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Umland Burgdorf Nachrichten Region ordnet Schulweg mit Umsteigen an
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16:24 25.02.2018
Sammeltaxi-Fahrer Heinrich Schlumbohm transportiert jeden Morgen Grundschüler aus Dachtmissen, Sorgensen und Weferlingsen nach Otze zur Grundschule. Quelle: Dege
Burgdorf

 Die Region will Dritt- und Viertklässler aus Dachtmissen, Sorgensen und Weferlingsen, die aktuell noch mit dem Sammeltaxi zur Schule fahren, ab Mitte März mit Bus und Bahn auf den Schulweg nach Otze schicken. Die Grundschulleitung hat Bedenken. Die Eltern sind empört. Am Donnerstagabend haben sie ihre Sorgen im Ortsrat von Otze vorgetragen.

Betroffen sind elf Kinder, davon acht aus Weferlingsen. Das Dorf ist über den Dammbruch und den Weferlingser Weg mit Otze verbunden. Die Entfernung beträgt von Dorfmitte zu Dorfmitte 3,7 Kilometer. Morgens um 7.30 Uhr holen Sammeltaxis des von der Region Hannover mit der Schülerbeförderung beauftragten Transportunternehmens die Kinder vor dem Feuerwehrhaus und am Kinderspielplatz Hastraweg ab und fahren sie auf dem kürzesten Weg zur Grundschule Im Heeg nach Otze. 

So sei das seit den 1980-er-Jahren, sagt Ortsvorsteher Bernhard Kracke. Seine eigene Tochter, Jahrgang 1974, sei schon mit dem Sammeltaxi nach Otze befördert worden. Ebenso Viertklässler Thure July, der nach dem Willen der Regionsverwaltung nach den Osterferien auf Bus und S-Bahn umsteigen soll, um zur Schule zu gelangen – einmal Umsteigen am Bahnhof in Burgdorf sowie 18 Minuten Wartezeit dort inklusive. Seine Eltern Grit und Christian July sind verärgert. Andere Eltern nicht minder, versichert Kracke.

Auslöser ist der Fall einer Viertklässlerin, die vergangenes Jahr mit ihren Eltern nach Weferlingsen zog. Ihren Antrag auf Schülerbeförderung mit dem Sammeltaxi lehnte die Region zunächst ab. Das Kind musste mit dem Bus zuerst nach Burgdorf fahren, dort in die S-Bahn nach Otze einsteigen. Fußwege und Fahrzeit hätten sich auf 44 Minuten summiert, sagt Kracke, der sich umgehend einschaltete, als er davon im Dezember erfuhr. Der Ortsvorsteher erreichte immerhin, dass die Viertklässlerin wie alle anderen Grundschüler aus Weferlingsen jetzt auch mit dem Sammeltaxi zur Schule fahren darf.

Otzes neue Grundschulleiterin Karen Lindner erfuhr Mitte Februar von dem Vorgang. Per E-Mail teilte ihr die Region mit, dass vom 17. März an alle Dritt- und Viertklässler mit Bus und Bahn zur Schule fahren müssten, wenn der reine Schulweg in eine Richtung 45 Minuten nicht überschreite. Beigelegt hatte die Region eine beispielhafte Nahverkehrsanbindung für ein Kind aus Weferlingsen: Busabfahrt um 7.03 Uhr, Ankunft am Omnibusbahnhof in Burgdorf um 7.16 Uhr, Abfahrt mit der S6 am Bahnhof um 7.33 Uhr, Ankunft am S-Bahn-Halt in Otze um 7.36 Uhr, Fußweg zur Grundschule sieben Minuten. Die Pädagogin, selber Mutter von zwei Söhnen, kann es nicht fassen und will das so auch nicht hinnehmen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein sieben Jahre altes Kind einen solchen Schulweg meistert.“ 

Die betroffenen Eltern bekamen von der Region ein Schreiben, in dem ihnen der Widerruf der bereits erteilten Beförderungsgenehmigung mit dem Mietwagen angekündigt wird. Elternsprecherin Melanie Wicht hat alle betroffenen Eltern aufgerufen, am Donnerstagabend zur Ortsratssitzung nach Otze zu kommen. Auch Schulleiterin Lindner kam. Eltern und Schulleitung trugen den Ortsratspolitikern und Bürgermeister Alfred Baxmann ihre Bedenken gegen das Vorgehen der Region vor und baten um Unterstützung. 

„In Weferlingsen läuft sowas nicht. Jedenfalls nicht ohne Gegenwehr“, sagt Kracke, der darauf hofft, dass die Region doch noch einlenkt. Für den Fall, dass nicht, will er alle Weferlingser Eltern zu einem Treffen einladen. Kracke hofft, dass sich jemand findet, der die Region verklagt. Schließlich habe sich an den Fakten zur Schülerbeförderung nichts geändert, was einen Widerruf der einmal erteilten Genehmigungen rechtfertige.

Von Joachim Dege

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