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00:16 24.11.2017
Die Sozialpolitiker des Rates können nach dem Ende ihrer Sitzung das Schloss nicht verlassen, weil jemand sie eingeschlossen hat.  Quelle: Privat
Burgdorf

 Die Mitglieder des Ratsausschusses für Sozialangelegenheiten haben am Montagabend unfreiwillig Überstunden gemacht. Ein Unbekannter schloss die Kommunalpolitiker und drei Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Schloss ein, wo das Gremium tagte. 

Die Sitzung des Sozialausschusses begann um 17 Uhr im Ratssaal des Schlosses. Als das Gremium zweieinhalb Stunden später seine Beratungen beendete, war längst die Dunkelheit hereingebrochen. Alle Zuhörer waren heimgegangen. Nur die Kommunalpolitiker konnten nicht nach Hause. Sie kamen nicht aus dem Schloss.

Was war geschehen? So genau wisse er das auch nicht, sagt Stadtrat Kugel, dritter Mann in der Rathaushierarchie. Der Beamte vermutet, dass ein im Schloss beschäftigter Mitarbeiter nach Dienstschluss pflichtschuldig den Schlüssel umgedreht hat, nicht ahnend, dass oben im Saal der Ausschuss tagte. Ein Schild mit einem Hinweis auf die Sitzung, das in solchen Fällen sonst an die Tür gehängt wird, sei vergessen worden.

Das Ausschussmitglied Gero von Oettingen schildert den Vorgang so: Als er das Gebäude habe verlassen wollen, sei die Tür abgeschlossen gewesen. Kugel und Sozialabteilungsleiter Thomas Borrmann hätten fieberhaft versucht, einen Weg nach draußen zu finden. Das Ausschussmitglied Niklas Gottschalk, selbst Feuerwehrmann, habe Ortsbrandmeister Florian Bethmann angerufen und um Hilfe gebeten. Die Feuerwehr sei wenig später mit Blaulicht, Drehleiter und drei Kräften vor dem Schloss vorgefahren. Es sei gepant gewesen, den Ausschuss mithilfe der Drehleiter durch ein Fenster zu evakuieren. Dazu sei es aber nicht mehr gekommen, weil Kugel parallel eine Kollegin telefonisch aus dem Feierabend geholt und nach dem Schlüssel ins Rathaus II geschickt habe. Nach etwas mehr als einer halben Stunde sei dann Hauptamtsleiterin Silke Vierke herbeigeeilt und habe Politiker und Kollegen befreit. 

Dass der Notausgang über die Außentreppe an der Rückseite des Gebäudes nicht benutzt worden sei, begründet Kugel mit seiner Annahme, die Tür sei bei einen Wachunternehmen aufgeschaltet gewesen. Dann hätte es beim Öffnen der Nottür im Ratssaal einen – kostenpflichtigen – Alarm gegeben, den er habe verhindern wollen. Kugel soll die Feuerwehr, deren Einsatz gleichfalls kostenpflichtig ist, nach Angaben von Beteiligten gebeten haben, keine Informationen an die Öffentlichkeit zu geben.  Tatsächlich bestreitet Ortsbrandmeister Florian Bethmann, dass er und seine Kameraden alarmiert worden und ergo im Einsatz gewesen seien. Es habe sich vielmehr um eine „Bewegungsfahrt“ gehandelt.  Darunter versteht die Feuerwehr das Fahren um des Fahrens willen mit sonst zu wenig bewegten Fahrzeugen. Das soll der Vermeidung von Standschäden dienen.

Zur Frage, ob die angebliche „Bewegungsfahrt“ nicht doch vielmehr ein Einsatz war und die Feuerwehr der Stadt eine Rechnung schicken muss, hielt sich Kugel bedeckt: „Das klären wir intern.“

Die mit Drehleiter angerückte Feuerwehr braucht nicht einzugreifen, weil eine Verwaltungsmitarbeiterin bereits mit dem Schlüssel herbeigeeilt ist. Quelle: Privat

Von Joachim Dege

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