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Umland Burgdorf Nachrichten Keine Hundefreilauffläche in Sorgensen
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00:40 31.05.2018
Idyllisch am Rande Sorgensens gelegen: Auf diesem 5000 Quadratmeter großen Grundstück hätten die Hunde der Interessengemeinschaft „Hundetraum im Erlengrund“ viel Platz zum Toben gehabt. Quelle: Köhler
Sorgensen

Die von der früheren Ratsfrau Christine Gross ersehnte Hundefreilauffläche schien zum Greifen nah. Doch das Vorhaben, sie auf einem angemieteten Grundstück am Dachtmisser Weg einzurichten, ist am Widerstand von Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger (FDP) gescheitert.

„Der Klügere gibt nach“, gibt sich Gross enttäuscht. Ihre Initiative hat sie inzwischen abgeblasen: „Wir haben ein schönes Gelände gehabt, es aber nicht guten Gewissens nutzen können aus Angst, dass uns Herr Schwerdtfeger das Leben zur Hölle macht.“

Der Ortsvorsteher beteuert freilich, dass er bereit wäre, Gross bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Das von ihr favorisierte Grundstück sei jedoch wegen Bedenken von Anwohnern und seiner Nähe zum Naturschutzgebiet Burgdorfer Holz nicht geeignet. Außerdem fehle ein Konzept mitsamt Überlegungen zur Haftung und Nutzung. „Was ist, wenn ein Hund ausbüxt oder jemanden beißt? Wer soll das Gelände nutzen dürfen und zu welchen Zeiten? Über all dies muss man sich doch im Vorfeld Gedanken machen“, argumentiert Schwerdtfeger. Das hätte er ihr auch gern persönlich auseinandergesetzt, sagt er: „Aber Frau Gross hat im Vorfeld keinen Kontakt mit mir aufgenommen. Ich habe erst durch einen Brief, in dem sie um Sponsoring bat, von der Sache erfahren.“

Seit Jahren versucht die erklärte Hundefreundin ihr Vorhaben zu verwirklichen, hat mit befreundeten Hundebesitzern sogar die Interessengemeinschaft (IG) „Hundetraum im Erlengrund“ gegründet. Nach einem Zeitungsartikel über ihren Versuch, in Hülptingsen eine Fläche zu finden, hatte sich der Grundstückseigentümer aus Sorgensen bei Gross gemeldet und ihr eine etwa 5000 Quadratmeter große Fläche am Dachtmisser Weg zur Pacht angeboten. „Wir hatten das Ganze schon per Handschlag festgemacht“, sagt Gross, „Der schriftliche Vertrag sollte folgen. Die Mitglieder der IG wollten mich dabei finanziell unterstützen.“ Doch dazu kam es nicht.

Zum Nachbarhaus hätte noch ein Zaun gezogen werden sollen. Quelle: Sandra Köhler

Denn Schwerdtfeger schickte Gross eine E-Mail und äußerte als Ortsvorsteher und als Anlieger, der er privat ist, große Bedenken, sobald er von dem Vorhaben Wind bekommen hatte: „Natürlich wäre es schön, wenn sie eine Freilauffläche für Hunde bekommen. Diese sollte aber möglichst weit ab von Wohnbebauung und dem Landschaftsschutz unterliegenden Flächen befinden.“ Anlieger hätten ihm mitgeteilt, dass sie um die Sicherheit von Kindern und eigenen Hunden fürchteten. In der Nachbarschaft gebe es Schafe mit Jungtieren, infolge der von der Region geförderten Beruhigung der Landschaft hätten sich dort auch Rebhühner, Pfauen und Rehe angesiedelt. All diese würden vom Treiben auf der Freilauffläche massiv gestört. Er wolle mit dem Eigentümer reden und, wenn dieser seinen Argumenten nicht zugänglich sei, nötigenfalls die Stadt Burgdorf einschalten, ließ der Ortsvorsteher Gross wissen.

„Die Bebauung existierte bereits, bevor das Schutzgebiet ausgewiesen wurde. Die B 188 läuft da auch vorbei und ist nicht unbedingt umweltfreundlich. Und außerdem: Wozu ist es ein Privatgrundstück, wenn man darauf nicht einmal machen darf, was man will?“, fragt Gross. Wildtiere und Anwohner würden schon deshalb nicht gefährdet, weil die Wiese eingezäunt worden wäre. „Außerdem wollten wir ungefähr ein Drittel nicht mähen. Einerseits der Insekten wegen. Andererseits, um dadurch die Hunde von diesem Teil wegzuhalten und die Nachbarn nicht zu stören.“ Der potenzielle Verpächter habe ihr signalisiert, dass er keinerlei Probleme in der vorgesehenen Nutzung sehe. „Das einzige wäre vielleicht die Störung durch unsere Autos gewesen. Hätte man mit uns vernünftig gesprochen, hätten wir weiter weg geparkt“, sagt Gross: „Wir wären vielleicht dreimal in der Woche für jeweils ein bis zwei Stunden da gewesen. Und nie alle 18 IG-Mitglieder samt der dazugehörigen Hunde gemeinsam. Wir wollten doch keine Grillfeten feiern.“

Ihren Traum will Gross trotz der Verunsicherung, die Schwerdtfegers Äußerungen in der IG bewirkt hätten, nicht aufgeben: „Für dieses Jahr ist die Brut- und Setzzeit bereits fast vorbei. Jetzt habe ich ein wenig Zeit zu überlegen, wie ich es weiter angehe.“

„Wir haben doch mehrere Hundevereine in der Umgebung. Die befinden sich dort, wo es keinen stört. Eigentlich wäre es naheliegend, dort einmal nachzufragen“, regt Schwerdtfeger an: „Man muss das Rad ja nicht neu erfinden. Und vielleicht ist es ja möglich, sich da für kleines Geld in die Versicherung einzuklinken.“ Er sei bereit, Gross bei entsprechenden Gesprächen zu unterstützen, bietet der Ortsvorsteher – selbst Hundehalter – an.

Von Sandra Köhler

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