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Umland Burgdorf Nachrichten Mühle bekommt neue Flügel
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00:39 21.04.2018
Behutsam wird der erste Mühlenflügel aus seiner Verankerung gelöst und herabgelassen. Heinze. Quelle: Heinze
Sorgensen

Die Sorgenser Mühle hat am Mittwochvormittag vorübergehend ihre Flügel eingebüßt. Weil sie defekt sind, werden sie nun originalgetreu nachgebaut und bis zum Mühlentag wieder montiert.

Da die Flügel teilweise morsch sind, steht die Mühle seit zwei Jahren still. Die Stadt hatte zudem Sorge, dass die Flügel bei Wind brechen könnten. Der Zustand der Flügel ist für Boy Matzen, technischer Mitarbeiter der Rathausabteilung Gebäudewirtschaft, nicht überraschend. 15 bis 20 Jahre hielten solche Flügel gewöhnlich, sagt der Techniker. Die der Sorgenser Mühle seien aber mehr als 30 Jahre alt.

Das Celler Holzbau-Unternehmen Niebuhrlöste die Flügel vorsichtig aus ihren Verankerungen und transportierte sie ab. In der Werkstatt, wo die Mühle auch in den achtziger Jahren saniert worden war, entsteht jetzt nach Vorlage der alten Flügel ein Gerüst. Darauf werden die neuen Flügel originalgetreu, also auch mit dem nötigen Drall, nachgebaut.

Dabei kommt Lärchenholz zum Einsatz, weil es harzhaltig und damit widerstandsfähig ist. Die Nachbauten sind so beschaffen, dass sie bespannt werden könnten. Tatsächlich steht die Mühle aber fest, und die Flügel sollen auch in Zukunft mit einem Motor angetrieben werden. Im Zuge der Sanierung bekommt zudem der Auslegerbaum, auch Steert genannt, eine Abdeckung. Das Holz des Steerts ist ebenfalls teilweise morsch. 

Der Auslegerbaum, auch Steert genannt, ist teilweise morsch und soll eine Abdeckung bekommen. Quelle: Heinze
Der Auslegerbaum, auch Steert genannt, ist teilweise morsch und soll eine Abdeckung bekommen. Quelle: Heinze

Für die Sanierung sind 60 000 Euro im städtischen Haushalt vorgesehen. "Ich nehme nicht an, dass es teurer wird“, sagt Matzen. Mitte Mai sollen die neuen Flügel montiert sein. Dann könnte die Mühlen pünktlich zum Mühlentag, am Pfingstsonntag, 20. Mai, wieder ihre Flügel drehen.

Die Sorgenser Bockwindmühle ist die letzte, die im Altkreis Burgdorf noch mit natürlicher Kraft gemahlen hat. 1686 wurde sie gebaut. Zweieinhalb Jahrhunderte mahlte die Mühle das Korn für die Burgdorfer Bevölkerung.

Von Stefan Heinze

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