller.

Lampe wurde am 9. Oktober 1882 im alten Schulhaus am Pappaul geboren. Sein Vater war seit 1880 erster Lehrer, Küster und Organist in Hänigsen. Wie sein Vater wurde auch Lampe Lehrer. Er unterrichtete zunächst an Schulen im Landkreis Peine, später bis zu seinem Ruhestand in Celle. Am 13. Juli 1968 kam er bei einem  Verkehrsunfall ums Leben.

Der Heimatbund hat noch Exemplare, des 1982 erschienenen Buches. Es kostet zehn Euro. 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Nachrichten