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Umland Burgdorf Nachrichten Karen Lindner leitet Grundschule in Otze
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00:33 28.02.2018
Die neue Schulleiterin Karen Lindner wuchs in Otze auf und turnte einst selbst auf dem Klettergerüst, das nach wie vor den Schulhof ziert. Quelle: Joachim Dege
Otze

 Die Grundschule Otze hat wieder eine Schulleiterin. Karen Lindner hat am 1. Februar ihren Dienst in der Zwergschule mit aktuell fünf Klassen aufgenommen. Sie tritt damit das Erbe von Antje Kuchenbecker-Rose an, die schon vor einem Jahr an die Grundschule Burgdorf in der Innenstadt wechselte. 

Lindner, die zuletzt an der Gudrun-Pausewang-Grundschule in der Südstadt unterrichtete, ist 43 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Söhnen im Alter von elf und 15 Jahren, die beide das Gymnasium in Burgdorf besuchen. Sie wohnt mit ihrer Familie in Ehlershausen, so wie Schulsekretärin Okka Wyrwoll, zwei weitere Kolleginnen und Hausmeister Heiko Bange.

Lampenfieber hatte Lindner keines zum Amtsantritt. Im Gegenteil. Als sie morgens zu der Schule fuhr, die sie als Kind einst selbst besuchte, fand sie: „Es fühlt sich richtig an.“ Von Bange ließ sie sich an ihrem ersten Arbeitstag in Otze noch einmal jeden Winkel des Gebäudes zeigen und die Schlüssel aushändigen, bevor sie nachmittags auch noch den Antrittsbesuch bei Schuldezernentin Anne Wolters in Hannover machte.

Lindner kannte bereits vor ihrem ersten Tag drei Viertel des kleinen, neunköpfigen Kollegiums, das von zehn pädagogischen Mitarbeiterinnen unterstützt wird. „Ich wusste, ich komme in ein funktionierendes System“, sagt sie. Dafür hätten auch ihre Kolleginnen Katrin Beilken und Anke Jörns gesorgt, die die Schule zuletzt kommissarisch leiteten. „Wir müssen uns jetzt langsam zusammenarbeiten.“ Das habe in den vergangenen Wochen begonnen, als Lindner bereits an Dienstbesprechungen teilnahm, Ortsratssitzungen beiwohnte und Gespräche mit den Architekten führte, die das akute Raumproblem der Schule lösen sollen.

Denn das ist eines der beiden Bretter, die Lindner in den nächsten Monaten zu bohren haben wird. Die Schule brauche dringend einen Umbau zur zweizügigen Grundschule. Fünf Millionen Euro werde das nach einer ersten Kostenschätzung verschlingen. Die Schule platze aus den Nähten. 

Diese Collage mit vielen guten Wünschen für den neuen Job haben Otzes Grundschüler für ihre neue Schulleiterin gebastelt. Quelle: Joachim Dege

Zurzeit besuchen 91 Kinder die fünf Klassen: drei sogenannte Eingangsklassen, in denen Grundschüler die Klassenstufe 1 und 2 in ein, zwei oder drei Jahren bewältigen können, sowie eine dritte und eine vierte Klasse. Laut Prognose der Stadt würden es in absehbarer Zeit acht Klassen sein, die im Schulgebäude unterkommen müssten, sagt Lindner. Schon jetzt müssten die Kolleginnen den Mehrzweckraum, die Küche und eine umgebaute Dachkammer für den Unterricht nutzen. Der Umbau müsse also schnell passieren. Der Raumbedarf sei vermutlich schneller da, als der Umbau fertig werde. Daher brauche es eine Übergangslösung, die trägt. Auch daran arbeitet Lindner mit. In dieser Woche traf sie sich deshalb mit Schulabteilungsleiter Henry Barm.

Die zweite Herausforderung, mit der sich die Pädagogin aktuell konfrontiert sieht, kam aus heiterem Himmel. Die Region dreht an der Schülerbeförderung. Elf Kinder aus Dachtmissen, Sorgensen und Weferlingsen, die bisher mit dem Sammeltaxi gebracht und wieder abgeholt werden, sollen künftig mit Bussen und S-Bahn fahren. Dabei müssten sie dann 18 Minuten lang wartend auf dem Bahnsteig in Burgdorf stehen, wo ständig lange Güterzüge durchbrausten und einen ungeheuren Sog entwickelten. Das hält Lindner für unzumutbar. Sie will sich deshalb an der Seite der betroffenen Eltern dafür einsetzen, dass alles bleibt, wie es aus ihrer Sicht seit Jahrzehnten gut funktioniert.

„Ich bin von Herzen gern Lehrerin“, bekennt die 43-Jährige, die neben allen organisatorischen Aufgaben, die sie als Schulleiterin zu bewältigen hat, auch noch gern unterrichtet. In der Eingangsstufe gibt sie Mathematik und Musik. In ihrer ersten Woche in Otze musste sie wegen des aktuell hohen Krankenstands jede Menge Vertretungen übernehmen, lernte so fast alle Kinder kennen. In den dritten und vierten Klassen gibt sie zudem Förder- und Forderunterricht. Dass die Arbeitsbelastung hoch sei, habe sie gewusst. Da helfe es, dass die Familie daheim das alles mittrage. Ihre Jungens seien sehr selbstständig. Und Familienhund Barny, den nehme sie zu Not auch schon mal in die Schule mit.

Lindners Vorgängerin Antje Kuchenbecker-Rose (links) macht ihrer Schulleiterkollegin einen Antrittsbesuch. Quelle: Joachim Dege

Von Joachim Dege

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