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Senioren bringen ihre grauen Zellen auf Trab

Burgdorf Senioren bringen ihre grauen Zellen auf Trab

Gedächtnistraining für Senioren ist nicht so einfach, wie man vermuten würde. Mit Merken allein ist es nicht getan. Das DRK hilft alten Menschen, ihre grauen Zellen zu trainieren.

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Die Aufgaben haben es in sich: Zielstrebig versuchen Senioren, kniffeligen Aufgaben zu lösen.

Quelle: Laura Beigel

Burgdorf. Wer kennt das nicht? Man trifft einen Menschen, den man zuversichtlich kennt, erinnert sich aber nicht an dessen Namen. Sofort stellen sich Zweifel an der Leistungsfähigkeit der eigenen grauen Zellen ein. Die aber lassen sich trainieren. Das DRK Burgdorf bietet in seiner Begegnungsstätte an der Wilhelmstraße Kurse an, in denen Senioren lernen, wie sie ihr Gehirn auf Trab bringen können.

„Was möchten Sie trinken? Cappuccino, Kaffee, Tee ...?“, fragt Übungsleiterin Gisela Bittkau in die Runde. Die Leiterin der Begegnungsstätte begrüßt die Teilnehmer beim „Gedächtnistraining für Senioren ab 65“. So heißt der Kurs mit fünf Sitzungen jeweils donnerstags von 15  bis 17 Uhr. 13 Trainingswillige sind gekommen. 

Gerade als Bittkau die Senioren in die erste Übung einweisen will, werden die Getränke serviert. Und schon ist das Gehirnjogging in den Hintergrund geraten: „Haben Sie noch Zucker?“ „Ich hatte Cappucino bestellt.“ „Ohne Milch bitte.“ Bittkau mahnt: „Wir wollen das hier zwar nicht toternst nehmen, aber so langsam sollten wir anfangen“, sagt sie bestimmt. 

Die ersten Aufgaben sind für viele ein Kinderspiel: Die Teilnehmer müssen aus einem Buchstabensalat neue Wörter zusammenlegen, statt mit der Schreibhand mit der anderen Hand ein Namenskärtchen beschriften und sich bei einer Partnerübung die persönlichen Angaben ihres Gegenübers einprägen. Bittkau kümmert sich einfühlsam um jeden Teilnehmer. Jeder soll die Aufgaben so gut wie möglich bewältigen. „Es ist immer viel zu händeln. Jeder Kurs ist anders “, sagt sie. „Man muss sich auf die Teilnehmer einstellen.“ 

Nach 45 Minuten Gehirnjogging geht es in die Pause. Eine wirkliche Auszeit ist das nicht. Es gilt, Gymnastikübungen zu bewältigen. Die sollen die Koordination verbessern. Kirschkernkissen werden herumgegeben. Die Teilnehmer sollen sie zum Beispiel vom Schoß ihres Sitznachbarn schnappen. 

In der zweiten Kurshalbzeit steigert Bittkau den Schwierigkeitsgrad der Übungen: Die Teilnehmer sollen Anagramme entziffern. Dabei müssen sie eine Buchstabenfolge durch Umstellung zu einem neuen Wort formen. Aus „das Kochoel“ entsteht so „Schokolade“. Gitterrätsel sind zu lösen, Wortpaare zu suchen.

„Viele empfinden es als einfacher, die Aufgaben in der Gruppe zu lösen“, sagt Bittkau. „Sie kommen auch deshalb, um gemeinsam Spaß zu haben.“ Und auch Hausaufgaben bekommen die Teilnehmer. Die sollen sie innerhalb von zwei Wochen zuhause lösen. „Manche Aufgaben haben es zwar in sich, aber zum alten Eisen gehören wir auf keinen Fall“, sagt Teilnehmerinnen Christa Ide.   

   

So bringen Sie ihr Gehirn auf Trab

Das Gedächtnis zu trainieren, heißt nicht unbedingt, dass man sich so viele Sachen wie möglich merken sollte. Hilfreich sind vielmehr Übungen, die nach Möglichkeit von der Alltagsroutine  ablenken. Zum Beispiel: 

Übung „Eine Sache fehlt“:  Legen Sie auf einem Tisch verschiedene Gegenstände aus, die Sie sich so gut wie möglich einprägen. Nun schließen Sie die Augen, während ein anderer einen Gegenstand entfernt. Versuchen Sie, den fehlenden Gegenstand zu erinnern. 

Übung „Nacherzählung“: Jemand liest Ihnen eine Geschichte vor. Sie versuchen, diese so gut wie möglich nachzuerzählen. 

Übung „Erst die Antwort, dann die Frage“: Sie bekommen eine Antwort vorgelesen. Anschließend versuchen Sie, die dazu passende Frage zu formulieren. 

Von Laura Beigel

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