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00:15 28.04.2017
Von Stefan Heinze
Halit Özden ist für den Kinderschutzbund wochentags am Nachmittag Ansprechpartner in der offenen Jugendarbeit. Quelle: Stefan Heinze
Burgdorf

Seit dem Weggang der Sozialpädagogin Susanne Jänicke Ende Oktober hatte die niedrigschwellige Streetworker-Tätigkeit brach gelegen - bis zu diesem Monat. Dann öffnete Halit Özden, der beim Kinderschutzbund Burgdorf (KSB) mit einem Dienstleistungsvertrag zwischen Stadt und KSB aktiv ist, den Treff wieder. Im Juni beginnt die Sozialpädagogin Nathalie Bernert im Auftrag der Stadt dort mit ihrer Arbeit.

Bei der Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen, an die sich das Tandem-Angebot von Stadt und Kinderschutzbund richtet, „sind Problemstellungen da, die geschlechterspezifische Ansprache erfordern“, sagte am Freitag der Leiter des Jugendamtes, Jens Niemann. Wenn Mädchen etwa Stress mit ihrem Freund hätten, sei es leichter, sich einer Frau gegenüber zu öffnen, konkretisierte Niemann die Anforderung.

Der Leiter des Jugendamtes ist froh, „dass ein kleines Team fortan gemeinsam Aktionen und Arbeitsinhalte ausgestalten kann.“ Das ermögliche fachlichen Austausch und so mehr Arbeitsqualität. Die Streetworker-Vorgänger hatten ihre Aufgabe als Einzelkämpfer wahrgenommen und auf eine paritätische Team-Besetzung gedrungen, die Politik auf die Wiederaufnahme des Angebots der mobilen Jugendhilfe.

Özden öffnet den Treff jetzt montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr. Derzeit gingen täglich zwischen zehn und 15 Jugendliche – Mädchen und Jungen etwa je zur Hälfte – in dem Treff ein und aus, hat er beobachtet. Mit einem Teil von ihnen hat Özden in den Osterferien schon die Wandgestaltung der Kellerräume in Angriff genommen. Manche der Jugendlichen kennen den neuen Mann von der mobilen Jugendhilfe schon von seinen anderen Aufgaben und finden so den Weg zu dem Treff. Am Vormittag ist Özden als Schulbegleiter in der Grundschule aktiv, in der Mittagszeit in der Flüchtlingssozialarbeit. „Das ist für mich mein Traumberuf“, sagt der gelernte Industriekaufmann, der Erfahrung aus zwei Jahrzehnten Jugendarbeit im Fußball mitbringt.

Sobald Bernert ihren Dienst in der mobilen Jugendhilfe angetreten hat, soll an einem gemeinsamen Konzept für das von Stadt und KSB verantwortete Streetworker-Angebot gearbeitet werden. Darauf machte KSB-Projektmanagerin Annegret Lange-Kreutzfeldt aufmerksam. Schon jetzt stehe fest, dass das erlebnispädagogische Angebot in Kooperation mit dem Johnny B. gestärkt werden soll. Özden könnte sich vorstellen, auch Mitternachtssport anzubieten. Zunächst aber sollen die Kellerräume des Treffs wieder hergerichtet werden. Dafür sucht der Streetworker dringend gebrauchte Regale und für die Beschäftigung der Jugendlichen geeignete Gesellschaftsspiele. Wer die offene Jugendarbeit dahingehend unterstützen möchte, erreicht Özden unter Telefon (01 76) 54 44 19 63.

Halit Özden ist für den Kinderschutzbund wochentags am Nachmittag Ansprechpartner in der offenen Jugendarbeit. Quelle: Stefan Heinze

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