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Umland Burgdorf Nachrichten Sprachförderung: Schulen sind überfordert
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00:41 03.06.2018
Die Landtagsabgeordnete Mareike Wulf (CDU) lässt sich von Schulleiterin Antje Kuchenbecker-Rose die aktuelle Situation an der Grundschule Burgdorf schildern. Quelle: Dege
Burgdorf

Wie kommen Schulen mit den Folgen des Flüchtlingszuzugs klar? Das wollte die schulpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Mareike Wulf aus erster Hand erfahren. Am Donnerstagvormittag machte sich die Politikerin in der Grundschule Burgdorf ein Bild von der ernsten Lage: viele Flüchtlingskinder, ein enormer Sprachförderbedarf und viel zu wenig Personal. „Das übersteigt teilweise unsere Kräfte“, sagte Schulelternratsmitglied Sven Wessarges.

Wessarges hatte Wulf bei einem Termin getroffen und mit der Abgeordneten den Besuch der Schule verarbredet, die auch sein eigenes Kind besucht. Dort traf sie mit Schulleiterin Antje Kuchenbecker-Rose zusammen, die Einzelheiten schilderte: 320 Schüler besuchten die Grundschule zurzeit. Im vergangenen Jahr nahm die Schule 50 Flüchtlingskinder auf, einige davon schwer traumatisiert. Nicht nur diese, sondern mehr als 100 Kinder beherrschten die deutsche Sprache nicht und bedürften entsprechender Sprachförderung. Das den Lehrern dafür zugestandene Stundenkontingent reiche vorne und hinten nicht aus.

Dazu kommt laut Kuchenbecker-Rose, dass zu viele Stellen und Einrichtungen im Land befasst seien mit dem Thema Sprachförderung. Eigene Sprachlernklassen habe die Landesschulbehörde nicht genehmigt. Ihre Schule habe mit vielen Ansprechpartnern zu tun. Der bürokratische Aufwand sei dadurch enorm, zumal ein Großteil der Sprachförderung über externe Träger wie Nachbarschaftstreff und Mehrgenerationenhaus sowie Sprachlerninstitute organisiert sei. Mehr Verlässlichkeit und Kontinuität sowie ein eigener Mitarbeiterpool für diesen Bereich wären wünschenswert und sachgerecht.

Wulf sagte zu, das alles mitzunehmen in die eigene Landtagsfraktion, deren stellvertretende Vorsitzende sie ist. Ähnliches habe sie auch schon von anderen Schulen gehört. Die Politikerin regte an, dass sich die Schulen vernetzen sollten, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Bei der Organisation eines solchen Netzwerktreffens wolle sie gern helfen.

Von Joachim Dege

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