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Vieles kommt nicht mehr in die Plastiktüte

Burgdorf Vieles kommt nicht mehr in die Plastiktüte

Auf dem Wochenmarkt werden viele Produkte nicht in Folie verschweißt verkauft und auch viele Papiertüten kommen zum Einsatz. Gleichwohl könnte der Markt beim Thema Nachhaltigkeit noch besser werden. Das zeigten am Mittwoch Äußerungen von Marktbesuchern.

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Marktleiter Rudolf Roll nimmt von Dajana Brase gebauchte Plastiktüten entgegen.

Quelle: Stefan Heinze

Burgdorf. "Man sollte die ganzen kleinen Plastikttüten abschaffen und Papiertüten nehmen, wie früher", sagte beispielsweise Heide Götting. Doch ganz ohne Tüten gehe es leider nicht, zum Beispiel bei Erdbeeren, bedauerte Götting. "Vieles braucht gar nicht eingepackt zu werden", sagte die Marktbesucherin zudem.

Ähnlich argumentierte auch Fritz Röttger. "Ich war gerade in Schweden und habe mir das angesehen. Da sind die Tüten aus Papier. Das geht. Daran kann man sich gewöhnen", sagte der Senior nicht nur im Bezug auf den Markteinkauf. Nur bei schweren Lasten seien Kompromisse nötig. Dann aber sollten die Tüten aus verrottbarem Kunststoff sein.

Radikaler denkt Paula Kusber. "Wir sollten Burgdorf zur plastiktütenfreien Stadt entwickeln", sagte die Burgdorferin. Dass dafür auch rechtliche Hindernisse zu überwinden wären, machte der Olivenverkäufer Mohammed Wahdat deutlich. "Ich mache mir Sorgen um die Umwelt", sagte der Händler. Er würde seine Oliven gerne in mitgebrachte Behältnisse der Kunden abfüllen, aber das Gesundheitsamt erlaube das nicht. "Das kann ich nicht nachvollziehen", sagt Wahdat. Der Markt sei aber auch so sehr ökologisch, fand Dajana Brase, die regelmäßig mit einer Kindergruppe einkaufen geht.

Die Aktion des Betreibers Marktgilde, fünf Plastiktüten gegen eine Spende von einem Euro für das Heilpädgagogische Zentrum gegen einen Stoffbeutel zu tauschen, stieß auf unterschiedlich Reaktionen. Bis zum späten Vormittag nutzten rund 40 Befürworter die Aktion. Einige Marktbesucher äußerten allerdings auch Zweifel am ökologischen Mehrwert der Aktion, weil die abgegeben Plastikbeutel dorthin entsorgt würden, wohin sie auch ohne die Aktion gekommen wären: in den gelben Sack. Am Sonnabend, 30. September, will die Marktgilde ihre Aktion gleichwohl wiederholen.

Im vergangenen Jahr gab die Marktgilde nach eigenen Angaben rund 500 Stoffbeutel an Marktbesucher ab. "Viele kommen damit regelmäßig zum Einkaufen auf den Markt", hat Marktleiter Rudolf Roll beobachtet. Doch der Markteinkauf mit dem Stoffbeutel muss keine geänderte Praxis der Kunden sein. Die meisten Leute kämen ohnehin mit ihren eigenen Taschen zum Markt, schilderte Kundin Ruth Schüttler ihre langjährige Erfahrung.

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Fotostrecke Burgdorf: Vieles kommt nicht mehr in die Plastiktüte

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