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Stadt will beim Stadtmarketing sparen

Burgdorf Stadt will beim Stadtmarketing sparen

Der im vergangenen Jahr erzielte Haushaltsüberschuss ist nach Auffassung der Finanzpolitiker im Rat sowie der Stadtspitze kein Anlass zur Entwarnung. Die Stadt will offenbar am Stadtmarketing sparen.

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Auch wenn die Stadt das zurückliegende Haushaltsjahr mit einem Plus abschließen konnte: Burgdorf schwimmt keineswegs im Geld, sondern muss jeden Euro zweimal umdrehen.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf.  Die Ende 2018 voraussichtlich mit 59 Millionen Euro hoch verschuldete Stadt muss sparen und jeden Euro zweimal umdrehen. Darin sind sich Stadtspitze und große Teile des Rates einig. Die neue Sparsamkeit könnte jetzt der Stadtmarketingverein zu spüren bekommen. Die Haushaltspolitiker der Kommune stellen den freiwilligen Mitgliedsbeitrag der Stadt in Höhe von 31.000 Euro im Jahr infrage.

Vergangene Woche erst warteten Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) und seine Kämmerei mit froher Kunde auf: Statt mit einem Fehlbetrag von 4,6 Millionen Euro habe die Stadt das vergangene Jahr mit einem Haushaltsüberschuss von 1,8 Millionen Euro abschließen können. Die Finanzpolitiker begrüßten am Montagabend im Finanzausschuss des Rates diese Nachricht. Sie sei allerdings kein Grund, Entwarnung zu geben, mahnte Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) und erntete dafür Zustimmung aus allen Lagern.

Eher am Rande der Finanzausschusssitzung brachte FDP-Ratsherr Thomas Dreeskornfeld dann ein heikles Thema zur Sprache, namentlich den im Katalog der freiwilligen Leistungen der Kommune mit 31.000 Euro notierten Zuschuss zum Verein Stadtmarketing Burgdorf (SMB) – die Stadt zahlt dem SMB 1 Euro pro Einwohner. Der Liberale wollte wissen, was aus dem SMB-Beitrag der Stadt geworden sei, nachdem man fraktionsübergreifend verabredet habe, diesen fortan einsparen zu wollen. 

SPD-Fraktionsvorsitzender Gerald Hinz reagierte pikiert, weil er wähnte, die CDU/FDP-Gruppe habe sich von dieser Übereinkunft, getroffen im nicht öffentlich tagenden Arbeitskreis zur Haushaltskonsolidierung, gegenüber SMB-Verantwortlichen mittlerweile distanziert. Das aber bestreitet der CDU/FDP-Gruppenchef Mirco Zschoch auf Nachfrage entschieden. Es gebe vielmehr einen Konsens in dieser Angelegenheit, bestätigte er gegenüber dieser Zeitung.

Tatsächlich taucht der Sparvorschlag, den SMB-Beitrag der Stadt schrittweise abzuschmelzen, auf Seite 17 des vom Rat im Dezember verabschiedeten Haushaltssicherungskonzeptes auf. Dieses Konzept hatte die CDU/FDP-Gruppe nicht mitgetragen. Danach soll die Stadt dieses Jahr 5000 Euro weniger an den SMB überweisen, im nächsten Jahr 7500 Euro weniger, in zwei Jahren 10.000 Euro weniger und im Jahr 2021 dann 12.500 Euro weniger. Das habe der Bürgermeister, der qua Amt dem erweiterten Vorstand des SMB angehört, dort auch kommuniziert, gab SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich Auskunft.

Am Mittwochabend tagt laut Bleich der Vorstand erneut. Das Gremium wolle dann über das Thema diskutieren. Wie der Stadtmarketingverein ohne die ursprünglich einmal als Anschubfinanzierung gedachte Zugabe aus dem Stadtsäckel in Zukunft finanziell über die Runden kommt, dazu wollte sich der Geschäftsführer nicht äußern.

Von Joachim Dege

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